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Sommerprognose: Zaghafte Erholung, aber viel Gegenwind

11.06.2026 • 10:23 Uhr • Politik, Recht & Gesellschaft
Bild: Sommerprognose: Zaghafte Erholung, aber viel Gegenwind

(openPR) (...) charakteristisch waren –, dürften vor allem die öffentlichen Konsum- und Investitionsausgaben anziehen. Demgegenüber bleibt die private Investitionstätigkeit schwach, und auch die Beschäftigungsperspektiven haben sich deutlich eingetrübt.

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Die deutlich gestiegenen Rohstoffpreise infolge des Irankriegs führen derzeit zu spürbaren Kaufkraftverlusten, die die wirtschaftliche Entwicklung hemmen. „Die Folgen des Irankriegs dämpfen die Wirtschaftsleistung“, erklärt Moritz Schularick, Präsident des Kiel Instituts. „Der Anstieg der Rohstoffpreise erweist sich als persistenter, was die wirtschaftliche Dynamik bis in das kommende Jahr hinein belasten wird.“

Jetzt Konjunkturprognosen lesen:

Deutsche Wirtschaft im Sommer 2026: Wenig Schwung – Erhöhte Risiken (https://www.kielinstitut.de/de/publikationen/deutsche-wirtschaft-im-sommer-2026-wenig-schwung-erhoehte-risiken-19844/)

Weltwirtschaft im Sommer 2026: Konjunktur weiter im Zeichen des Irankriegs (https://www.kielinstitut.de/de/publikationen/weltwirtschaft-im-sommer-2026-konjunktur-weiter-im-zeichen-des-irankriegs-19846/)

Auch die grundlegenden Probleme der deutschen Wirtschaft bestehen fort. So haben sich die Exporte zwar zuletzt stabilisiert und werden wohl allmählich wieder einen moderaten Expansionskurs einschlagen. Von einer dynamischen Erholung kann jedoch nach den Rückgängen der vergangenen Jahre nach wie vor keine Rede sein. „Die nachlassende Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft wird weitere Verluste an Weltmarktanteilen nach sich ziehen“, sagt Stefan Kooths, Konjunkturchef des Kiel Instituts. „Gemessen an früheren Aufschwüngen fallen die erwarteten Zuwächse mager aus. Ohne durchgreifende standortstärkende Reformen driftet die deutsche Wirtschaft in ein Fahrwasser aus erlahmenden Wachstumskräften mit sich verschärfenden Verteilungskonflikten.“

Steigende Inflation, moderater Zuwachs bei Exporten

Der deutliche Anstieg der Rohstoffpreise macht sich in einer gestiegenen Inflationsrate bemerkbar. Für das laufende Jahr rechnet das Kiel Institut mit 2,8 Prozent, auch im kommenden Jahr wird die Inflation mit 2,3 Prozent erhöht bleiben. Der Zuwachs bei den Exporten fällt mager aus: Aufs Jahr gerechnet dürften die Exporte nur leicht um 1,8 Prozent zulegen.

Privater Konsum kommt kaum voran, Bauinvestitionen steigen leicht

Der private Konsum steigt hingegen kaum, weil höhere Rohstoffpreise Kaufkraft kosten. Das macht sich unter anderem am eingetrübten Konsumklima bemerkbar. Für das laufende Jahr wird mit einem leichten Plus von 0,3 Prozent gerechnet, im kommenden Jahr fällt die Zunahme mit 0,4 Prozent kaum größer aus. Bei den Bauinvestitionen ist der Zuwachs auch aufgrund der gestiegenen Rohstoffpreise gedämpft: Insgesamt wird für 2026 – trotz des Infrastruktur-Sondervermögens – lediglich ein Zuwachs um 0,3 Prozent erwartet, für 2027 wird ein Plus von 1,9 Prozent prognostiziert.

Eingetrübte Aussichten für den Arbeitsmarkt, steigende Staatsverschuldung

Die Aussichten für den Arbeitsmarkt haben sich derweil eingetrübt. Die Zahl der Erwerbstätigen dürfte am Ende des Prognosezeitraums um 330.000 Personen niedriger ausfallen als noch im Frühjahr prognostiziert, das Kiel Institut rechnet im Jahresdurchschnitt mit einer Arbeitslosenquote von 6,3 Prozent, im kommenden Jahr ist ein leichter Rückgang auf 6,2 Prozent zu erwarten. Zugleich weiten sich die Fehlbeträge in den öffentlichen Kassen deutlich aus: Der expansive Kurs der Finanzpolitik lässt das Budgetdefizit von 2,8 Prozent in Relation zum Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2025 auf 4,1 Prozent im Jahr 2027 steigen.

Weltwirtschaft: Vorübergehend spürbare Abschwächung

Die Weltwirtschaft legt laut Prognose des Kiel Instituts im laufenden Jahr nur noch um 2,8 Prozent zu (2025: 3,4 Prozent). Maßgeblich hierfür ist ein Einbruch der Produktion in den Ländern am Persischen Golf, während sich die Konjunktur in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften sowie in den meisten Schwellenländern nur leicht verlangsamt. Für 2027 ist unter der Voraussetzung einer Beilegung des Konflikts mit dem Iran wieder mit einem Anstieg um 3,3 Prozent zu rechnen.

Jetzt Konjunkturprognosen lesen:

Deutsche Wirtschaft im Sommer 2026: Wenig Schwung – Erhöhte Risiken (https://www.kielinstitut.de/de/publikationen/deutsche-wirtschaft-im-sommer-2026-wenig-schwung-erhoehte-risiken-19844/)

Weltwirtschaft im Sommer 2026: Konjunktur weiter im Zeichen des Irankriegs (https://www.kielinstitut.de/de/publikationen/weltwirtschaft-im-sommer-2026-konjunktur-weiter-im-zeichen-des-irankriegs-19846/)

Unser Themendossier Konjunktur (https://www.kielinstitut.de/de/themen/konjunktur/) gibt eine Übersicht über alle unsere Prognosen.

Mehr Infos zur Kiel Institut-Forschungsgruppe Konjunktur und Wachstum (https://www.kielinstitut.de/de/institut/forschungszentren/makrooekonomie/konjunktur-und-wachstum/).

Medienkontakt:
Elisabeth Radke
Head of Outreach
T +49 431 8814-598
E-Mail

Kiel Institut für Weltwirtschaft

Standort Kiel
Kiellinie 66
24105 Kiel

Standort Berlin
Chausseestraße 111
10115 Berlin

Kontakt
+49 431 8814-1
www.kielinstitut.de

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Stefan Kooths
Direktor Konjunktur und Wachstum
T +49 431 8814-579
E-Mail

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