(openPR) Die „älteren“ Leistungsträger der Wirtschaft können nicht länger ignoriert werden. Ihre Erfahrungen werden angesichts eines akuten Fachkräftemangels dringend gebraucht. Zu diesem Ergebnis kommen Prognosen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) und des Bundesverbandes der mittelständischen Wirtschaft (BVMW), die vor einer Wachstumsbremse warnen, weil in vielen Branchen die Fachkräfte rar werden.
Was die Berliner Interessenvertretungen des Mittelstandes warnend feststellen, diese Tendenz ist auch auf der kommenden Cebit 2008 in Hannover zu verzeichnen. Die IT-Branche, die als besonders jugendverliebt gilt, suchte und sucht händeringend nach qualifizierten Arbeitskräften. Selbst im Ausland werde derzeit nach Experten gesucht, so der DIHK. Doch diese Suche gestaltet sich schwierig angesichts der noch immer schwierigen bürokratischen Hürden, die ein ausländischer Arbeitnehmer überwinden muss, um in Deutschland seinen Job anzutreten.
Der Trend auf „erfahrene“ und damit meist ältere Mitarbeiter zu setzen, ist nicht nur auf die IT-Branche beschränkt, weis Winfried Neun, CEO der Allensbacher Neun Consulting Group aus der Beratungspraxis zu berichten. Er hat einen Trend festgestellt: Vor allem der Mittelstand entdecke derzeit mit Sorge, dass unentbehrliche Erfahrungen ihrer „älteren“ Mitarbeiter in Kürze in Rente gehen und der Nachwuchs nicht über die technischen und handwerklichen Kniffe verfügt, die in keinem Lehrbuch stehen, sondern nur in der Praxis vermittelt werden können. „Es ist an der Zeit, dass wir über die älteren Arbeitnehmer nachdenken, weil wir müssen, sprich, weil in Kürze einfach nicht mehr genügend jüngere Arbeitnehmer da sein werden“, so Neun.
Allein schon der Begriff „älter“ sei sanierungsbedürftig - genau genommen ist er einem lebenserfahrenen und arbeitswilligen Menschen gegenüber, der die 50 oder auch erst die 40 überschritten hat, regelrecht „despektierlich“, so Winfried Neun. Darum redet Neun auch von den Best Agern - und meint damit genau die Altersgruppe, die den Jüngeren an Berufs- und Lebenserfahrung so viel voraushaben, und von denen so viele Unternehmen und ebenso viele jüngere Arbeitnehmer nur lernen können.
Dass die bundesdeutsche Gesellschaft so langsam aber sicher überaltert, dies dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Schon heute sind über 45 Millionen Menschen in Deutschland über 45 Jahre alt. Welche Konsequenzen diese Überalterung auf den Arbeitsmarkt hat, das ist allerdings in der Praxis - und damit in den meisten Köpfen - noch nicht angekommen. Liest man Stellenanzeigen, so werden noch immer die Endzwanziger bis Mittdreißiger gesucht, mit Hochschulstudium und vorzugsweise zwanzig Jahren Berufserfahrung. Für Winfried Neun geht diese Ignoranz im Endeffekt zu Lasten der deutschen Wirtschaft. „Wir lassen das enorme Leistungs- und Erfahrungspotenzial der Best Ager täglich sehenden Auges ungenutzt“, so der Allensbacher Berater, der aber angesichts des Aufschwunges der Deutschen Wirtschaft fest davon überzeugt ist, dass nun verstärkt auf die Erfahrungen der älteren Arbeitnehmer gesetzt wird und werden muss. „Wir haben schlichtweg keine Alternative angesichts des sich anbahnenden dramatischen Fachkräftemangels“, so Winfried Neun.
„Es ist schlimm genug, dass wir über die „älteren Arbeitnehmer“ nachdenken, weil wir müssen, sprich, weil in Kürze einfach nicht mehr genügend jüngere Arbeitnehmer da sein werden“, ereifert sich Neun. „Allein schon der Begriff „älter“ ist sanierungsbedürftig - genau genommen ist er einem lebenserfahrenen und arbeitswilligen Menschen gegenüber, der die 50 oder auch erst die 40 überschritten hat, regelrecht despektierlich“. Darum redet Neun auch von den Best Agern - und meint damit genau die Altersgruppe, die den Jüngeren an Berufs- und Lebenserfahrung so viel voraus hat, und von denen so viele Unternehmen und ebenso viele jüngere Arbeitnehmer nur lernen können. „Die Best Ager, das sind die wahren Leistungsträger unserer Wirtschaft“, so Winfried Neun. Dabei geht es auch um die Entwicklung dringend benötigter neuer Arbeitsmarktmodelle, deren Forderung Neun hundertprozentig unterstützt, „um damit gleich allen Unkenrufen in Form von Kündigungsschutzdebatten bei Beschäftigten über 50 zuvorzukommen“.
Es werde Zeit, dass sich dieses Land über die 45+jährigen jenseits von Themen wie „Ernährung und Fitness im Alter“ , Seniorenportalen oder alternative Wohngemeinschaften Gedanken mache: „Es ist erschreckend“, gibt Winfried Neun zu bedenken, „wie vergleichsweise wenig Information über die Best Ager als Arbeitssuchende vorliegen; statt dessen finden Sie im Internet Informationen über die Best Ager als finanzstarke Kundengruppe. Das dürften sie nicht mehr lange sein, wenn wir sie nicht arbeiten lassen und damit endlich von ihrem reichen Fachwissen profitieren“.










