(openPR) Jeder zehnte Passagier mit Flugangst nennt als Grund die Gefahr terroristischer Anschläge. Das entspricht einem Anstieg von acht Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr (vgl. 1,9% in 2006). Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Deutschen Flugangst-Zentrums (DFAZ) in Alzey. An der jährlichen Onlinebefragung haben im Zeitraum September bis Dezember 2007 insgesamt 230 Personen teilgenommen. Die Untersuchung habe auch gezeigt, dass doppelt so viele Frauen (11,5%) wie Männer (5,7%) die Angst vor Terror angeben. „Diese Entwicklung bedeutet nicht, dass die reale Bedrohung tatsächlich zugenommen hat“, so Marc-Roman Trautmann, Diplompsychologe und Leiter des Zentrums. Es zeige vielmehr die psychologischen Auswirkungen der immer wiederkehrenden Sicherheitsdebatte und der dadurch entstehenden Skepsis. Menschen mit Flugangst seien aufgrund ihrer Sensibilität ein wichtiger Indikator für bestimmte Entwicklungen im Sicherheitsempfinden. Auf den ersten drei Plätzen der Angstauslöser an Bord haben die Befragten, laut Studie, das Gefühl des Ausgeliefertseins, die Gefahr eines Absturzes sowie Turbulenzen genannt.
Mehr Nichtflieger haben Angst
Zu ihrer Angstgeschichte befragt, geben mehr als zwei Drittel der Passagiere an, sie seien bereits mehrfach geflogen, und ihre Flugangst habe sich langsam, ohne einen besonderen Auslöser entwickelt. Nur rund 23% beschreiben ein subjektives Negativerlebnis während eines Fluges, das letztlich zu ihrer Angstsymptomatik geführt habe. Knapp 9% seien hingegen noch nie geflogen und hätten Angst vor dem Unbekannten. Auch bei dieser Gruppe zeige sich ein deutlicher Unterschied zwischen Männern (17,2%) und Frauen (5,1%). Der Anteil an Nichtfliegern, die Angst vor dem ersten Mal haben, habe damit im Vergleich zur letzten Studie zugenommen. Den Grund sieht Trautmann in einer veränderten Bedeutung des Fliegens. „Durch die weiter steigende Zahl an Preisangeboten und Verbindungen kann sich kaum jemand mehr dem Verkehrsmittel Flugzeug entziehen“, so der Psychologe. In der Folge würden sich viele erstmalig mit vorhandenen, aber bislang unerkannten Ängsten auseinandersetzen.
Menschen mit Flugangst suchen erst spät Hilfe
Nur knapp ein Viertel der Menschen mit Flugangst versucht das Problem in den ersten fünf Jahren zu bewältigen. Rund 79% warten, nach Angaben des DFAZ, länger als sechs Jahre. Ein Drittel trägt seine Ängste sogar mehr als 15 Jahre mit sich. An diesen Ergebnissen hat sich seit der letzten Befragung 2006 kaum etwas geändert. Das Problem ist, nach Expertenmeinung, dass die Ängste im Laufe der Zeit stärker werden und mehr und mehr zu privaten und beruflichen Einschränkungen führen. Das zeigten die Angaben über das Angstempfinden: Dieses sei bei Betroffenen unverändert hoch. So bewerten, laut Umfrage, auf einer Skala von eins bis zehn (1 = sehr gering, 10 = extrem stark) zwei Drittel ihre Angststärke mit mehr als „7“.
Die vollständigen Studienergebnisse sind unter www.fluggastberatung.de veröffentlicht.


















