(openPR) Ernst Pepping (1901-1981) ist einer der bedeutendsten protestantischen Kirchenmusiker des 20. Jahrhunderts. Wie für Arnold Schönberg hatten seiner theoretischen Meinung nach Politik und Kunst nichts miteinander zu tun. Doch Ernst Pepping hat dies in der Praxis genauso wenig durchgehalten wie Arnold Schönberg. 1947 komponierte Schönberg auf ergreifende Weise den „Überlebenden aus Warschau“. 1949 entstand, vor dem Hintergrund der völlig zerstörten Stadt Berlin, während der Blockade Ernst Peppings eindringlicher „Passionsbericht des Matthäus“.
Mit der Komposition verarbeitet Pepping deutsche Geschichte. Der „Passionsbericht des Matthäus“ ist bis zum Bersten gespannt zwischen Hoffnung auf Vergebung, der Notwendigkeit des Erinnerns und dem Grauen eines Verrats. Das alte Passions-Modell Bachs findet sich dabei in Peppings Werk nicht, denn er weiß: Der, der die Katastrophe erzählt, ist nicht einer. Alle haben sie mit eigenen Augen gesehen. Sie ist das Problem aller. Der Evangelist wird nicht von einem Solisten, sondern von einem Kollektiv gesungen. Und auch der gemarterte und gekreuzigte Mensch ist nicht einer, sondern viele. Ernst Pepping selbst weigerte sich hartnäckig, der NSDAP beizutreten, stand aber auf der so genannten „Gottbegnadeten-Liste“. Er unterrichtete Militärmusiker an der Hochschule, zog sich jedoch bald ins schützende Halbdunkel der Spandauer Kirchenmusikschule zurück. Er machte Kompromisse, um zu überleben, aber versuchte, sich politisch unsichtbar zu machen.
Der 1925 gegründete Rundfunkchor Berlin ist der älteste Rundfunkchor Deutschlands und zählt zu den weltweit renommiertesten Profichören. Sein breit gefächertes Repertoire reicht von der Renaissance bis zur Gegenwart, schwerpunktmäßig liegt die Arbeit bei chorsinfonischen Werken. Der Rundfunkchor Berlin konzertiert mit allen bedeutenden Orchestern und Dirigenten der Welt und ist regelmäßig auf allen wichtigen Konzertpodien zu Gast. Besonders intensive Partnerschaften verbinden ihn mit den Berliner Philharmonikern, dem Deutschen Symphonie-Orchester und dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin. Die Neueinspielung von Brahms’ „Deutschem Requiem“ in Zusammenarbeit mit den Berliner Philharmonikern unter Sir Simon Rattle gewann als „Beste Choraufführung“ den Grammy Award 2008. Im Rahmen seiner Veranstaltungsreihe „Broadening the Scope of Choral Music“ entwickelt der Rundfunkchor mit jährlich einem kunstübergreifenden, szenischen Projekt erfolgreich neue Erlebnisweisen und Präsentationsformen von Chormusik.
Ernst Pepping: Passionsbericht des Matthäus (1949)
Rundfunkchor Berlin
Stefan Parkman, Dirigent
Coviello Classics COV 40801
Aufführungen zur CD-Veröffentlichung |Broadening in Concert IV:
Radialsystem V, Berlin
Mi 27. Februar 2008, 20 Uhr
Fr 29. Februar 2008, 20 Uhr
Einführungen mit Boris Kehrmann an beiden Abenden um 19 Uhr
Publikumsgespräch „Nachgefragt“ am FR 29.2. um ca. 21.30 Uhr
(Moderation Stefan Lang, Deutschlandradio)
Hans-Werner Kroesinger, Regie
Valerie von Stillfried, Ausstattung
Rico Heidler, Licht
Rundfunkchor Berlin
Stefan Parkman, Dirigent
Tickets für die Konzerte: € 29,- und 25,-
Exklusive CD-Präsentation vor der 1. Aufführung:
Radialystem V, Berlin
Mi 27. Februar 2008, 19 Uhr
Gäste u. a. Stefan Parkman, Dirigent|Simon Halsey, Chefdirigent Rundfunkchor Berlin|Olaf Mielke, Coviello Classics|Prof. Dr. Rainer Cadenbach, Pepping-Gesellschaft
Um Anmeldung bis Mo 21. Februar 2008 wird gebeten bei:
Sabine Germann – Pressereferentin Rundfunkchor Berlin
Tel.: +49 (0)30-202987-562 | Fax: +49 (0)30-202987-569
E-Mail:






