(openPR) In den USA ist die Osteopathie eine anerkannte medizinische Disziplin. Bei uns gilt die so genannte manuelle Medizin als komplementärmedizinische Therapie und ist – wenn überhaupt - meist nur als „Geheimtipp“ gegen Rückenprobleme bekannt. Dabei kann die Osteopathie viel mehr als Rückenschmerzen kurieren.
Stuttgart, 5.9.2007. Die Behandlung ist angenehm: Ein leichtes Ziehen, vorsichtiges Tasten, ein sanfter Druck - mehr spüren Patienten bei einer osteopathischen Behandlung oft nicht. Denn der Therapeut diagnostiziert und behandelt nur mit seinen Händen.
Osteopathie ist ein Diagnose- und Behandlungskonzept, das davon ausgeht, dass alle Strukturen im Körper durch das Bindegewebe miteinander in Bezie-hung stehen. Die Strukturen müssen frei beweglich sein, um optimal zu funktionieren. Durch Verletzungen oder Mobilitätseinschränkungen entstehen Blockaden und damit Funktionsstörungen, die der Körper durch Gegenreakti-onen selbst auszugleichen versucht. Das kann am Ende zu ganz unterschiedli-chen Symptomen wie Schmerzen oder gestörten Organfunktionen etc. führen, die oft auf den ersten Blick nichts mit der eigentlichen Ursache zu tun haben.
Die Heilpraktikerin Brigitte Hummel, die in ihrer Naturheilpraxis in Wüstenrot bei Schwäbisch Hall seit 9 Jahren ausschließlich osteopathisch arbeitet, behandelt immer wieder solche Fälle: „Ich hatte z.B. einen Patienten, der unter unerklärlicher Heiserkeit litt. Als Auslöser fand ich eine Fußverletzung, die ähnlich wie ein Dominoeffekt Spannungen quer durch den ganzen Köper erzeugt hatte und schließlich die Oberkörper- und Halsstrukturen so verspann-te, dass die Stimme beeinträchtigt wurde.“
Wie werden solche Probleme diagnostiziert und behandelt? Der osteopathisch behandelnde Therapeut befragt den Patienten zunächst wie üblich nach Beschwerden, Vorerkrankungen und Lebensstil. Zur Diagnose überprüft er mit den Händen den ganzen Körper auf gestörte Strukturen. Anschließend werden diese Dysfunktionen mit bestimmten manuellen Techniken verändert, so dass die betroffenen Strukturen ihre Mobilität zurückgewinnen können. Dadurch wird der Körper angeregt, sich selbst zu regulieren, indem er die ursprüngliche Balance wieder herstellt, worauf Symptome wie Rückenschmerzen oder Migräne verschwinden können.
„Das hört sich zwar ganz einfach an, aber die Osteopathie ist eine äußerst komplexe Lehre,“ sagt Brigitte Hummel. „Wer osteopathisch arbeiten will, braucht ein sehr detailliertes anatomisches und physiologisches Wissen und eine große Sensibilität der Hände. Dazu kommen die vielen Techniken zur Diagnose und Behandlung, die gelernt und eingeübt werden müssen. Deshalb dauert eine seriöse Ausbildung berufsbegleitend 5 Jahre.“
In Deutschland gilt die Osteopathie als komplementärmedizinisches Verfahren, das nur von Ärzten und Heilpraktikern ausgeübt werden darf. Anders im Ausland: So ist Osteopathie in den USA, wo diese Therapie von dem Arzt Andrew Taylor Still (1828-1917) begründet wurde, eine anerkannte medizi-nische Disziplin. In Frankreich wird jedes Baby osteopathisch gecheckt, da man herausgefunden hat, dass insbesondere die Strukturen von Schädel, Nacken und Schultergürtel durch die starken Dreh-, Schub- und Druckkräfte bei der Geburt häufig aus dem Gleichgewicht geraten. Die betroffenen Babys werden dadurch oft so genannte „Schreikinder“ oder entwickeln Drei-Monats-Koliken – was sich durch eine osteopathische Behandlung meist vermeiden lässt.
Osteopathie kann bei vielen funktionellen Störungen helfen, z.B. bei Kopf-schmerzen, Rückenproblemen, Tinnitus oder Verdauungsstörungen. Manifeste Erkrankungen wie akute Infektionen, Krebs oder systemische Erkrankungen (z.B. Rheuma) sollten anders therapiert bzw. ärztlich behandelt werden.
Die Therapie verläuft bei jedem Patienten unterschiedlich. Eine Behandlungs-einheit dauert etwa eine Stunde. Die meisten Therapeuten behandeln ihre Patienten 1-2x pro Monat. Im Allgemeinen lassen die Beschwerden nach 3-5 Behandlungen deutlich nach. Eine Behandlung kostet zwischen 70 und 120 €. Gesetzliche Krankenkassen erstatten die Osteopathie nicht, private Kranken-kassen bzw. Zusatzversicherungen übernehmen jedoch in der Regel die Kosten teilweise.
Ärzte und Heilpraktiker mit einer vom Osteopathieverband VOD anerkannten Ausbildung sind gelistet unter www.osteopathie.de
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BU: In Frankreich wird jedes Baby osteopathisch gecheckt
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