(openPR) Siegburg, 09. April 2008. Etwa 25 Personen fanden sich am vergangenen Dienstag beim Amtgericht Hof ein, um Aufklärendes aus dem Mund des Insolvenzverwalters Dr. Martin Prager über den einst großen Finanzvertrieb aus dem Bayerischen Wald zu hören. Zwar fand der Insolvenzverwalter bei der Futura Finanz Zukunftsunternehmen für Finanz- und Wirtschaftsberatung GmbH & Co. KG (Futura), Hof, wenig in der Kasse, jedoch konnte er unter anderem Vermögensübertragungen kurze Zeit vor dem Insolvenzantrag ausmachen. Sie gingen fast ausschließlich an den ehemaligen Geschäftsführer Michael Turgut, Hof, oder ihm nahe stehende Firmen. Natürlich sollen nach Ansicht von Prager diese Werte wieder zu dem insolventen Unternehmen zurück.
Dieses Verhalten des früheren Geschäftsführers veranlasste Prager gleich nach seinem Amtsantritt Anfang Januar das Vermögen Turguts mit einem Arrest in Höhe von 4,6 Mio. Euro zu belegen. Die rasche Handlusweise Pragers wurde inzwischen in der mündlichen Verhandlung gerichtlich bestätigt. Allerdings wird noch ein ordentliches Klageverfahren notwendig werden, um die festgesetzten Vermögensteile, wie Aktien, Unternehmensbeteiligungen, Treuhandguthaben und Forderungen an Unternehmen, endgültig dem Insolvenzverfahren zuführen zu können. Außerdem seien von Prager Forderungen gegen andere Unternehmen Turguts festgestellt worden und Provisionsrückforderungen an Vermittler.
Mit diesen Nachrichten versorgt, stimmten die anwesenden Forderungsinhaber einstimmig zu, dass Prager auch in der Zukunft das Insolvenzverfahren weiterführen soll. Rechtsanwalt Hartmut Göddecke, Siegburg, der fast 200 durch die Vertriebsfirma geschädigte Anleger vertritt, zeigt sich zufrieden: „Auch wenn die Forderungen nicht vollkommen erfüllt werden können, kann langfristig gesehen mit einem zufriedenstellenden Ergebnis gerechnet werden.“
Die Futura und auch ihre Vorgänger haben in den vergangenen Jahren am Kapitalmarkt viele Fonds und Unternehmensbeteiligungen vermittelt, die für die Anleger große Verluste mit sich brachten. So zählen z. B. Angebote wie Frankonia, Göttinger Gruppe und MSF-Fonds hierzu wie die Bankprodukte der seit August 2006 geschlossenen Privatbank Reithinger. Der Vertrieb erfolgte oftmals über kaum ausgebildete Drückerkolonnen, für die in Spitzenzeiten bis zu 4.000 freie Vermittler tätig waren. Der Insolvenzantrag ist am 12. Dezember 2007 vom Finanzamt Hof gestellt worden; ein Ende ist allerdings noch nicht abzusehen.











