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Kiel Institut Winterprognose 2025: Massive Defizite, schwache Dynamik

Bild: Kiel Institut Winterprognose 2025: Massive Defizite, schwache Dynamik

(openPR) „Die vielen strukturellen Probleme im Sozialsystem, die Überbürokratisierung oder der Rückstand bei Künstlicher Intelligenz und anderen modernen Technologien lassen Deutschlands Wirtschaft auf der Stelle treten“, sagt Moritz Schularick, Präsident des Kiel Instituts (https://www.kielinstitut.de/de/expertinnen-und-experten/moritz-schularick/). „Es ist insgesamt enttäuschend, dass wir für das kommende Jahr nicht mehr als ein Prozent Zuwachs erwarten können, obwohl die Bundesregierung hohe Schulden aufnimmt und die staatlichen Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung erhöhen will.

„Ohne wachstumsstärkende Reformen kann sich kein selbsttragender Aufschwung einstellen. Für die Unternehmen stehen hinter den Standortfaktoren weiterhin zu viele Fragezeichen, um sich hierzulande wieder stärker zu engagieren“, sagt Stefan Kooths, Konjunkturchef des Kiel Instituts (https://www.kielinstitut.de/de/expertinnen-und-experten/stefan-kooths/). „In dem Maße, wie die zuletzt kräftigen Lohnzuwächse vermehrte Abfindungszahlungen widerspiegeln, ist das ein weiteres Krisensignal aus den industriellen Kernbereichen. Unternehmen, die sich heute von Personal trennen, sehen in absehbarer Zukunft keine Chancen auf Besserung. Das ist eine Misstrauenserklärung an den Standort Deutschland.“

Jetzt Konjunkturprognosen lesen:

Deutsche Wirtschaft im Winter 2025: Sand im Getriebe, Staat auf dem Gaspedal/https://www.kielinstitut.de/de/publikationen/deutsche-wirtschaft-im-winter-2025-sand-im-getriebe-staat-auf-dem-gaspedal-19205/?

Weltwirtschaft im Winter 2025: Gegenwind hält an – Expansion bleibt mäßig/https://www.kielinstitut.de/de/publikationen/weltwirtschaft-im-winter-2025-gegenwind-haelt-an-expansion-bleibt-maessig-19207/?

Arbeitslosenquote geht zurück, Staatsschulden steigen

Der Arbeitsmarkt wird sich mit der anziehenden wirtschaftlichen Dynamik wieder fangen und die Arbeitslosenquote von 6,3 Prozent im laufenden Jahr auf 5,9 Prozent im Jahr 2027 zurückgehen. Das Budgetdefizit des Staates wird von 2,4 Prozent (2025) auf 4,0 Prozent (2027) in Relation zum BIP steigen. Die öffentlichen Schulden nehmen bis zum Jahr 2027 auf 65,4 Prozent in Relation zum BIP zu.

Die Inflationsrate bewegt sich um den Zielbereich der Europäischen Zentralbank mit 2,2 Prozent (2025), 1,8 Prozent (2026) und 2,1 Prozent (2027).

Private Investitionen mit wenig Dynamik

Die Unternehmensinvestitionen schrumpfen 2025 das zweite Jahr in Folge. Ab dem kommenden Jahr dürften sie moderat um 2,9 Prozent (2026) bzw. 3,5 Prozent (2027) zulegen. Für eine durchgreifende Erholung bleibt die Investitionstätigkeit der Unternehmen aber zu schwach.

Auch die Bauinvestitionen durchschreiten eine sehr tiefe Talsohle. Trotz steigender Aktivität dürften sie 2027 immer noch 13 Prozent niedriger sein als 2020.

Anstiege bei Exporten und privatem Konsum

Der private Konsum steigt im laufenden Jahr um voraussichtlich 0,8 Prozent und in den kommenden beiden Jahren mit ähnlichen Raten. Die Exporte dürften 2025 leicht sinken (-0,2 Prozent). Für die kommenden Jahre rechnet das Kiel Institut mit moderaten Anstiegen um 0,9 (2026) bzw. 1,6 Prozent (2027). Damit gehen aufgrund von Zollkonflikten und einer gesunkenen Wettbewerbsfähigkeit vor allem gegenüber China weiterhin Weltmarktanteile verloren.

Weltwirtschaft: Moderate Zuwächse

Die Weltwirtschaft legt laut Prognose des Kiel Instituts im laufenden und kommenden Jahr um gut 3 Prozent zu. Dabei verliert die Dynamik in den Vereinigten Staaten und im Euroraum zunächst an Fahrt, während die Konjunktur in China nicht in Schwung kommt.

Mehr zum Thema Konjunktur und Wachstum:

Am 18. Dezember 2025 veröffentlichen wir unsere Mittelfristprognose und bieten in einem Online-Hintergrundgespräch mit Stefan Kooths und seinem Team tiefere Einblicke in aktuelle Makrothemen und die erwartete Entwicklung bis 2030. Zur Anmeldung: https://www.kielinstitut.de/de/veranstaltungen/seminare-vortraege-workshops/konjunktur-und-wachstum-in-deutschland-ausblick-bis-2030/

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Unser Themendossier Konjunktur (https://www.kielinstitut.de/de/themen/konjunktur/) gibt eine Übersicht über alle unsere Prognosen.

Mehr Infos zur Kiel Institut-Forschungsgruppe Konjunktur und Wachstum: https://www.kielinstitut.de/de/institut/forschungszentren/makrooekonomie/konjunktur-und-wachstum/

Medienkontakt:
Mathias Rauck
Chief Communications Officer
T +49 431 8814-411
E-Mail

Kiel Institut für Weltwirtschaft

Standort Kiel
Kiellinie 66
24105 Kiel

Standort Berlin
Chausseestraße 111
10115 Berlin

Kontakt
+49 431 8814-1
www.kielinstitut.de

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Stefan Kooths
Direktor Konjunktur und Wachstum
T +49 431 8814-579
E-Mail

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