(openPR) Dr. Marlies Koel sprach auf dem Founder Summit 2026 in Wiesbaden über Motivation, innere Freiheit und die verborgenen Antriebe hinter Leistung
(openPR) Erfolg gilt als Beweis für Disziplin, Zielstrebigkeit und Stärke. Doch was, wenn genau hinter diesem Erfolg oft etwas ganz anderes steht: Angst? Angst, nicht zu genügen. Angst, nicht gesehen zu werden. Angst, ausgeschlossen zu sein.
Mit dieser unbequemen Frage setzte Dr. Marlies Koel, Expertin für Wendepunkte im Leben, auf dem Founder Summit 2026 in Wiesbaden einen bewussten Kontrapunkt zu den üblichen Erzählungen über Motivation, Leistung und Erfolg. Sie war dort sowohl im Founder Talk als Expertin für Wendepunkte vertreten als auch auf der Inspiration Stage mit einem Beitrag zum Thema „Motivation und Rabia von Basra“.
Im Zentrum ihres Vortrags stand die Geschichte der Mystikerin Rabia von Basra aus dem 8. Jahrhundert. Der Überlieferung nach ging Rabia mit einer brennenden Fackel in der einen und einem Eimer Wasser in der anderen Hand durch die Straßen von Basra. Auf die Frage, was sie damit vorhabe, antwortete sie sinngemäß, sie wolle das Paradies in Brand setzen und die Hölle löschen, damit der Mensch nicht länger aus Hoffnung auf Belohnung oder aus Angst vor Strafe handle.
Leistung ist nicht immer Freiheit
Was wie eine spirituelle Erzählung klingt, wurde auf der Bühne zu einer radikalen Analyse unserer Gegenwart. Denn auch der moderne Mensch, so die zentrale These, lebt oft noch immer in genau dieser Logik – nur unter anderen Begriffen. Heute heißen Himmel und Hölle häufig nicht mehr Erlösung und Verdammnis, sondern Anerkennung und Ausschluss, Bedeutung und Bedeutungsverlust, Erfolg und Scheitern.
Was nach außen wie Souveränität erscheint, ist innerlich nicht selten ein hochorganisierter Überlebensmodus. Disziplin kann aus Angst entstehen, nicht zu genügen. Leistungsfähigkeit aus der Angst, nicht gesehen zu werden. Verlässlichkeit aus der Angst, den eigenen Platz zu verlieren.
Gerade darin liegt die Brisanz des Themas: Das System funktioniert. Es bringt Ergebnisse. Es erzeugt Anerkennung. Es schafft scheinbar Sicherheit. Doch der Preis kann hoch sein. Wer dauerhaft aus Angst vor Bedeutungsverlust oder aus dem Wunsch nach Belohnung handelt, entfernt sich oft schleichend von sich selbst. Die Sinnhaftigkeit kann verloren gehen.
Der unsichtbare Vertrag hinter dem Funktionieren
Dr. Marlies Koel machte in ihrem Beitrag deutlich, dass diese Muster häufig sehr früh entstehen. In einer Lebensphase, in der ein Mensch noch nicht sprechen kann, noch kein Zeitverständnis hat und Erfahrungen unmittelbar als gut oder bedrohlich erlebt. In dieser frühen Zeit entstehen oft unbewusste Grundentscheidungen darüber, wer man ist, wie das Leben funktioniert und was nötig ist, um dazuzugehören.
Viele dieser frühen inneren Festlegungen wirken Jahrzehnte später noch weiter. Sie prägen, wie Menschen sich motivieren, wie sie Leistung verstehen und warum sie immer wieder in dieselben inneren Spannungsfelder geraten: Ich muss beweisen. Ich darf nicht scheitern.
Die Folge ist oft ein Leben zwischen Anpassung und Anstrengung. Zwischen Funktionieren und innerer Entfremdung.
Die unbequeme Frage unserer Zeit
Der Vortrag stellte deshalb nicht die Frage, wie erfolgreich ein Mensch ist, wie diszipliniert oder wie sichtbar. Die eigentliche Frage lautete: Was treibt dich wirklich an?
Würdest du noch tun, was du tust, wenn niemand dich bewundern, belohnen oder absichern würde?
Genau an diesem Punkt erhält die alte Geschichte von Rabia von Basra eine überraschende Aktualität. Ihre Botschaft ist nicht weltfremd, sondern radikal menschlich: Solange Belohnung und Angst die eigentlichen Antriebskräfte sind, bleibt nicht nur die innere Freiheit begrenzt., sondern auch die Bedeutung des eigenen Seins.
Motivation beginnt dort, wo Ehrlichkeit beginnt
Der Weg hinaus führt nach dieser Perspektive nicht über noch mehr Optimierung, noch mehr Disziplin oder die nächste Selbstverbesserungsstrategie. Er beginnt mit Ehrlichkeit. Mit der Frage, ob ein Mensch aus Liebe, aus innerer Stimmigkeit und aus seinem Wesen heraus handelt – oder aus Angst, sich seinen Platz sichern zu müssen.
Damit wurde der Beitrag auf dem Founder Summit 2026 zu weit mehr als einem Impuls über Motivation. Er wurde zu einer Einladung, Erfolg neu zu hinterfragen: nicht nur als äußeres Ergebnis, sondern als Ausdruck innerer Freiheit oder innerer Unfreiheit.
Denn wahre Motivation beginnt dort, wo Angst und Belohnung ihre Macht verlieren. Alles andere ist oft nur ein gut organisierter Überlebensmodus.













