(openPR) Fünf Jahre nach Beginn des Irak-Krieges hat dieses Buch eine ganz besondere Relevanz: Was hat das Saddam-Regime mit und aus den Menschen gemacht? Welche Spuren hat der Krieg hinterlassen und wie lebt man nach allen Erfahrungen und Schrecken in diesem Land weiter?
Jussif und Junis sind Brüder. Ihr Verhältnis ist ein Spiel mit Rollen und Masken, aus dem in Kriegszeiten tödlicher Ernst wird. Als Junis nach dem Aufstand gegen Saddam Hussein verschwindet, nimmt Jussif seinen Namen an und vertritt auch bei seiner Schwägerin die Stelle des Ehemanns. Viel zu spät erfährt er, dass sein Bruder als Henker gesucht wird. Niemand will Jussif seine Geschichte und seine Unschuld glauben. Ein gefährlicher Kampf um Namen und Identitäten entbrennt, den nur einer der Brüder gewinnen kann. Verstörend und erhellend zugleich erzählt Najem Wali in seinem neuen Roman von der Situation der irakischen Bevölkerung während und nach dem Sturz Saddam Husseins. Wenn Tyrannei und Krieg herrschen, sind Täter und Opfer nicht mehr zu unterscheiden, die Realität wird zum Albtraum und die Einbildung Realität.
»Wali (...) besticht durch seinen illusionslosen Blick auf die allgegenwärtige rituelle Heuchelei, auf Machtmissbrauch, sexuelle Nötigung, Verrat und Menschenverachtung. « Christoph Vormweg, Deutschlandfunk
Najem Wali, geboren 1956 in Basra, wurde 1980 im Irak als „politisch Andersden-kender“ und Kriegsgegner inhaftiert und flüchtete kurz nach Ausbruch des Iran-Irak-Kriegs nach Deutschland. In Hamburg und Madrid studierte er Deutsche und Spanische Literatur. Er arbeitet für die arabische Tageszeitung Al-Hayat und für die Deutsche Welle. Der Autor von Romanen und Erzählungen zählt zu den führenden Schriftstellern der jüngeren Generation der arabischen Welt.
Eintritt: 5,- Euro
Um Anmeldung wird gebeten.
VIA e. V. Berlin-Brandenburg
Yvonne Drogla
Schönhauser Allee 175
10119 Berlin
Tel.: 030 / 44 354 814
Fax: 030 / 44 354 818

Über das Unternehmen
Der Verein für Integrative Angebote VIA e. V. Berlin-Brandenburg
Jeder Mensch kann durch verschiedene Lebensumstände oder Ereignisse „aus der Bahn geworfen werden“, ins „Abseits“ oder an den „Rand der Gesellschaft“ geraten und einfach „aus dem System fallen“.
Psychische Krankheiten nehmen in Deutschland zu. Nach Auffassung neuester sozialpsychologischer Untersuchungen tragen die Lebensverhältnisse zur Ausbreitung der psychischen Krankheiten bei. Demnach hat der moderne Individualisierungsprozess das depressive Leiden als neuartiges Massenleiden hervorgebracht.
Der Verein für Integrative Angebote VIA e. V. Berlin-Brandenburg fühlt sich für diese Menschen und deren (Re)-Integration in die Gesellschaft verantwortlich und beteiligt sich gemeinsam mit seinen Partnern am Aufbau eines modernen psychiatrischen Versorgungssystems für psychisch kranke, suchtkranke und alte Menschen.
VIA e. V. wurde am 2.3.1991 in Berlin gegründet und ist in den letzten 15 Jahren stetig gewachsen. Insgesamt engagieren sich etwa 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unterschiedlichen Sozial- und Gesundheitsprojekten.
In den Berliner Bezirken Pankow, Neukölln und Treptow-Köpenick betreut VIA e. V. Menschen in verschiedenen Projekten und schafft so Lebensbereiche für Hilfsbedürftige, die Verlässlichkeit, Struktur und Sicherheit vermitteln.
Mit den Angeboten in den Bereichen Wohnen, Freizeit, Selbstversorgung, Tages- und Kontaktgestaltung sowie Beschäftigung und Arbeit soll den Klienten zu einem selbstbestimmten Leben verholfen und eigenverantwortliches Handeln gefördert werden.
Wichtig ist dem Verein dabei der individuelle Hilfebedarf: Die Felder der Unterstützung reichen von einfachen Aktivitäten des täglichen Lebens über die Hilfe bei der Beschaffung von Wohnraum bis zur akuten Krisenbewältigung.
Der Erhalt von Lebensqualität, Spaß und Freude sowie Kunst und Kreativität stehen im Vordergrund. Für Menschen mit psychischen Erkrankungen ist die Beschäftigung mit Kunst eine Möglichkeit, sich Aufmerksamkeit und Anerkennung zu verschaffen. Krankheit, Ängste, aber auch Sehnsucht und Träume lassen sich auf eine Weise ausdrücken, wie es mit Worten oder konventionellen Alltagsgesten nicht möglich wäre.
Dass auf diese Weise bemerkenswerte Kunstwerke mit großer Ausdruckskraft entstehen können, wissen wir nicht erst seit Vincent van Gogh und Edvard Munch. Diese "irren" Künstler drangen in Grenzbereiche des eigenen Daseins vor und brachten Meisterwerke hervor, die uns "normale" Menschen seit Generationen berühren.
Nicht zuletzt aus diesem Grund haben Kunst und Kultur bei VIA eine große Bedeutung, denn sie sind ein Bindeglied zwischen den Klienten und der "normalen" Welt.
Im Mai 2004 entstand die erste Tochtergesellschaft des VIA e. V.: die VIA Werkstätten gGmbH, eine anerkannte Werkstatt für behinderte Menschen, die vielfältige Möglichkeiten zur Teilnahme am Arbeitsleben bietet. In den verschiedenen Abteilungen Floristik, Deko und Design, Garten- und Landschaftsbau, Digitale Medien, Siebdruck, Metall, Keramik sowie Theaterplastik finden Menschen, die auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zeitweise oder auch dauerhaft keine Anstellung finden, ein auf sie zugeschnittenes Angebot.
Im Jahre 2006 wurde der planerische Grundstein für das Pfefferbett Hostel gGmbH gelegt, ebenfalls eine Tochtergesellschaft des VIA e. V. Auf dem historisch bedeutsamen Pfefferberg-Gelände, eine ehemalige Brauerei, entsteht das Hostel mit Betten für bis zu 180 Gäste. Am 1. Mai 2008 öff-nete das Hostel erstmals sein Tore.
Im Januar 2008 wurde die VIA Pflege gGmbH als eigenständige Tochter ausgegliedert. Hier werden Leistungen in den Bereichen Tagespflege, Ambulanter Pflegedienst, Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz sowie Psychiatrische Krankenpflege angeboten.
Auch kontinuierliche Fortbildung ist ein wichtiges Ziel von VIA e. V., denn der Verein möchte seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ständig weiterqualifizieren und damit dem eigenen Qualitätsanspruch genügen. Gleichzeitig werden das Know-how und die Erfahrung auch für andere Fachkräfte im sozialen Bereich angeboten. Die Überzeugung lautet hier: Fortbildung soll Spaß machen und motivieren.
Wohlgefühl und Lebensfreude bei Kunden, Klienten, Mitarbeitern und Partnern sind daher integraler Bestandteil der Arbeit des Vereins.