(openPR) Pressebericht
Sprachtrainer Sven Frank warnt vor einer neuen Kommunikationslücke in international tätigen Unternehmen: KI und Übersetzungsprogramme produzieren perfekte fremdsprachige E-Mails – doch spätestens im persönlichen Gespräch muss der Mensch selbst sprechen können.
Selzen. DeepL, Google Translate und generative KI haben die internationale Geschäftskommunikation grundlegend verändert. Innerhalb weniger Sekunden lassen sich heute professionell klingende E-Mails auf Englisch, Französisch oder Spanisch verfassen. Was die Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg erheblich erleichtert, kann jedoch zu einem neuen Problem führen: Die sprachliche Qualität einer Nachricht entspricht nicht zwangsläufig den tatsächlichen Sprachkenntnissen ihres Absenders.
Der Sprachtrainer und Speedlearning-Experte Sven Frank beschreibt diesen Effekt bewusst provokant mit dem Satz: „Mit Übersetzungsprogrammen täuschst du deinen Geschäftspartner.“
Gemeint ist damit nicht, dass die Verwendung von Übersetzungssoftware grundsätzlich eine Täuschung darstellt. Vielmehr könne unbewusst eine Erwartung entstehen, die im anschließenden persönlichen Kontakt nicht erfüllt werde.
„Wenn ich meinem Geschäftspartner über Wochen nahezu perfektes Englisch schreibe, geht er verständlicherweise davon aus, dass ich mich auf diesem Niveau auch mit ihm unterhalten kann“, erklärt Frank. „Problematisch wird es in dem Moment, in dem nach der perfekten E-Mail die Nachricht kommt: Shall we have a quick call?“
Perfekte E-Mail – Sprachlosigkeit im Videocall
Das Phänomen dürfte vielen Berufstätigen bekannt vorkommen. Eine fremdsprachige Nachricht kann in Ruhe formuliert, übersetzt und optimiert werden. In einer Videokonferenz, bei einem Messegespräch oder Geschäftsessen muss die Reaktion dagegen innerhalb weniger Sekunden erfolgen.
Genau hier sieht Frank eine der wichtigsten Herausforderungen des modernen Fremdsprachenlernens. Häufig fehle es Mitarbeitern nicht grundsätzlich an Sprachwissen. Sie verfügten durchaus über einen umfangreichen passiven Wortschatz, verstünden E-Mails und könnten Präsentationen nachvollziehen. Unter Zeitdruck sei dieses Wissen jedoch nicht schnell genug abrufbar.
Deshalb müsse Sprachtraining stärker auf die tatsächlichen Kommunikationssituationen des Berufsalltags ausgerichtet werden.
KI nicht abschaffen, sondern anders nutzen
Dabei plädiert Frank ausdrücklich nicht gegen künstliche Intelligenz und Übersetzungsprogramme. Im Gegenteil: Die neuen technischen Möglichkeiten könnten das Sprachenlernen erheblich erleichtern.
Entscheidend sei, KI nicht ausschließlich dazu einzusetzen, die eigene Sprachkompetenz zu ersetzen.
So könne beispielsweise eine mit KI optimierte englische Geschäftsmail anschließend zum persönlichen Trainingsmaterial werden. Der Mitarbeiter könne zentrale Formulierungen laut sprechen, deren Inhalt mit eigenen Worten wiedergeben und anschließend mit einer KI typische Rückfragen eines Kunden simulieren.
Aus einem Übersetzungsprogramm werde auf diese Weise ein individueller Sprachtrainer.
„Die entscheidende Frage lautet nicht, ob wir in Zukunft KI oder Fremdsprachenkenntnisse brauchen“, sagt Frank. „Interessanter ist die Frage, wie wir KI nutzen können, damit Menschen besser miteinander kommunizieren.“
Geschäftskommunikation ist mehr als Übersetzung
Besonders deutlich werde dies bei persönlichen Begegnungen. Während standardisierte Informationen problemlos übersetzt werden könnten, bestehe internationale Zusammenarbeit aus weit mehr als dem Austausch korrekter Sätze.
Smalltalk vor einem Meeting, spontane Rückfragen, Verhandlungen, ein gemeinsames Abendessen oder das Gespräch auf einer Messe seien Situationen, in denen Sprache auch Beziehung schaffe.
Genau deshalb sieht Frank trotz immer leistungsfähigerer Übersetzungstechnologien weiterhin einen hohen Stellenwert eigener Fremdsprachenkenntnisse.
Seine Empfehlung für Berufstätige ist einfach: Wer eine fremdsprachige Nachricht mithilfe einer KI erstellt, sollte anschließend prüfen, ob er deren Inhalt versteht, ihn mit einfacheren eigenen Worten ausdrücken und einige Minuten frei darüber sprechen könnte.
Vom Übersetzungsprogramm zum Trainingspartner
Mit seinen Vorträgen und Sprachtrainings möchte Sven Frank Unternehmen dafür sensibilisieren, den technologischen Wandel nicht als Ende des Fremdsprachenlernens zu betrachten. Vielmehr könnten KI, moderne Lernmethoden und aktives Sprachtraining miteinander verbunden werden.
Die zentrale Botschaft seiner Keynote bringt Frank auf einen Satz:
„Lass KI deine Kommunikation unterstützen – aber nicht deine Sprachkompetenz ersetzen.“
Denn so leistungsfähig Übersetzungsprogramme inzwischen auch seien: Spätestens beim nächsten Meeting, Geschäftsessen oder spontanen Videocall müsse nicht nur die Software, sondern auch der Mensch kommunizieren können.




















