(openPR) Auf dem Weg zur Harmonisierung – Office Open XML wird zweiter ISO-Dokumentenstandard
Die Experten des Fraunhofer-Instituts FOKUS, eGovernment-Labor, begrüßen die Entscheidung der internationalen Organisation für Normung (ISO), den Dokumentenstandard Office Open XML (Ecma 376) neben ODF 1.0 (ISO/IEC 26300) als internationalen Standard anzuerkennen. Nach Abstimmung unter den nationalen Fachgruppen und nach Prüfung der Abstimmungsprozesse wurde laut Pressemeldung der ISO/IEC vom 1.4.2008 inzwischen auch auf internationaler Ebene mit 75 Prozent für die Aufnahme von Office Open XML (OOXML) gestimmt. Mit dieser Entscheidung ist ein wichtiger Schritt getan, um die Interoperabilität der beiden auf XML-basierenden Formate auf ISO-Ebene voranzutreiben.
“Wir begrüßen diese Entscheidung der ISO-Gremien ausdrücklich und sehen darin einen entscheidenden Schritt, Speicherung und Austausch von Dokumenten, Tabellen, Präsentationen unterschiedlicher Formate zu erleichtern,” skizziert Gerd Schürman, Leiter des Bereichs eGovernment bei Fraunhofer FOKUS und Vorsitzender der Arbeitsgruppe ‘Übersetzung von Dokumentenformaten’ im DIN-Ausschuss NIA 34 die jüngsten Entwicklungen. “Aus unserer Sicht als unabhängiges Forschungs- und Entwicklungsinstitut legen wir Wert darauf, dass die unterschiedlichen Technologien und Produkte interoperabel werden. Mit der Entscheidung der ISO werden beide Standards nach ISO-Regeln weiterentwickelt – zum Nutzen der Anwender.”
Für die Speicherung und den Austausch von elektronischen Dokumenten, Tabellen, Präsentationen etc. werden derzeit zwei Standards eingesetzt – Office Open XML, unterstützt von der Normungsorganisation ECMA, und ODF 1.0, entwickelt von OASIS. Beide Formate sind XML basiert, aber unterschiedlich in Aufbau und Umfang und berücksichtigen verschiedene Zielsetzungen und Marktanforderungen. Aus den Szenarien im Fraunhofer FOKUS eGovernment-Labor wird deutlich, wie wichtig die Existenz unterschiedlicher offener Standards nebeneinander ist – und es lässt sich nachweisen, dass ein nahtloses Arbeiten mit verschiedenen Technologien, Produkten und Standards in der Praxis möglich ist.
Die DIN-Expertengruppe NIA34 hat durch ihre solide fachliche Arbeit – ebenso wie viele andere Expertengruppen anderer Länder – erheblich
zur Qualitätsverbesserung des Standards beigetragen. So wurden mehr
als 85 Prozent der deutschen Verbesserungsvorschläge vollständig, weitere rund 10 Prozent teilweise in der verbesserten Version des Standards umgesetzt.
„Die internationale Zusammenarbeit der Experten verschiedener Länder im Rahmen der ISO hat sich erneut als geeigneter Rahmen für internationale Standards gezeigt, die auch den zeitlichen Anforderungen des Marktes z. B. durch Zusammenarbeit mit verschiedenen Standardisierungsorganisationen – wie Ecma und OASIS – Rechnung tragen können,“ so Gerd Schürmann.
Informationen
ISO – International Organization for Standardization – www.iso.org
DIN Deutsches Institut für Normung e.V. – www.din.de
OASIS Organization for the Advancement of Structured Information Standards – www.oasis-open.org
ECMA European Computer Manufacturers Association –
www.ecma-international.org
Beispiel-Projekt – ODF Translator
http://sourceforge.net/projects/odf-converter
Fachkontakt
Gerd Schürmann
Fraunhofer-Institut FOKUS
Tel +49 (0)30 3463 7213







