(openPR) Interview des Autos Enrico Dimontalban von Gottfried Wolmeringer
Wolmeringer: „Sehr geehrter Herr DiMontalban, sie haben ein Buch zu dem Thema Umweltkatastrophen und Gegenmaßnahmen mit dem Titel ‚Über den Wassern’ geschrieben. Ich treffe sie nun hier in Bangkok, wo sie für Recherchen zu einem weiteren Buch unterwegs sind. Was halten Sie vom neusten UN-Klimabericht?“
Dimontalban: „Es ist schlicht und einfach eine Farce. Die Katastrophe kaschiert man mit der Aussage: ‚Furchtbares kommt auf uns zu, lasst uns gemeinsam die Augen nicht ganz schließen, aber blinzeln. Dann wird es nicht so schlimm.“
Wolmeringer: „Wieso halten Sie diesen Bericht für so wenig brauchbar?“
Dimontalban: „Man geht nicht auf die wirklich wichtigen Sachverhalte ein und versucht die Teilnehmer mit laschen Umweltschutzzielen dazu zu bewegen überhaupt erst einmal mitzumachen.“
Wolmeringer: „Das wäre z.B. ?“
Dimontalban: „CO2 im Erdboden zu versenken, statt dafür zu sorgen, dass es genug Pflanzen gibt, die das CO2 verbrauchen. Am meisten enttäuscht mich die Aussage des Berichts, wir hätten noch 8 Jahre für Gegenmaßnahmen Zeit. Das ist schlicht und einfach ein völliges Verkennen unserer Lage. In Wirklichkeit hätten wir vor 8 Jahren mit massiven Maßnahmen beginnen müssen. Die Aussagen sind gerade so, als hätte der Klimawandel überhaupt noch gar nicht eingesetzt. Es ist nicht 5 vor 12 meine Herrn von der UN, es ist längst Halb Eins.“
Wolmeringer: “Also ist Ihrer Meinung nach der ganze Bericht wertlos?”
Dimontalban: „Das will ich damit nicht sagen. Durch solche Berichte wird die Allgemeinheit mehr und mehr sensibilisiert und diese gewaltigste Aufgabe in der Geschichte der Menschheit, wird erst einmal überhaupt als Aufgabe wahrgenommen. Der Bericht selbst entspricht im Niveau etwa dem Bericht ,Grenzen des Wachstums’ des Club of Rome aus dem Jahre 1972, von dem sich im Grunde nicht eine einzige Aussage bewahrheitete. Es wurde damals festgestellt, dass die wichtigsten Rohstoffe unweigerlich zur Neige gehen. Was ja auch richtig ist, nur der Zeitrahmen wurde völlig falsch gesetzt. So entstand der gegenteilige Eindruck von dem, was man eigentlich erreichen wollte. Da man Unrecht hatte, glauben die Menschen nun noch mehr daran, die Vorräte wären eigentlich unerschöpflich. Solche Dinge schaden nur und bringen uns nicht einen einzigen Schritt weiter.“
Wolmeringer: „Aber es werden doch konkrete Vorschläge gemacht, Treibhausgase senken durch Einsatz von Atomenergie. Noch ist alles bezahlbar, bis in etwa 8 Jahren.“
Dimontalban: „Ich bitte Sie! Selbst unsere Pisa geouteten Schulkinder wissen, dass bei der Gewinnung von Uran weit mehr CO2 und andere schädliche Stoffe frei werden, als für eine sinnvolle Energiegewinnung akzeptabel ist. Für mich tragen die Aussagen deutlich sichtbar das Siegel der Atomlobby, die sich vom Klimabericht einen Freibrief für den Bau weiterer Kernkraftwerke erhoffen. Der Unfall von Tschernobyl z.B. hat gewaltigen einen Schaden verursacht. Allein die Personenschäden nach westlichen Sätzen berechnet ergeben wahrhaft astronomische Summen. Würde man den Gesamtschaden wirklich reell berechnen, er würde den Wert von allem je erzeugten Kernstroms um das mehr als Hundertfache übersteigen. Zumal die Geschichte noch lange nicht am Ende ist. Der sogenannte Sarkophag ist praktisch schon wieder kaputt. Atomkraft, nein danke. Statt dessen sollte man lieber die Fusionsenergie der Sonne nutzen, die völlig kostenlos und reichlich zur Verfügung gestellt wird. In Form von Solaranlagen oder der nachwachsenden Rohstoffe z.B. die CO2-neutral sind.“
Wolmeringer: „Also ist man doch auf dem richtigen Weg.“
Dimontalban: „Eben nicht. Das zeigt das etwa zur gleichen Zeit geplante "Open Skies-Luftverkehrsabkommen“ zwischen der EU und den USA. Und vor allem die damit in Aussicht gestellte Chance billigerer Flüge, was wohl am ehesten den Wünschen und der Vorgehensweise unserer Entscheidungsträger entspricht.
Was macht es beispielsweise für einen Sinn, wenn Millionen Menschen alljährlich irgendwo ans Meer fliegen, sich dort eine Woche an den Strand legen und dann wieder mit Sonnenbrand zurückfliegen?“
Wolmeringer: „Aber was soll nun Ihrer Meinung nach getan werden?“
Dimontalban: „Bäume gepflanzt!”
Wolmeringer: „Sonst nichts?”
Dimontalban: „Es wird nicht genügen. Denn die Natur wird uns das Leben in Zukunft sehr schwer machen. Wir werden uns viel einfallen lassen müssen, wenn unsere Kinder noch auf diesem Planeten leben sollen. Aber wir könnten schon einmal damit anfangen Bäume zu pflanzen, Energie zu sparen und vorsichtiger mit der Welt umzugehen.“
Wolmeringer: „Windräder nicht zu vergessen.“
Dimontalban: „Lieber etwas sparsamer mit der Elektrizität umgehen.“
Wolmeringer: „Herzlichen Dank das Sie Zeit für ein paar Fragen hatten. Viel Erfolg bei der Recherche zu Ihren neuen Buch.“
Rom, 5.Mai.07
Klimabericht mehr als enttäuschend
Enttäuschend nennt der deutsche Klimaforscher und Bestsellerautor Enrico Dimontalban das Ergebnis des am 4. Mai in Bangkok veröffentlichten jüngsten UN-Klimaberichts. „Er entspricht im Niveau etwa dem Bericht ,Grenzen des Wachstums’ des Club of Rome aus dem Jahre 1972, von dem sich im Grunde nicht eine einzige Aussage bewahrheitete. ... Solche Aussagen bringen uns auch nicht einen einzigen Schritt weiter!“ kommentierte Herr Dimontalban den vorliegenden Bericht. Außerdem ist er auch der Meinung, dass dieser voller sachlicher Schwächen sei und die Zahl der mitarbeitenden Wissenschaftler etwa der Zahl der enthaltenen Fehlaussagen entspricht. Seiner Ansicht nach sind solche Berichte auch stets das Ergebnis politischer Ressentiments und Rücksichtnamen. Zumal, wenn man bedenkt, dass die wichtigsten Umweltsünder USA, China und Indien gar nicht aktiv beteiligt sind.
Am meisten enttäusche ihn die Aussage des Berichts, wir hätten noch 8 Jahre für Gegenmaßnahmen Zeit: „In Wirklichkeit hätten wir vor 8 Jahren mit massiven Maßnahmen beginnen müssen. Die Aussagen sind gerade so, als hätte der Klimawandel überhaupt noch gar nicht eingesetzt. Es ist nicht 5 vor 12 meine Herrn, es ist längst Halb Eins.“ Aber an dieser Stelle hat seiner Meinung nach der Wunsch, keine Hysterie in den Medien zu erzeugen, absolute Priorität. Zudem steht für ihn fest: „Umweltkonferenzen sind eigentlich nur Beschwichtigungsmaßnahmen für Umweltsünder.“
Seiner Meinung nach zeigt das etwa zur gleichen Zeit geplante "Open Skies-Luftverkehrsabkommen“ zwischen der EU und den USA und vor allem die damit in Aussicht gestellte Chance billigerer Flüge, viel deutlicher die Wünsche und die Vorgehensweise der Entscheidungsträger.
„Was macht es beispielsweise für einen Sinn, wenn Millionen Menschen alljährlich irgendwo ans Meer fliegen, sich dort eine Woche an den Strand legen und dann wieder mit Sonnenbrand zurückfliegen?“ fragt er lakonisch. Seiner Meinung nach müssen wir unsere Grundeinstellung total ändern, wenn die Menschheit überhaupt die geringste Chance haben soll, die nächsten 100 Jahre zu überdauern.
So weist er beispielsweise auf die Idee hin, man könne CO2 auch wie Atommüll unterirdisch lagern, in seinen Augen regelrechter Unsinn denn: „CO2 als Hauptnahrung unser Pflanzenwelt erfordert nur eine einzige Maßnahme, das Anpflanzen von Bäumen. Außerdem ist es ein Irrtum, wenn wir glauben, den CO2-Ausstoß ein wenig zu senken, hätte irgendeine Wirkung, da wir gleichzeitig die Wälder abfackeln und den Pflanzenwuchs im Meer zerstören. Wir müssten dagegen den CO2-Ausstoß auf 0 verringern und gleichzeitig durch Massenanpflanzungen den CO2-Gehalt der Atmosphäre senken, um eine positive Wirkung zu erzielen.“
Sein Fazit ist: Wir sind heute nicht einmal in der Lage für zwei Tage das Wetter sicher vorherzusagen. Welchen Wert sollten demnach Überlegungen haben, die wir über den Klimawandel anstellen?
Auch die Äußerungen bezüglich der Atomenergie haben Enrico Dimontalban maßlos enttäuscht. Er meint, selbst unsere Pisa geouteten Schulkinder wüssten bereits, dass bei der Gewinnung von Uran weit mehr CO2 und andere schädliche Stoffe frei werden, als für eine sinnvolle Energiegewinnung akzeptabel ist. „Das trägt deutlich sichtbar das Siegel der Atomlobby, die sich vom Klimabericht einen Freibrief für den Bau weiterer Kernkraftwerke erhofft.“ Dabei, so die Aussage des Bestsellerautors hätte allein der Unfall von Tschernobyl einen Schaden verursacht, der, würde man ihn wirklich reell berechnen, den Wert allen je erzeugten Kernstroms um das mehr als Hundertfache übersteigt. Statt dessen sollte man lieber die Fusionsenergie der Sonne nutzen, die völlig kostenlos und reichlich zur Verfügung gestellt wird.
„Wenn wir bedenken, wie viel CO2 völlig sinnlos ausgestoßen wird, beispielsweise bei militärischen Übungen, bei Brandstiftungen, bei Wettrennen, Feuerwerken und vielem ähnlichem mehr und um nur mal ein paar offensichtliche Dinge zu nennen, so ist der Klimabericht eigentlich ein Armutszeugnis. Da die einfachsten Möglichkeiten etwas für das Klima zu tun, gar nicht erst erwähnt werden und andere Sachen, die augenscheinlich falsch sind, gehäuft darin vorkommen.“
Aber etwas Positives bringt seiner Meinung nach auch dieser Klimabericht. Die Allgemeinheit wird mehr und mehr sensibilisiert und das größte Problem, das sich der Menschheit im Laufe ihrer Existenz bisher stellte, wird erst einmal überhaupt als Problem wahrgenommen. Die meisten Menschen jedoch, die jeden Tag um ihre Existenz kämpfen müssen, sind gar nicht in der Lage eine für das Klima positive Änderung ihrer Lebensgewohnheit herbeizuführen. Wie einfach wäre es dagegen für uns einmal einen Baum zu pflanzen oder auf eine Vergnügungsreise zu verzichten?
Daher zählt für Herrn Dimontalban ein allgemeiner Wertewandel zu den Grundvoraussetzungen um die Klimaprobleme bewältigen zu können, was er vor Jahren auch schon in seinem Buch „Über den Wasser“ (http://www.lulu.de/content/493461) beschrieb.
G. Wolmeringer
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