(openPR) 9. Mukoviszidose Tagung in Würzburg - Neue Untersuchungen belegen: Arme Kinder sterben früher
Mukoviszidose e.V. startet Sozialoffensive
Bonn, den 20. November 2006. Der Hannoveraner Kinder- und Jugendmediziner Prof. Dr. Horst von der Hardt appellierte auf der 9. Mukoviszidose Tagung in Würzburg an die rund 620 Besucher: "Noch immer stellt ein niedriges Familieneinkommen ein Risiko für einen ungünstigen Krankheitsverlauf und damit für eine erhöhte Lebensbedrohung bei schwerstkranken Kindern dar. Eine Solidargemeinschaft wie unsere kann und darf das nicht zulassen!". Untersuchungen des Mukoviszidose e.V. haben ergeben, dass viele betroffene Kinder aus sozial schwierigen Verhältnissen von den medizinischen Fortschritten bei der Mukoviszidose-Behandlung nicht ausreichend profitieren können. Ganze zwei Drittel aller schwer kranken Kinder - mit dauerhaft eingeschränkter Lungenfunktion - stammen aus Familien mit niedrigem Einkommen. Eine anhaltend eingeschränkte Lungenfunktion bedingt eine deutlich verkürzte Lebenserwartung.
Sozialoffensive unterstützt betroffene Familien
"Wir planen in enger Absprache mit den behandelnden Einrichtungen vor Ort, dieser Risikogruppe speziell zugeschnittene Förderinitiativen anzubieten", kündigt der Geschäftsführer des Vereins, Dr. Andreas Reimann, an. Die Ergebnisse der Studie hatten den Mukoviszidose e.V. dazu veranlasst, diese Sozialoffensive ins Leben zu rufen. "Während meiner langjährigen Tätigkeit als Kinder- und Jugendmediziner habe ich oft erleben müssen, dass diese Kinder trotz intensivem Einsatz der Eltern, die für einen günstigeren Krankheitsverlauf notwendige Unterstützung nicht in vollem Umfang erhalten können. Hier ist ein wesentlich stärkerer Einsatz der Solidargemeinschaft notwenig. Ich bin daher sehr froh, dass der Mukoviszidose e.V. dieses Problem jetzt mit ganzer Kraft angeht. Um diese Aufgabe zu bewältigen, wird der Verein viel Unterstützung benötigen. Ich möchte alle Menschen dazu aufrufen, uns zu helfen!", sagte der Mukoviszidose-Experte von der Hardt in Würzburg vor Mukoviszidose-Behandlern, darunter Ärzte, Physiotherapeuten, Psychologen, Sozialarbeiter, Ernährungsberater sowie Sporttherapeuten und Pflegefachkräfte. Sie nutzen mit der 9. Mukoviszidose Tagung erneut die Chance, einen interdisziplinären Blick auf die besonderen Behandlungs-Erfordernisse von Mukoviszidose zu werfen.
Mukoviszidose ist eine genetisch bedingte Stoffwechselerkrankung. In Deutschland leben rund 8.000 Menschen mit der bis heute unheilbaren und tödlichen Krankheit. Durch eine Störung des Salz- und Wassertransports in die Körperzellen bildet sich zähflüssiger Schleim. Organe wie die Lunge oder die Bauchspeicheldrüse werden so irreparabel geschädigt.
Im Mukoviszidose e.V. haben sich Betroffene, Eltern, Freunde, Ärzte und andere Therapeuten zusammengeschlossen, um Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten, eine stetige Verbesserung der Therapie zu unterstützen und gezielte Forschung zu fördern. Der Verein setzt sich darüber hinaus für die Belange der Betroffenen gegenüber Entscheidungsträgern in Politik, Gesundheitswesen und Wirtschaft ein.
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