openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Streit um den Gesundheitsfonds hält an

15.04.200811:19 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) CDU versus SPD: "Fonds ist nicht heilig"
- Gutachten: Unterfinanzierung der Kassen ist vorprogrammiert
- Kasse pleite - Beitragszahler in der Pflicht?

EUROFORUM-Konferenz "Gesundheitsfonds 2009", 15. und 16. Juli 2008, Hotel Palace, Berlin

Frankfurt am Main/Berlin, 15. April 2008. Der Streit um den Gesundheitsfonds spaltet die Gesundheitspolitik: "Es wäre am besten, die Pläne für den Gesundheitsfonds einzustampfen", erklärte Daniel Bahr, gesundheitspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion am Montag in Berlin. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) versuche, "mit allen Tricks die schlechte Gesundheitsreform umzusetzen statt zu erkennen, dass der Gesundheitsfonds keines der Probleme löst, sondern nur neue schafft", so der Politiker. (FDP-Presseinformation, 14. April 2008) Auch Unionspolitiker stehen nicht geschlossen hinter dem Vorhaben: "Der Fonds ist nicht heilig. Wenn die Rahmenbedingungen sich ändern, dann muss man darauf reagieren", sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Rolf Koschorrek gegenüber Euro am Sonntag (2/2008).

Auf der EUROFORUM-Konferenz "Gesundheitsfonds 2009" (15. und 16. Juli 2008, Berlin) werden Bahr, Koschorrek und Mechthild Rawert, Gesundheitsexpertin der SPD-Fraktion, die erwarteten Konsequenzen des Gesundheitsfonds diskutieren. Das vollständige Programm ist im Internet abrufbar unter:
http://www.euroforum.com/pr-gfonds08

Als "Herzstück des GKV-WSG" bezeichnete Annette Widmann-Mauz den Fonds. Die Vorsitzende der Arbeitsgruppe Gesundheit der CDU/CSU-Fraktion verteidigte das Projekt im Bundestag gegenüber den Angriffen der FDP: "Sie tun hier immer so, als ob der allgemeine Beitragssatz der einzige Bestandteil des Beitrags der Versicherten im nächsten Jahr und in der Zukunft wäre und als ob jeder Versicherte bei jeder Kasse gleich viel bezahlen müsste. Aber das wird nicht der Fall sein. Das neue Finanzierungssystem besteht aus zwei Teilen: aus dem allgemeinen Beitragssatz, der einen Durchschnittssatz aller Kassen abbildet, und aus der Notwendigkeit, einen Zusatzbeitrag zu verlangen, oder der Möglichkeit, den Versicherten einen Pauschalbetrag zurückzugeben." (cdu-csu.de, Aktuelle Stunde, 18.01.2008) Auf der EUROFORUM-Konferenz wird Widmann-Mauz ihre Ansichten über den Gesundheitsfonds weiter ausführen.

Wie Gesundheitsökonomen Anfang April errechneten, führt der Fonds zu einer Unterfinanzierung der Krankenkassen. Die so genannte "Konvergenzklausel", mit der reiche Bundesländer wie Bayern und Baden-Württemberg verhindern wollen, dass zu viel Geld über den Gesundheitsfonds in ärmere Länder fließt, sei nicht umzusetzen. Ohne nachträgliche Korrekturen führe die Klausel zu einer Umverteilung von Milliardenbeträgen, die an keiner Stelle der gesetzlichen Krankenversicherung aufgebracht werden könnten. (Welt online, 8. April 2008) Die Auswirkungen des Gesundheitsfonds aus Krankenkassensicht erörtern auf der EUROFORUM-Konferenz Prof. Dr. Herbert Rebscher (DAK), Birgit Fischer (Barmer Ersatzkasse), Theo Giehler (BKK Landesverband Nordrhein-Westfalen), Dr. Christoph Straub (Techniker Krankenkasse), Dr. Josef Beutelmann (Barmenia Krankenversicherung) und Ralf Hermes (IKK-Direkt).

Wie der Spiegel berichtete, will die Regierung die Länder im Fall einer Krankenkassenpleite von der Haftungspflicht entbinden. Hintergrund sei, dass die Länder nicht für die Altersversorgung der Krankenkassenbeschäftigten haften wollten. "Damit wäre quasi die Solidargemeinschaft aller Kassenpatienten in der Pflicht", schlussfolgerte der Spiegel (12. April 2008). Wilfried Jacobs, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hessen, nimmt auf der EUROFORUM-Konferenz zum Insolvenzrecht der Krankenkassen Stellung.

Auch der Rücktritt des wissenschaftlichen Beirats des Bundesversicherungsamtes (BVA) ließ Ende März Zweifel daran aufkommen, ob der Gesundheitsfonds pünktlich starten könne. Der Beirat hatte das BVA darin unterstützen sollen, den krankheitsbezogenen Finanzausgleich (Morbi-RSA) zu erarbeiten. BVA-Vizepräsidentin Sylvia Bohlen-Schöning berichtet auf der Tagung über den aktuellen Stand der Finanzausgleichspläne.

Auswirkungen des Fonds auf die ärztliche Vergütung diskutiert unter anderem Dr. Axel Munte von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns. Auch die Frage, wie sich das Krankenhausmanagement nach Einführung des Gesundheitsfonds gestalten könnte, und welche Änderungen Pharmaunternehmen zu erwarten haben, wird die Tagung beantworten.

Mehr Informationen: http://www.euroforum.com/dn-gfonds08

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 203718
 1717

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Streit um den Gesundheitsfonds hält an“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von EUROFORUM Deutschland

Versicherer erwarten angespanntes Jahr
Versicherer erwarten angespanntes Jahr
10. Handelsblatt Jahrestagung „Assekuranz im Aufbruch“ 3. und 4. März 2010, Sofitel Munich Bayerpost München/Düsseldorf, 27. Januar 2010. Über alle Sparten hinweg rechnet die Versicherungsbranche für 2010 damit, dass die gesamten Beitragseinnahmen um ein halbes Prozent unter den angestrebten 170 Milliarden Euro liegen werden. Das Geschäft mit privaten Krankenversicherungen laufe zwar gut, schlechter sehe es jedoch in der Schadens- und Unfallsparte aus. Die Folgen der Krise spüren auch die Rechtsschutz- und Kreditversicherer. Die deutschen Kr…
Inhouse-Juristen zwischen Kostendruck und steigenden Anforderungen
Inhouse-Juristen zwischen Kostendruck und steigenden Anforderungen
14. EUROFORUM-Jahrestagung "Unternehmensjuristentage 2010" 23. bis 25. Februar 2010, Hotel InterContinental, Berlin Berlin/Düsseldorf, Januar 2010. Zum Jahresbeginn 2010 sind erneut zahlreiche Gesetze und Verordnungen in Kraft getreten, die den Anpassungsdruck der Unternehmen an neue gesetzliche Rahmenbedingungen weiter erhöhen. Die hausinternen Rechtsabteilungen der Unternehmen kämpfen nicht nur mit der Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben, sondern auch mit einem verstärkten Kostendruck innerhalb ihrer Unternehmen. Die Wirtschaftskrise ver…

Das könnte Sie auch interessieren:

Gesundheitsfonds schwächt Wirtschaft und Konjunktur
Gesundheitsfonds schwächt Wirtschaft und Konjunktur
Mittelstands- und Gesundheitsexperte Dr. Wolfgang Heubisch hat vor der geplanten Einführung des Gesundheitsfonds zum 1. Januar kommenden Jahres gewarnt: „Sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber werden höhere Krankenkassenbeiträge zu zahlen haben, ohne dass die Patienten eine bessere Versorgung erhalten“, sagte der in München niedergelassene Zahnarzt, …
Gutachterstreit zu den Kosten der Gesundheitsreform – Rürup/Wille-Berechnungen können Bedenken gegen Fondslösung nicht ausräumen
Gutachterstreit zu den Kosten der Gesundheitsreform – Rürup/Wille-Berechnungen können Bedenken gegen Fondslösung nicht ausräumen
… „In ihrer Studie kommen Rürup/Wille nahe an die Zahlen der Drabinski-Studie heran: So berechnen sie beispielsweise für Bayern eine Gesamtumverteilung im neuen Gesundheitsfonds von 1,273 Milliarden Euro. Drabinski kam auf 1,04 Milliarden Euro. Für Baden-Württemberg schätzen Rürup/Wille die Gesamtbelastung im neuen Gesundheitsfonds auf 1,215 Milliarden …
Gesundheitsfonds-Rechner - Was kostet der Gesundheitsfonds die Versicherten wirklich?
Gesundheitsfonds-Rechner - Was kostet der Gesundheitsfonds die Versicherten wirklich?
Mit dem Online-Rechner von krankenkassen.de kann sich jeder gesetzlich Versicherte ausrechnen, ob er mit der Einführung des Gesundheitsfonds sparen oder draufzahlen wird. Die Krankenkasse könnte ab 2009 für viele Versicherte teurer werden. Grund dafür sind steigende Ausgaben der Kassen sowie die Einführung des Gesundheitsfonds am 1. Januar. Das Internetportal …
Hugin/EUROFORUM Deutschland GmbH: Unruhe unter Krankenkassen wächst
Hugin/EUROFORUM Deutschland GmbH: Unruhe unter Krankenkassen wächst
… Frankfurt am Main/Dortmund, 14. Februar 2008. Für Krankenkassen bricht eine neue Ära an: Laut Plan der Bundesregierung soll zum 1. Januar 2009 der Gesundheitsfonds starten. Statt ihren Versicherungsbeitrag wie bisher selbst bestimmen zu können, würden Kassen dann einen staatlich festgelegten einheitlichen Beitragssatz erhalten. Kämen sie mit diesem …
Bild: Health Basics – Finanzierungslücke bei den Gesetzlichen Krankenversicherungen?Bild: Health Basics – Finanzierungslücke bei den Gesetzlichen Krankenversicherungen?
Health Basics – Finanzierungslücke bei den Gesetzlichen Krankenversicherungen?
Bund schießt zusätzlich 3,9 Milliarden Euro in den Gesundheitsfonds Streit um die Gesundheitsreform geht weiter Die Berliner Regierungskoalition ist sich weiter uneinig über das weitere Vorgehen in der Gesundheitspolitik. Der Grund: Die FDP fordert eine einkommensunabhängige Kopfpauschale für jeden Arbeitnehmer zur Finanzierung der Krankenkassen. Diesem …
Bild: Parteienstreit: SPD beim Thema Gesundheit übervorteilt?Bild: Parteienstreit: SPD beim Thema Gesundheit übervorteilt?
Parteienstreit: SPD beim Thema Gesundheit übervorteilt?
… setzten sich CDU und CSU mit ihrer Forderung durch, zur schrittweisen Umstellung der Finanzierung auf Steuermittel auf Steuererhöhungen zu verzichten. Ab 2008 soll es einen Gesundheitsfonds geben, der hauptsächlich aus Beiträgen und nur minimal aus Steuern gespeist wird. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Kritik der SPD am gemeinsamen Ergebnis, forderte …
Gesundheitsfonds - Bundesbürger wollen teuren Krankenkassen den Rücken zukehren
Gesundheitsfonds - Bundesbürger wollen teuren Krankenkassen den Rücken zukehren
Zusatzbeitrag zum Einheitstarif könnte Wechselwelle auslösen Mit der Einführung des Gesundheitsfonds könnte ab Januar 2009 eine erhebliche Wechselwelle auf jene Krankenkassen zukommen, die von ihren Mitgliedern Zuschläge zum einheitlichen Beitragssatz verlangen. Von der Neuregelung der Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung profitieren können …
Heißer November im Gesundheitswesen
Heißer November im Gesundheitswesen
… sich die 13. Handelsblatt Jahrestagung "Health" am 24. und 25. November 2008 im Sofitel Berlin Schweizerhof Frankfurt/Berlin, 27. August 2008. Der Beitragssatz zum Gesundheitsfonds soll laut Bundesregierung bis zum 15. November feststehen. Bald darauf werden Krankenkassen entscheiden müssen, ob sie Zusatzbeiträge einfordern oder Prämien ausschütten werden. …
Bild: Eine Frage muss erlaubt seinBild: Eine Frage muss erlaubt sein
Eine Frage muss erlaubt sein
… leere Kassen und können dadurch ihren Verpflichtungen in absehbarer Zeit womöglich nicht mehr nachkommen. Die Krankenversicherungen müssen ein Jahr nach Einführung des Gesundheitsfonds höhere Beiträge erheben. Es ist zu erwarten, dass durch die Finanzkrise die Arbeitslosenzahlen wieder steigen und damit auch der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung …
Bild: Gesundheitskompromiss: Das Desaster geht weiterBild: Gesundheitskompromiss: Das Desaster geht weiter
Gesundheitskompromiss: Das Desaster geht weiter
… 4. Oktober dem Ziel einer zukunftsweisenden Gesundheitsreform nicht näher gekommen. Im Gegenteil: Das Gesundheitsdesaster geht weiter. In der Frage des Beitragseinzugs für den Gesundheitsfonds ist die Große Koalition noch keinen Schritt vorangekommen. Es ist weiterhin unklar, ob eine neue staatliche Mammutbehörde eingerichtet wird oder ob die Krankenkassen …
Sie lesen gerade: Streit um den Gesundheitsfonds hält an