(openPR) Hypospadie ist eines der letzten Tabuthemen der modernen Medizin. Die Harnröhre der Betroffenen endet nicht an der Spitze der Eichel, sondern an der Unterseite des Penis. Diese angeborene Fehlbildung tritt bei jedem 150. männlichen Säugling auf und wird leider auch heute noch häufig zu spät operiert. Der ideale Operationszeitraum liegt zwischen dem 6. und 18. Lebensmonat des kleinen Patienten. Obwohl diese Erkrankung doch sehr häufig auftritt, haben viele Menschen davon noch nichts gehört! Professor (Univ. Cairo) Dr. Ahmed T. Hadidi, der zu den gefragtesten Experten für Hypospadie gehört und zu Operationen komplizierter Hypospadien weltweit von Kliniken eingeladen wird, erklärt weshalb: „Das liegt zum einen daran, dass die Hypospadie - gerade in ihrer leichteren Ausprägung - in vielen Fällen nicht entdeckt wird. Zum anderen werden urologische Probleme nach wie vor nicht im Freundes- oder Verwandtenkreis besprochen. Das Problem bei Hypsopadie-Korrekturen liegt darin, dass das Kind sein Leben lang, das heißt 70 bis 80 Jahre, funktionelle und psychische Probleme haben kann, wenn die Korrektur beim ersten Mal nicht erfolgreich durchgeführt wird.“ Nicht nur aus diesem Grund ist das Thema für viele Betroffene psychisch sehr belastend, sondern auch weil sie oft nur schwer Informationen finden. Um so wichtiger ist Aufklärung. Inzwischen gibt es bereits für Babys schonende Behandlungsmethoden, die am Samstag, 19. April 2008, im Rahmen eines gemeinsamen Hypospadie-Informationstages des wahrscheinlich einzigen Hypospadie-Zentrums, einer Kooperation zwischen dem Klinikum Offenbach und der Emma Klinik Seligenstadt, in Offenbach allen Interessierten vorgestellt wurden. In diesem Hypospadie-Zentrum werden pro Monat 25 bis 40 Hypospadien operiert. Die Patienten kommen aus ganz Deutschland und Europa. Einige der Patienten haben bereits 30 bis 40 Hypospadie-Operationen hinter sich.
Professor Hadidi, leitender Arzt der Abteilung Kinderchirurgie an der Emma Klinik Seligenstadt und Mitbegründer des Hypospadie-Zentrums, berichtete in seinem Vortrag über seine Operationsmethoden, bei denen Babys und Kleinkinder nicht fixiert werden müssen und schon nach wenigen Tagen wieder gesund und munter sind. Die Komplikationsrate bei diesen Operationsmethoden beträgt weniger als 5%. Professor Dr. Nader Gordjani, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum Offenbach, ist Kinderarzt mit dem Schwerpunkt Kindernephrologie (Erkrankungen der Nieren und Harnwege). Er stellte ergänzend Krankheitsbilder vor, die im Zusammenhang mit Hypospadien auftreten können. Diplom-Psychologin Verena Schönbucher beleuchtete die psychologischen Aspekte der häufig sehr belastenden Krankheit. Über die besonderen Anforderungen an die Anästhesie bei Kindern informierte Dr. Thomas Wiederspahn-Wilz, Anästhesist an der Emma Klinik Seligenstadt. Für detailliertere Fragen von Eltern und Kinderärzten standen die Experten in Einzelgesprächen zur Verfügung.
Mehr Informationen unter www.hypospadie-zentrum.de






