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Krankenhausfinanzierung: Frühchen - ein "Geschäft", das sich lohnen muss?

23.02.201108:25 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Krankenhausfinanzierung: Frühchen - ein "Geschäft", das sich lohnen muss?
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© BV "Das frühgeborene Kind" e.V.

(openPR) Auf "SEITE 1" der aktuellen Ausgabe des Ärzteblattes Nr. 7 vom 18.2.2011 spricht Redakteur Thomas Gerst aus, was Kliniken bislang immer entrüstet von sich gewiesen haben. Offenbar geht es primär doch ums liebe Geld, wenn Kliniken verzweifelt um den Erhalt des lukrativen Status als Perintalzentrum Level 1 kämpfen. Nur wenige Tage lägen zwischen einer neonatologischen Maximalversorgung mit attraktiver Finanzierung und einer weniger lukrativen Frühgeburt. In einem auf Gewinnmaximierung ausgerichteten System sei es deshalb nicht ausgeschlossen, dass Kinder früher geholt werden, obwohl mit vergleichsweise geringem Aufwand der Geburtstermin hinausgezögert werden könnte.



Keine angenehme Vorstellung für betroffene Eltern von besonders kleinen und damit finanziell besonders lukrativen Patienten. Sofort drängen sich bei dem von Gerst entworfenen Szenario für Eltern bange Fragen auf: Gewinnmaximierung und Profitdenken als oberste Maximen? Ärzte als getriebene Sklaven der Krankenhausverwaltung unter Quotendruck? Geschäfte, die sich lohnen müssen? Wird hier überhaupt gemacht, was möglich ist, wenn es um das Aufrechterhalten der Schwangerschaft geht? Und zugleich: Wird hier aus abrechnungstechnischen Gründen vielleicht nicht das getan, was wirklich notwendig ist, wenn es um die anschließende Versorgung der Kinder geht? Unerträglich ist das für Eltern, die bislang glaubten, sich „ihren“ Ärzten vorbehaltlos anvertrauen zu können.

Welchen Stellenwert haben heute noch ethische Moral und verantwortliches Handeln von Ärzten? Hans-Jürgen Wirthl, Vater von zu früh geborenen Zwillingen und Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes „Das frühgeborene Kind“ e.V., hat kein Verständnis für solche Äußerungen, die Geburtsmediziner regelrecht zu kriminellen Handlangern ihrer Kollegen in der Neonatologie abstempeln, die mit nicht indizierten medizinischen Eingriffen die Krankenhauskassen klingeln lassen. Eine schier unglaubliche und zugleich beängstigende Vorstellung.

„Hier kann und darf es nicht um das Überleben von Kliniken auf Kosten des Überlebens unserer Kinder gehen“, so Wirthl empört. Deren Grundrecht auf Leben und ein möglichst unbeeinträchtigtes Leben sei allemal höher einzustufen als das vermeintliche Recht von Kliniken auf auskömmliche Vergütung. Sozialpolitische Pokerspielchen seien damit völlig fehl am Platz. „Unsere Kinder sind nicht die finanzielle Manövriermasse der Krankenhäuser!“, betont Wirthl und mahnt, in der ohnehin unsäglichen Diskussion um die Behandlung frühgeborener Kinder den Bogen nicht leichtfertig zu überspannen.

Das von Gerst beschworene Szenario sei nicht nur eine Provokation, sondern ein Skandal, der einen unüberhörbaren Aufschrei aller Eltern und aller in Geburtshilfe und Neugeborenenmedizin gewissenhaft tätigen Ärzte nach sich ziehen müsse. „Ich hoffe dringend, dass sich diejenigen Ärzte, die sich noch als solche begreifen, mit Grausen abwenden und von solchen Irrwegen öffentlich distanzieren“, sagt Wirthl.

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