openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Von der Geometrie des Lichts

06.05.202616:14 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Von der Geometrie des Lichts

(openPR) Die Quantengeometrie ist ein mathematisches Werkzeug mit dem sich Quantenzustände beschreiben lassen, wenn sich die Parameter eines Systems verändern. Diese abstrakte geometrischen Beschreibung hilft Forschenden beispielsweise dabei, Eigenschaften in Quantenmaterialien besser zu verstehen oder die Genauigkeit von Messungen in Quantenmetrologie zu verbessern. Ein deutsch-japanisches Forscherteam unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für die Physik des Lichts, Erlangen und des Advanced Institute for Materi als Research der Tohoku-Universität, Sendai hat die Quantengeometrie auf photonische Systeme angewendet und mit ihrer neuen Methode den Werkzeugkoffer für die topologische Photonik erweitert. Ihre Ergebnisse wurden in Physical Review Research veröffentlicht.

Die Quantengeometrie beschreibt Quantenzustände in Systemen mit sich ändernden Systemparametern. Ein Elektron, das sich in einem Magnetfeld dreht, dessen Richtung sich langsam ändert, wäre so ein System mit sich ändernden Systemparametern. Der Zustand des Elektrons entwickelt sich weiter, und diese Veränderung wird durch den sogenannten quantengeometrischen Abstand quantifiziert. Mithilfe dieser abstrakten geometrischen Beschreibung lässt sich beispielsweise die Supraleitung – darunter versteht man die widerstandslose Leitung von Strom – in exotischen Quantenmaterialien erklären. Ein anderes Beispiel findet sich in der Quantenmetrologie: Durch die Anwendung der Quantengeometrie können grundlegende Grenzen für die Messgenauigkeit erweitert werden. In einem internationalen Forschungsprojekt haben Anton Montag, Doktorand am Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts, Erlangen, und Dr. Tomoki Ozawa, ein weltweit führender Experte für topologische Photonik des Advanced Institute for Materials Research der Tohoku-Universität, Sendai, die Quantengeometrie erstmals auf nicht hermitesche photonische Systeme angewendet.

Nicht-hermiteschen Beschreibungen von Systemen sind im Gegensatz der herkömmlichen Betrachtung von geschlossenen physikalischen Systemen deutlich komplexer: Sie berücksichtigen den Austausch zwischen dem System und seiner Umgebung. So fließen wichtige zusätzliche Eigenschaften wie beispielsweise der Intensitäts- oder Energiegewinn und -verlust in diesen mathematischen Ansatz ein. In den letzten Jahren hat sich das Forschungsfeld nicht-hermitescher topologischer Systeme rasant entwickelt und weitreichende Erkenntnisse für die Experimentalphysik geliefert. Zahlreiche theoretische Vorhersagen wie der nicht-hermitesche Skin-Effekt, die Trichterbil-
dung von Licht oder die unidirektionale Unsichtbarkeit wurden in photonischen Experimenten verifiziert.

Montag und Ozawa haben untersucht, ob „quantengeometrische“ Effekte das Verhalten von nicht-hermiteschen Systemen photonischen Systemen beeinflussen und damit einen neuen Grad der Komplexität in die mathematische Beschreibung ein- gebracht. Die Wissenschaftler veröffentlichten kürzlich drei wesentliche Erkenntnisse. Künstliche Potentiale für Licht – Wenn polarisiertes Licht ein anisotropisces Medium durchläuft (ein Medium, das in verschiedene Richtungen unterschiedliche Eigenschaften hat), in dem die Intensitätsänderung von der Polarisation des Lichts abhängt, bewegt es sich nicht geradlinig, sondern wird abgelenkt. Der Weg wird dabei durch die „Quantengeometrie“ bestimmt. Durch die nicht-hermiteschen Erweiterungen kann man nun auch steuern, wie stark das Licht dabei an Intensität gewinnt oder verliert – sozusagen ein programmierbares künstliches Potenzial für Licht.Direkte Messung der Quantenmetrik – Das deutsch-japanische Team hat eine Methode entwickelt, mit der die Quantenmetrik direkt experimentell messbar ist. Dabei liegt folgendes Prinzip zugrunde: Man regt ein photonisches System mit einem schwachen periodischen Signal an und misst die Antwort des Systems. Durch die Anregung entsteht ein wenig Licht, das aus dem System austritt. Die Intensität dieses austretenden Lichts ist direkt proportional zur Quantenmetrik – man kann sie quasi einfach ablesen.

„Für die vorliegende Fragestellung war die Zusammenarbeit mit der japanischen Gruppe eine ideale Konstellation. Dr. Tomoki Ozawa brachte seiner außergewöhnliche Expertise in der topologischen Photonik ein, während die Erlanger Gruppe um Dr. Flore Kunst den Schwerpunkt aus dem Bereich ›Nicht-Hermitesche topologische Phänomene‹ ergänzt“, sagt Anton Montag. „Das Ergebnis begeistert mich sehr, da es sich grundlegend von den Situationen der (gewöhnlichen) hermitischen Quantenmechanik unterscheidet und damit eine einzigartige Eigenschaft nicht-hermitischer Systeme hervorhebt“, ergänzt Tomoki
Ozawa.

In den letzten Jahren hat die experimentelle topologische Photonik enorme Fortschritte gemacht. Viele der Vorhersagen können direkt experimentell überprüft werden. Auf der anderen Seite liefern die künstlichen Potentiale für Licht einen neue Designmöglichkeiten für photonische Systeme. Das gleiche Prinzip gilt auch für extrem kalte Gase aus Atomen. Dort werden solche künstlichen Potenziale beispielsweise genutzt, um künstliche Magnetfelder zu erzeugen. Atomverluste aus dem Gas – bisher als Problem betrachtet – könnten nach dieser Theorie gezielt genutzt werden, um nicht-hermitesche Effekte in ultrakalten Atomgase zu erzeugen.

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Anton Montag
Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts, Erlangen
Forschungsgruppe ›Nicht-Hermitesche topologische
Phänomene‹ / Dr. Flore Kunst
www.mpl.mpg.de / E-Mail

Dr. Tomoki Ozawa
Advanced Institute for Materials Research at Tohoku
University, Sendai / Ozawa Group
https://www.wpi-aimr.tohoku.ac.jp/en/
E-Mail

Originalpublikation:
A. Montag, T. Ozawa. Quantum geometrical effects in
non-Hermitian systems. Phys. Rev. Research 8 (2026).
DOI: https://doi.org/10.1103/qb8s-9c6y

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 1311239
 131

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Von der Geometrie des Lichts“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von idw - Informationsdienst Wissenschaft

Bild: Wie Wasserflöhe ihre Fressfeinde aufspürenBild: Wie Wasserflöhe ihre Fressfeinde aufspüren
Wie Wasserflöhe ihre Fressfeinde aufspüren
Die Forschenden arbeiteten mit drei Daphnien-Arten, die nicht nur von unterschiedlichen Fressfeinden bedroht werden, sondern deren Räuber auch verschiedene chemische Signale aussenden und so unterschiedliche Verteidigungsreaktionen auslösen. Daphnia magna wird in Anwesenheit der Urzeitkrebse Triops kugelrund; Daphnia longicephala macht sich durch einen vergrößerten Kopf weniger handhabbar für Rückenschwimmer; und Daphnia lumholtzi lässt sich verlängerte Kopfdornen und Schwanz-Stachel zur Verteidigung gegen Stichlinge wachsen. Dass die Räuber…
Bild: Schöner Wohnen: Neu entdecktes Myxobakterium in einer Cyanobakterien-WG betreibt FotosyntheseBild: Schöner Wohnen: Neu entdecktes Myxobakterium in einer Cyanobakterien-WG betreibt Fotosynthese
Schöner Wohnen: Neu entdecktes Myxobakterium in einer Cyanobakterien-WG betreibt Fotosynthese
Forschende des Leibniz-Instituts DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH haben die sogenannte Cyanosphäre, die „Wohngemeinschaft“ von Cyanobakterien, hochaufgelöst untersucht. Der Schwerpunkt lag dabei auf der Identifizierung bisher unbekannter Begleitbakterien, die entscheidend zur Vitalität der Cyanobakterien beitragen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf einem neu entdeckten Myxobakterium, das in der Lage ist Fotosynthese zu betreiben. Ihre Ergebnisse publizierten die Forschenden rund um Prof. Dr. Jörn Petersen au…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Die Krieger des Lichts punkten beim Corporate Design der EmslandArenaBild: Die Krieger des Lichts punkten beim Corporate Design der EmslandArena
Die Krieger des Lichts punkten beim Corporate Design der EmslandArena
Nürnberg, den 13.08.2012 – Die Designagentur Die Krieger des Lichts aus Nürnberg haben aufgrund ihrer Erfahrung im Bereich Corporate Communications den Zuschlag erhalten, den kompletten Auftritt der neuen Multifunktionshalle EmslandArena in Lingen zu entwerfen. „Wir freuen uns sehr über diesen Auftrag, denn hier sind Ideen gefragt, die die Themen Corporate …
Bild: Neue Flankenwendeplatte mit PL-Geometrie – eine leichter schneidende Lösung für das VerzahnungsfräsenBild: Neue Flankenwendeplatte mit PL-Geometrie – eine leichter schneidende Lösung für das Verzahnungsfräsen
Neue Flankenwendeplatte mit PL-Geometrie – eine leichter schneidende Lösung für das Verzahnungsfräsen
Sandvik Coromant hat eine neue, leicht schneidende Wendeschneidplatte mit PL-Geometrie entwickelt, die den Anwendungsbereich des präzisen Verzahnungsfäsers CoroMill® 170 erweitert. Da mit ihrer Hilfe die Schnittkräfte reduziert werden können, ist die PL-Geometrie vor allem eine hervorragende Option für kleinere Verzahnungsfräsmaschinen. Zudem werden …
Bild: BILD und Weltbild verlegen „Bibel des Lichts“ zu Weihnachten 2007Bild: BILD und Weltbild verlegen „Bibel des Lichts“ zu Weihnachten 2007
BILD und Weltbild verlegen „Bibel des Lichts“ zu Weihnachten 2007
Augsburg, 30. Oktober 2007 - Glasschmuckelemente zieren den Einband Kunstvolles Spiel von Licht und Farben in Kirchenfenstern ­- diese Motive greift die neue „Bibel des Lichts“ von Europas größter Tageszeitung BILD und der Verlagsgruppe Weltbild auf. Die hochwertig ausgestattete „Bibel des Lichts“ kostet 29,95 Euro und ist ab sofort bei Weltbild (www.weltbild.de) …
Bild: Lichtkunst in Linien: Lampenwelt.de präsentiert neue Formensprache moderner LEDsBild: Lichtkunst in Linien: Lampenwelt.de präsentiert neue Formensprache moderner LEDs
Lichtkunst in Linien: Lampenwelt.de präsentiert neue Formensprache moderner LEDs
… elegant an die Wand schmiegt. Eine geschwungene Silhouette, die an moderne Kunst erinnert – und dabei einfach nur leuchtet. Wir lieben diese neuen Designs zwischen Geometrie und Poesie. Mit ihren fest integrierten LED-Bändern eröffnen sie Spielräume, in denen Ästhetik, Architektur und Lichtdesign zu einer neuen Dimension verschmelzen. Was früher als …
Bild: Tag des Lichts: Die Evolution des Lichts - und warum Recycling dazugehörtBild: Tag des Lichts: Die Evolution des Lichts - und warum Recycling dazugehört
Tag des Lichts: Die Evolution des Lichts - und warum Recycling dazugehört
Vom ersten Feuer bis zur modernen OLED: Die Geschichte des Lichts ist eine Geschichte menschlichen Fortschritts - und zugleich ein Spiegel unserer Verantwortung gegenüber Umwelt und Ressourcen. Anlässlich des "Tags des Lichts" rückt Lightcycle die Entwicklung des künstlichen Lichts ins Rampenlicht und zeigt, warum Recycling heute ein unverzichtbarer …
Bild: Der Kristall des Dämons - Der Dritte Roman der Heiligen Insel von Adda RieckBild: Der Kristall des Dämons - Der Dritte Roman der Heiligen Insel von Adda Rieck
Der Kristall des Dämons - Der Dritte Roman der Heiligen Insel von Adda Rieck
… Hamburger Volksbühne v. 8.April. 03 Die Hamburger Autorin hat sich der Meditation zugewandt, und schreibt spannende Romane vor diesem Hintergrund. Nach "Die Söhne des Lichts" und "Das Geheimnis des Schlangenrings" hat sie jetzt einen neuen Roman vorgelegt. Paperback, 187 Seiten Capricornus Verlag, ISBN: 3-8311-4232-7 Der Phantastische Bücherbrief vom …
Drehen von Edelstahl non-stop
Drehen von Edelstahl non-stop
… NMR bietet laut Pramet eine zuverlässige Option für das Längs- und Plandrehen mit einem höheren Spanvolumen bei mittleren und schweren Schruppvorgängen. Mit seiner positiven Geometrie bietet der NMR eine starke Schneidkante mit einem schützenden Randbereich und dadurch höhere Zuverlässigkeit. Er eignet sich ideal für schwere Bearbeitungen und weniger …
Bild: Waldo Balart - "Knotenpunkte"Bild: Waldo Balart - "Knotenpunkte"
Waldo Balart - "Knotenpunkte"
… Farbe und dem Licht auseinander, da Letzteres der Ursprung jeder Farbe ist und Farben die Struktur des Lichts mittels Wellenlänge und Frequenzen wiedergeben. Zudem nehmen die Geometrie, die Ordnung, die Fläche, der Raum und die Zeit wichtige Stellenwerte in seiner Kunst ein. Balart arbeitet anhand mathematischer Formeln, welche er im Rahmen der Malerei …
Bild: LED-Messtechnik: MKS stellt Ophir FluxGage FG1500 vorBild: LED-Messtechnik: MKS stellt Ophir FluxGage FG1500 vor
LED-Messtechnik: MKS stellt Ophir FluxGage FG1500 vor
… feiert FluxGage FG1500 auf dem LED professional Symposium LpS 2018 vom 25.-27. September 2018 in Bregenz. Das praktische Gerät mit Messkavität in 2?-Geometrie ermöglicht die präzise Kontrolle der Lichtqualität am Ende der Fertigungslinie. Gleichzeitig kann man den Entwicklungsprozess beschleunigen, da die vollständigen LED-Leuchten sehr schnell getestet …
Bild: Painting with Light:  SACREA - extravagante LichtskulpturenBild: Painting with Light:  SACREA - extravagante Lichtskulpturen
Painting with Light: SACREA - extravagante Lichtskulpturen
… eröffnen die eindrucksvollen Kunstwerke neue Perspektiven. Im Bereich "Skulpturale geometrische Beleuchtung für den Außenbereich" sind die stilvoll gestalteten Meisterstücke einzigartig.Geometrie der platonischen Grundformen Der Markenname "SACREA" bedeutet "heilige Kreation". "Die Geometrie unserer Lichtskulpturen wurzelt in den platonischen Grundformen" …
Sie lesen gerade: Von der Geometrie des Lichts