openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Volksrepublik China: Regimekritischer Journalist seit einem Monat in Haft

(openPR) IGFM appelliert an chinesische Regierung, den Korrespondenten Jie Mu umgehend frei zu lassen

Nanjing / Frankfurt a. M., 01. Juli 2007 – Am 30. Mai 2007 wurde in Nanjing in der westchinesi-schen Provinz Jiangsu der chinesische Journalist Jie Mu verhaftet. Er ist Korrespondent der unabhängigen Nachrichtenagentur Boxun, die über Politik und Menschenrechtsverletzungen in China berichtet. Jie Mu hatte sich in der Vergangenheit kritisch über das kommunistische Re-gime geäußert und sich für die uneingeschränkte Pressefreiheit in China eingesetzt. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) protestiert gegen die Inhaftierung Jie Mus und ruft China auf, den Journalisten umgehend freizulassen.



Jie Mu wurde am 30. Mai zusammen mit seiner Frau He Fang inhaftiert, die jedoch nach vier Stunden wieder aus der Haft entlassen wurde. Nach Informationen der IGFM wurde die Wohnung des Paares von der Polizei durchsucht. Wie die örtlichen Behörden auf einer Pressekonferenz mitteilten, wird Jie Mu, der ein Pseudonym benutzt und bürgerlich Sun Lin heißt, beschuldigt, eine „kriminelle Vereini-gung“ angeführt und illegal Waffen besessen zu haben. Der Gründer der in den USA ansässigen Nachrichtenagentur Boxun, Watson Meng, betonte hingegen die Unschuld Jie Mus und ist von einer Inszenierung des Falles durch das Regime überzeugt.

„Die Anschuldigungen der chinesischen Behörden gegen Jie Mu sind ein Vorwand, den regimekritischen Korrespondenten aus dem politischen Verkehr zu ziehen, weil er für die von der chinesischen Regierung als feindselig eingestuften Boxun Nachrichtenagentur arbeitet“, erklärt Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM. Denn schon im März bekam Jie Mu Besuch von den Behörden, die ihn warnten, seine journalistische Tätigkeit weiter auszuführen. Die nun vorgebrachten Anklagepunkte gegen den unabhängigen Journalisten können in China mit einer lebenslangen Haftstrafe geahndet werden.

Seit vielen Jahren kämpft Jie Mu für demokratische Werte und engagiert sich für die Meinungs- und Pressefreiheit in China. Bekannt wurde der Journalist durch seine Interviews unter der chinesischen Bevölkerung, die eine zentrale Botschaft zum Ausdruck bringen sollen: „Jeder Bürger ist ein Reporter. Jeder Chinese hat das Recht, zu interviewen und über die Wahrheit zu berichten.“

Zu den zentralen Themen der Berichterstattungen von Jie Mu gehören die Unterdrückung der chinesischen Bevölkerung, der gewaltsame Abriss von Wohnungen und Häusern sowie die Habgier von Funktionären und örtlichen Interessengruppen. Durch die Behandlung sensibler Themen hat sich der Journalist des Öfteren den Unmut der kommunistischen Kader zugezogen. Der IGFM ist bekannt, dass nach einem kritischen Bericht über die gewaltsame Zerstörung von Häusern und Wohnungen in Yangzhou ein Auftragsmörder auf Jie Mu angesetzt wurde.

Vor seiner Tätigkeit bei Boxun arbeitete Jie Mu für einen staatlichen Fernsehsender, wurde jedoch wegen seiner „extremen Haltung“ entlassen. Auch die Herausgabe eines Magazins scheiterte an der Intervention der Behörden. 1989 musste sich der Journalist vor Gericht verantworten, weil er den strei-kenden Studenten der Demokratiebewegung Geld spendete. Nach Informationen der IGFM wurden auch Verwandte Jie Mus unter Druck gesetzt und gezwungen, den Korrespondenten von der Abkehr seiner regimekritischen Haltung zu überzeugen.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 142992
 1346

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Volksrepublik China: Regimekritischer Journalist seit einem Monat in Haft“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)

Bild: SR Vietnam: Sechs Katholiken und drei Oppositionelle verurteiltBild: SR Vietnam: Sechs Katholiken und drei Oppositionelle verurteilt
SR Vietnam: Sechs Katholiken und drei Oppositionelle verurteilt
IGFM: Insgesamt 23 Jahre Haft für drei Regimekritiker Cam Le / Frankfurt am Main (28. Oktober 2010) - Unter Ausschluss der Öffentlichkeit und ohne Zulassung der Verteidigung hat das vietnamesische Bezirksvolksgericht von Cam Le am 27. Oktober sechs Katholiken wegen "Störung der öffentlichen Ordnung" zu Haftstrafen von 9 bis 12 Monaten verurteilt, berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Sie hatten mit einer Trauerprozession gegen die Enteignung ihres Gemeindefriedhofs demonst-riert. Ferner hat das Volksgericht der…
Bild: Iran: Keine freie Lehre an iranischen Universitäten - Kritische Professoren werden inadäquat ersetztBild: Iran: Keine freie Lehre an iranischen Universitäten - Kritische Professoren werden inadäquat ersetzt
Iran: Keine freie Lehre an iranischen Universitäten - Kritische Professoren werden inadäquat ersetzt
Frankfurt am Main (21. Oktober 2010) - Die iranische Regierungspolitik unter Mahmud Ahmadinedschad schränkt die freie Bildung an iranischen Universitäten zunehmend ein. Dies berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt am Main. Verantwortlich für diese restriktive Bildungspolitik ist der Minister für Wissenschaft, Forschung und Technologie, Kamran Daneshjoo. Seine vielfältigen Maßnahmen zur Einschränkung der Hochschulen sollen alleine dem Zwecke dienen, den Einfluss der Regierung zu erweitern und stabilisie…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Tibet Initiative-Veranstaltung zur Friedensnobelpreisverleihung an Liu XiaoboBild: Tibet Initiative-Veranstaltung zur Friedensnobelpreisverleihung an Liu Xiaobo
Tibet Initiative-Veranstaltung zur Friedensnobelpreisverleihung an Liu Xiaobo
… Gesellschaft für bedrohte Völker) über Liu Xiaobo und Tsering Woeser, über ihren Mut als Dissidenten, über die menschenrechtliche Situation in der Volksrepublik China. Abschließend wird ein Brief von Tienchi Martin-Liao, Präsidentin des Unabhängigen Chinesischen PEN-Zentrums, zu Liu Xiaobo von Marina Evers verlesen. Gesamtmoderation der Veranstaltung: …
Terminhinweis - Buchmesse Frankfurt: ICT vergibt Journalistenpreis für China- und Tibet-Berichterstattung
Terminhinweis - Buchmesse Frankfurt: ICT vergibt Journalistenpreis für China- und Tibet-Berichterstattung
… Bayerischen Rundfunks in Berlin. Hauptrednerin der Veranstaltung ist Tienchi Martin-Liao, die Präsidentin des Unabhängigen Chinesischen PEN-Zentrums und in dieser Funktion Nachfolgerin des in der Volksrepublik China zu elf Jahren Haft verurteilten Träger des Friedensnobelpreises Liu Xiaobo. Thema ihres Vortrags: „Die Freiheit des Wortes in China und Tibet“ Den …
IGFM: Leben ist das erste Menschenrecht
IGFM: Leben ist das erste Menschenrecht
… von Neugeborenen und Abtreibungen kritisiert hatte. Der IGFM - Sprecher wies auch auf die vielfältigen Menschenrechtsverletzungen durch die „Ein-Kind-Politik“ in der Volksrepublik China und der „Zwei-Kind-Politik“ in der Sozialistischen Republik Vietnam hin. „Wenn es dabei Gemeinsamkeiten mit anderen Menschenrechtsorganisationen gibt, freuen wir uns …
Bild: VR China / Deutschland: Olympia in Peking – "Games of Shame" in FrankfurtBild: VR China / Deutschland: Olympia in Peking – "Games of Shame" in Frankfurt
VR China / Deutschland: Olympia in Peking – "Games of Shame" in Frankfurt
… hat die IGFM Flyer und Unterschriftenlisten für verfolgte Christen in China vorbereitet. Ziel der Veranstaltung ist es, nicht nur über die Menschenrechtssituation in der Volksrepublik China aufzuklären, sondern auch möglichst viele Menschen zu bewegen, ihre Fernsehgeräte während der gesamten Olympischen Spiele ausgeschaltet zu lassen, um so ihrem Unmut …
Menschenrechte in Tibet: 10 Jahre Haft für freie Rede
Menschenrechte in Tibet: 10 Jahre Haft für freie Rede
… Menschenrechtssituation in Tibet informieren. Die beiden Tibeter sind Anfang August im osttibetischen Lithang von chinesischen Behörden festgenommen und wegen "Gefährdung der Volksrepublik China, Spaltung und Zerrüttung des Mutterlandes" beziehungsweise "Zusammenarbeit mit ausländischen separatistischen Kräften" zu acht und zehn Jahren Haft verurteilt worden. …
Bild: SR Vietnam - Fünf Oppositionelle und Blogger in HaftBild: SR Vietnam - Fünf Oppositionelle und Blogger in Haft
SR Vietnam - Fünf Oppositionelle und Blogger in Haft
… angeschlossen, die Absicht zur Gründung von zwei neuen oppositionellen Parteien gehabt, an einem Seminar über Gewaltlosigkeit in Thailand teilgenommen, am Aufbau mehrerer regimekritischer Blogs mitgewirkt, so einige der Anklagepunkte gegen Dinh. Am 18. Juni präsentierte ein Polizeigeneral einen Videoabschnitt, der das angebliche Schuldbekenntnis des Rechtsanwalts …
Preview zum ARTE Themenabend „Menschenrechte in China“
Preview zum ARTE Themenabend „Menschenrechte in China“
… Herren, 1949 besetzten die Chinesen nicht nur Tibet, sondern auch Ost-Turkestan, von den Chi-nesen Xinjiang (Sinkiang) genannt. Die in der größten, offiziell autonomen Region der Volksrepublik China lebenden Uiguren werden seitdem systematisch von China unter-drückt – bis heute fast unbemerkt von der Weltöffentlichkeit. Sie dürfen ihre Sprache nicht sprechen, …
10. 000 Menschen fordern die Freilassung von Bangri Rinpoche
10. 000 Menschen fordern die Freilassung von Bangri Rinpoche
… vom Verein der Tibeter in Deutschland auf das Schicksal des tibetischen politischen Gefangenen Bangri Rinpoche aufmerksam. „Mit ihrer Wahl in den UN-Menschenrechtsrat ist die Volksrepublik China in der Pflicht, sich an den Prinzipien der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte zu orientieren. Das Schicksal von Bangri Rinpoche steht dazu im krassen …
International Campaign for Tibet begrüßt Ruf nach Freilassung Liu Xiaobos und aller politischen Gefangenen
International Campaign for Tibet begrüßt Ruf nach Freilassung Liu Xiaobos und aller politischen Gefangenen
… ihre Ideale mit Nachdruck. Wir begrüßen ausdrücklich die Forderung nach Freilassung aller politischen Gefangenen. Meinungsfreiheit und Offenheit sind unverzichtbar, um Konflikte in der Volksrepublik China zu lösen. Dies betrifft auch so zentrale Punkte wie die Tibetfrage.“ Unter den Unterzeichnern des Aufrufs ist auch die tibetische Schriftstellerin …
Bild: China: Angriff auf ARD-JournalistenBild: China: Angriff auf ARD-Journalisten
China: Angriff auf ARD-Journalisten
… auf die ARD Journalisten spricht Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM, von einem eindeutigen Beleg für die unverändert katastrophale Menschenrechtssituation in der Volksrepublik: „Das Pekinger Regime hat die versprochenen Verbesserungen keineswegs vorgenommen. Sowohl chinesische Bürger als auch ausländische Pressevertreter können in China ihre …
Sie lesen gerade: Volksrepublik China: Regimekritischer Journalist seit einem Monat in Haft