(openPR) 2 junge Giraffen im Zirkus Voyage innerhalb weniger Tage tot - bei einer angeblich vorbildlichen Tierhaltung - auch Behörden sahen Giraffenhaltung kritisch - Vollzugsdefizit zur Umsetzung des Tierschutzgesetzes auf Länderebene - ITP reicht Strafanzeige ein
Die ITP beanstandet nunmehr seit 3 Jahren die angeblich vorbildliche Tierhaltung des Zirkus Voyage - insb. mehrfach in 2007 die Haltung u.a. zwei kranker Elefanten ( einer häufig mit Prominenten eingesetzt), sowie der Giraffen, Flußpferd wie auch der Pferde, Zebra und anderen mitgeführten Huftiere, bei der nach unserer Beobachtung die Mindestanforderungen der Zirkusleitlinien keineswegs erfüllt oder gar übertroffen werden, sondern aus unserer Sicht erhebliche Mängel bestehen.
Die von Sachverständigen erarbeiteten Zirkusleitlinien sind formulierte Mindestanforderungen unterhalb denen eine artgemäße Haltung nicht möglich gesehen wird.
Nachdem der Vollzug dieser bei fehlenden § 16 a TschG Maßnahmen der Behörden vor Ort langjährig scheitert - wie fehlende Verfügungen, umfassende Haltungsanordnungen, Auftritts- und Reiseverbot, Abgabe /Wegnahme von Tieren und auch die zwei kranken Elefanten weiter mitgeführt werden, hat die ITP nun mit dem Tod der seit Monaten beanstandeten 2 jungen Giraffen Bagira (~7 J.) und Naomi (~6 J.), Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet, weil den Tieren aus unserer Sicht durch erhebliche Mängel in der Tierhaltung erhebliche Schmerzen, Leiden und ggf. Schäden zugefügt wurden.
Eine Giraffe soll bereits am 19.4.07 in Flensburg notfallmäßig von einer Tierärztin behandelt worden sein. Giraffen sind äußerst empfiindliche Tiere schon in der Haltung von Zoos – die Haltung im Zirkus führt häufig zum frühen Tod der Tiere, wie auch jetzt bei beiden Voyage Giraffen oder Krone Giraffe, weshalb Fachleute die Haltung von Giraffen im Zirkus nicht für artgemäß möglich beurteilen und das Wildtierverbot fordern.
Die Stadt Heidelberg erteilte dem Zirkus bereits 9/04 ein Einreise- und Auftrittsverbot in die Stadt für die Giraffe Bagira. `Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz und die Bundestierärztekammer wiesen zu Recht darauf hin, dass der häufige Transport für diese großen Tiere eine besondere Belastung darstellt, negative Witterungseinflüsse nicht ausreichend vermieden werden können und die Möglichkeit zur Ausbildung und damit sinnvollen Beschäftigung der Tiere sehr gering sei.´
Nach Informationen aus Zirkuskreisen sollen beide Giraffen innerhalb von zwei Tagen in der letzten September Woche 2007 verstorben sein. Angebliches Herzversagen und Trauer bei der zweiten Giraffe werden in Zirkuskreisen und vom Zirkus angegeben, weil sie angeblich langjährig zusammen waren.
Jedoch kam der Giraffenbulle Bagira bereits 2003 im Alter von 3 Jahren aus einem anderen Zirkus zu Voyage und die Giraffenstute Naomi erst 2006. Die erforderlichen Haltungsbedingungen und Auflagen erfüllte der Zirkus nicht einmal für seine erste Giraffe Bagira, an verschiedenen belegten Standorten. Das Transportfahrzeug ist nicht als Stall für 1 Giraffe genehmigt - doch wurde es für 2 Giraffen regelmäßig als solcher benutzt. Erforderlich 24 qm Stallfläche. Der Transportwagen müsste dazu innen 12m x 2 m sein.
Darüberhinaus muss er für die kälte- und nässeempfindlichen Tiere unverzüglich nach Erreichung des Standortes ein Stallzelt aufbauen – doch an mehreren Standorten in den letzten Monaten wurden die Giraffen ausschließlich auf dem ohnehin zu kleinen und nicht genehmigten Transportfahrzeug als Stall und einem Außengehege ohne jegliche Gehegestrukturen für Kompfortverhalten für unbedingt notwendige Huf- und Hautpflege und Beschäftigung gehalten.
So z.B Cloppenburg 30.6.07 wo eine Giraffen ohne Witterungsschutz auf dem kalten Boden draußen lag.( stürmisch Windstärken bis 12, dass sein halbes Elefantenzelt abgedeckt und zerissen war -Temperatur-Tiefswerte 9-12 Grad und rel. Luftfeuchte von 70-90%)
Herzschwäche ist häufig Folge von verschleppten Infektionskrankheiten - wie beim Tod der Elefantenkuh Samba/Zirkus G.Althoff auch Herzschwäche angegeben wurde bei einer in der Sektion dann festgestellten verschleppten Lungenentzündung.
Regelmäßig befindet sich der Zirkus Voyage auch im Winterreisebetrieb in Berlin mit den kälteempfindlichen Wildtieren wie Elefanten, Zebra , Giraffen und dies Jahr auch mit Flußpferd und Nashorn. Für sein Anfang 2007 neu mitgeführtes Flußpferd Hedi hat er erst im Emsland Juni 07 über einen Spenderein „geeignet“ großen Container als Wasserbecken bekommen, in dem Hedi aber unbeheizt bei erforderlichen 17 Grad Wassertemepratur nun fast den ganzen Tag verharrt.
Dem Vollzug entziehen sich Zirkusbetriebe durch die häufigen wechselnden Zuständigkeiten von Behörden im Reisebetrieb sowie wechselnden Genehmigungsbehörden. So hat Voyage eine Reisegewerbekarte in Hagen wo er auch ursprünglich seine§ 11 Tierschutzgenehmigung hatte, aber das Winterquartier langjährig dort nicht aufsuchte und nur eine Briefkastenadresse besteht, behördlich abgemeldet wurde, sich wieder anmeldete, dann wechselte er nach Salzwedel wo er ein Winterquartier bezog und Anfang des Jahres dann aber in den Osten bei Leipzig, wo er aber weder Betriebssitz noch das Winterquartier für eine Zuständigkeit hatte und die vorhandenen Haltungseinrichtungen nicht überprüft worden sein konnten.
Warum diese Verschleierungstaktik mit wechselnden Zuständigkeiten, wenn die Tierhaltung doch so vorbildlich ist? Vielleicht weil er wegen fehlender geeigneter Haltungsbedingungen zunächst schon nicht die erforderliche Haltungsgenehmigung nach § 11 TschG für Bagira erhielt, die dann durch Ausschöpfung seiner Rechtsmittel 2004 unter Auflagen erteilt werden musste und er die zweite Giraffe Naomi mindestens in der Zeit von April 2006 bis 1/2007 über 9 Monate ohne Genehmigung mitführte und zur Schau gestellte und keine Haltungsgenehmigung bei seiner bisherigen Behörde bekam?
Die ITP bezweifelt, ob danach eine Haltungsgenehmigung für Naomi ergangen ist, insb. ohne weitere Prüfung unter den nicht ausreichenden Haltungsbedingungen. Zwei junge Giraffen im Zirkus sind tot, deren Haltung von Tierschutz und Behörden kritisch gesehen wurde. Der Zirkus wird seine vorbildliche Tierhaltung behaupten und auf zahlreiche behördliche Kontrollen„ohne Mängel“ verweisen. Die Dokumentation der ITP belegt anderes. Veterinärbehörden haben eine Garantenstellung zum Schutz der Tiere (Gutachten RA Rolf Kemper)
Wo waren sie seit den monatenlangen Beanstandungen der Giraffenhaltung? Und wo sind sie für die zwei mit Arthrosen und Deformierungen der Hinterbeine schwer geschädigten Elefanten, das Zebra ohne Witterungsschutz, das Flußpferd im kalten Wasserbecken und Pferde und andere Huftiere eingesperrt in Boxen ohne Auslauf? Sind sie nicht handlungswillig oder handlungsfähig bei lediglich ~300 Betrieben in Deutschland um das Problem Tierschutz im Zirkus in den Griff zu kriegen und reden es schön nach der 3 Affen Mentalität ? Tiere leiden und sterben hier zur Belustigung des Volkes.
Wer möchte da noch Gammelfleisch und größere wirtschaftliche Interessen und Lobby in Deutschland hinterfragen?
Hand in Hand Glückshof-ITP
Petra Schneider
0175 7551626










