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Rechtsextremistische slowakische Regierung

10.07.200717:49 UhrMedien & Telekommunikation

(openPR) Sehr traurig zeigen sich die Verhältnisse in der Slowakei seit der befremdenden Koalitionsregierung zwischen Ultranationalisten und der Linken Partei des Landes. Dies erinnert allzu stark an einen "alten Bekannten" mit seiner ehemaligen "Nationalsozialistischen Arbeiterpartei". Rechtsextremismus ist hier leider salonfähig, und ist staatliches Programm.

Besonders schlimm erwischt es hier die Ungarn. Zu erinnern sei hier an die (nach Protesten wieder aufgehobene) Gefängnisstrafe für die Führer einer ungarischen Touristengruppe wegen "illegaler Fremdenführung", oder die eigenartige Geschichte um die Ungarin Malina Hedvig, die von slowakischen Nationalisten verprügelt wurde. Zuerst verweigerten die Politiker jegliche Verurteilung, anschliessend wurde sie vom Gericht mit fadenscheinigen Gründen wegen Falschaussage verurteilt. Die Täter blieben unbehelligt.

Zunächst hatte es geheißen, Hedvig Malina sei am 25. August 2006 in Nitra von Unbekannten zusammen geschlagen worden, weil sie am Handy Ungarisch gesprochen habe. Die Täter sollen später auf ihre Bluse geschrieben haben: ,,Tod den Parasiten!“ und ,,Verschwindet auf die andere Donauseite!“ Die ungarische Slowakin soll sich mit Bauch- und Kopfverletzungen in ein Krankenhaus geschleppt haben.

Weder die Behörden, noch das Gericht machten sich die Mühe bei der Aufklärung der Sachlage bezüglich der Täter. Laut Fico reichten diese polizeilichen Ermittlungen, um das vermeintliche Opfer als Täterin zu entlarven.

Nachdem dieser Fall als rechtsextremer slowakischer Akt internationale Aufmerksamkeit zu erlangen drohte, wurde das Opfer nun als Täterin verklagt, während die Ermittlungen gegen die mutmasslichen Täter eingestellt wurden. Da Anfangs die Presse (jedoch nicht das Opfer selbst) behauptete, dass Hedvig Malina zur Tatzeit über das Handy telefoniert habe, wurde als "Beweis" vorgebracht, dass zu besagter Zeit gar kein Handygespräch stattgefunden habe. Es meldeten sich sowohl Zeugen, die den Vorgang bestätigten, als auch solche, die ihn dementierten. Weiter "Beweise" sollten DNA-Spuren des Opfers auf den zurückgesendeten Personalpapieren sein (Wer hat seine DNA-Spuren NICHT auf seinen Papieren?!), und die vom Blut des Opfers verschmierte Schrift sollte laut Graphologen ebenfalls vom Opfer stammen. (Fragt sich nur, wie sicher Graphologen Blutschmierereien zuornen können..). Besonders dreist ist die Behauptung, dass die Untersuchung des Gerichtsmediziners angeblich keine Hinweise auf Schläge oder eine Gehirnerschütterung ergeben haben, zumal von jenem Tag ein Foto existiert, auf welchem man deutliche Verletzungen an Kopf und Gesicht erkennen kann.

Béla Bugár, der Vorsitzende der Ungarischen Koalitionspartei, stellt sich auf die Seite von Hedvig Malina: ,,Es ist unerhört, dass die gerichtsmedizinische Untersuchung erst zehn Tage nach dem Angriff vorgenommen wurde. Kein Wunder, dass so viel später keine Spuren mehr gefunden wurden“, meint er. Die Befunde der Unfallchirurgie in Nitra, die die Slowakin nach dem Angriff behandelt hat, müssten die Verletzungen belegen.

Die 23-jährige ungarische Slowakin beharrt weiterhin auf ihrer Unschuld und ist bereit, sich einem Lügendetektorentest zu unterziehen. ,,Ich habe niemals behauptet, dass ich am Telefon Ungarisch gesprochen habe – ich wurde angegriffen, als ich einem Autofahrer den Weg erklärte. Meine Bluse war nicht verdreckt, weil ich einen Blazer anhatte, den die Angreifer mir dann vom Leib gerissen haben“, hält Hedvig Malina dagegen und fügt gegenüber der Tageszeitung Népszabadság hinzu: ,,Es ist erschreckend, dass man als unschuldiger Bürger auf der Straße überfallen wird, und anstatt nach den Schuldigen zu suchen, stellt die Polizei das Opfer als Täter dar.“ Sie sei in einem mehrstündigen Verhör dazu gedrängt worden, ihre Aussage zurückzunehmen.

Es fand sich sogar ein Zeuge namens Zdeno K., der nicht nur die rechtsextremistische Tat gegen die Ungarin bezeugte, sondern angab, einen der Täter, Robert B., zu kennen. Dieser Zeuge wurde wegen "Verleumdung" verklagt. Der Verteidiger des mutmasslichen Opfers, Roman Kvasnica, legte im Mai Berufung gegen den Richter wegen Befangenheit ein, dies wurde jedoch vom höchsten Richter des Landes, Dobroslav Trnka, abgelehnt.

Spectrum
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