(openPR) Berlin: Der Gesellschaftsphilosoph Timothy Speed fordert eine Grundsatzdiskussion über Alternativen zum weltweit geführten Antiterrorkampf, weil dieser längst mehr Schaden anrichte, als der Bevölkerung bewusst sei.
„Schon jetzt sind mehr Menschen durch den Kampf gegen den Terror umgekommen und längst ist ein größerer Schaden für Kultur und Ökonomie entstanden, als je durch den Terror einzelner Extremisten hätte verursacht werden können.“
Speed, der in seinem neuen Buch „Gesellschaft ohne Vertrauen“ einen reiferen Umgang mit der Angst fordert, warnt vor einer Phase der Regression in den westlichen Wertesystemen. Inzwischen stehe der Westen in vielen Teilen der Welt nicht mehr für humane Werte und Freiheit, sondern für Heuchelei, Arroganz und Verbrechen. Wer wolle sich da noch von der schönen Markenwelt des Westens bezaubern lassen, wenn die Flaggen westlicher Länder auf den Straßen iranischer Dörfer brennen?
Frieden und Freiheit werde laut Speed eben nicht in erster Linie durch den Export der Demokratie erreicht, sondern durch einen inneren Wandel des Westens zu glaubwürdigen Werten. Durch den Kampf gegen den Terror und die Ökonomisierung aller Lebensbelange in Zeiten großer Arbeitslosigkeit gingen diese zunehmend verloren.
Angesichts von Karikaturen-Streit und Atomwaffendiskussion in Deutschland und Frankreich schreibt er: „Je mehr wir gegen das vermeintlich Böse ankämpfen, umso mehr werden wir zu jenem Monster, dass wir fürchten. Wir erkennen nicht, dass die Ursache des Bösen die Unfreiheit auf beiden Seiten ist. Unser schlimmster Feind ist darum unsere innere Haltung. Gelingt es die Haltung des Westens zu verändern, ist Frieden möglich.“
Speed ist Gründer der International Human Rights School, einem Think-Tank für Gesellschaftsentwicklung und Trendforschung. Er befasst sich seit Jahren umfangreich mit friedlichen Konfliktlösungen, sowie mit der Belebung der gesellschaftlichen Gestaltungskraft.
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