(openPR) Der Ölpreis bewegt sich auf sehr hohem Niveau seitwärts, der Mitte Woche begonnene, rasante Steigflug scheint vorerst beendet. Auslöser für den Preissprung dieser Woche ist die Offensive irakischer Truppen gegen Aufständische im Süden des Landes. Davon wird eine wichtige Rohöl-Pipeline zum Verladeterminal in Basra in Mitleidenschaft gezogen. Die gesprengte Pipeline soll während der kommenden Woche repariert werden können. Preisstreibend wirken zudem die US-Ölvorratszahlen dieser Woche. Sie liegen inzwischen unter den Vorjahreswerten. Bedenklich ist zudem die Raffinerie-Auslastung in den USA. Sie ist auf 82% gesunken. Die Raffinerie-Firmen scheinen frühzeitig dem wegen der US-Finanzkrise erwarteten Nachfrage-Rückgang mit abgeschalteten Anlagen begegnen zu wollen. Die Auswirkungen der noch immer nicht überschaubaren Finanzkrise sind vermutlich in den kommenden Wochen eine wichtige Grösse für die Ölpreis-Findung. Inzwischen rechnet man flächendeckend mit einer Abkühlung der (US-) Wirtschaft und sinkender Ölprodukte-Nachfrage – auch über die USA hinaus. Nicht betroffen davon scheinen vorerst die von der Finanzkrise unbeeindruckt hochtourig laufenden Volkswirtschaften in Fernost zu sein. Sie dürften den Absatz-Rückgang in den alten Industrieländern vorläufig kompensieren, was den Spielraum für deutlich günstigere Ölpreise einschränkt. Insgesamt ist aber die weltweite Versorgungs- und Vorratslage des Ölmarktes derzeit unproblematisch; ein tieferes Ölpreis-Niveau wäre aus dieser Optik durchaus möglich. Für nervöse Ölpreis-Bewegungen sind weiterhin die enormen spekulativen Engagements von Geldern verantwortlich, die seit einem halben Jahr aus den taumelnden Aktienmärkten in die Rohwaren hinein umgeschichtet werden. Sie verstärken die ohnehin starken Ölpreis-Bewegungen.













