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Der Himmel in allen Farben: Erste Messung mit neuem astronomischem Instrument

21.10.202514:16 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Der Himmel in allen Farben: Erste Messung mit neuem astronomischem Instrument

(openPR) Am 18. Oktober 2025 hat 4MOST erstmals das Licht des Nachthimmels eingefangen. Dieser Moment ist entscheidend im Leben eines jeden Teleskops, denn er markiert den Beginn seiner wissenschaftlichen Arbeit. 4MOST erstellt nicht einfach nur Bilder des Himmels, sondern erfasst für über 2.400 Himmelsobjekte detaillierte Informationen über die Farbkomponenten, sogenannte Spektralfarben. Das Zerlegen von Licht in seine einzelnen Farbkomponenten, die Spektroskopie, liefert Astronominnen und Astronomen Hinweise auf die Eigenschaften von Himmelskörpern, etwa ihre Temperatur, ihre chemische Zusammensetzung und ihre Bewegung.

4MOST steht am Paranal-Observatorium in Chile und ist das größte Instrument für spektroskopische Himmelsdurchmusterungen der südlichen Hemisphäre. Weltweit einzigartig ist die Kombination aus großem Sichtfeld, der Anzahl gleichzeitig beobachteter Objekte und der Vielzahl gleichzeitig erfasster Spektralfarben. Das leistungsstarke Instrument ist in der Lage, Licht von 2400 Himmelsobjekten gleichzeitig in 18.000 Farbkomponenten zu zerlegen. Durch die Analyse der detaillierten Spektralfarben tausender Objekte alle 10 bis 20 Minuten erstellt 4MOST einen umfassenden Katalog mit physikalischen Parametern von ca. 30 Millionen Objekten, die über den gesamten südlichen Himmel verteilt sind.

Damit trägt 4MOST dazu bei, die Entstehungs- und Entwicklungsprozesse von Sternen und Planeten, der Milchstraße und anderer Galaxien besser zu verstehen und neue Erkenntnisse über Schwarze Löcher und exotische Objekte sowie über das Universum als Ganzes zu gewinnen. „Mithilfe von 4MOST erhalten wir zudem Informationen über die Verteilung von Dunkler Materie im Universum“, erklärt Jochen Liske, Professor für Beobachtende Astronomie an der Hamburger Sternwarte und leitender Wissenschaftler am Exzellenzcluster „Quantum Universe“ der Universität Hamburg. „Das interessiert uns, weil die statistische Verteilung Dunkler Materie im Universum Rückschlüsse über die physikalischen Eigenschaften der Dunklen Materie-Teilchen erlaubt“.

Liske und sein Team haben in den letzten 10 Jahren zur Entwicklung des Instruments beigetragen. Insgesamt zwei Millionen Euro hat die Universität Hamburg zum Bau von 4MOST beigesteuert, wovon der größte Teil für die Entwicklung eines der drei Spektrographen des Instruments verwendet wurde. „Nach der langen Entwicklungszeit sind wir überglücklich, dass es jetzt endlich mit den Beobachtungen losgeht,“ freut sich Liske.

Der Exzellenzcluster „Quantum Universe“ der Universität Hamburg erforscht die Entstehung und Entwicklung des Universums von seinem Ursprung bis heute. Aus astronomischen Beobachtungen ist seit langem bekannt, dass die Schwerkraft der sichtbaren Materie im Universum, etwa in Form von Sternen und Gas, nicht ausreicht, um deren Bewegung in Galaxien zu erklären. Forschende gehen daher davon aus, dass jede Galaxie von Dunkler Materie durchzogen und umgeben ist. „Quantum Universe“ ist maßgeblich an der Entwicklung und Durchführung von Experimenten beteiligt, mit denen Dunkle Materie nachgewiesen und so eines der größten Rätsel des Universums gelöst werden soll.

4MOST wurde von einem internationalen Konsortium aus 30 Universitäten und Forschungsinstituten in Europa und Australien unter der Leitung des Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) entworfen und gebaut und wird vom AIP wissenschaftlich betrieben. Die wichtigsten Institute, die am Bau und Betrieb der Anlage beteiligt sind, sind: Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP), Macquarie University/Australian Astronomical Optics (AAO), Centre de Recherche Astrophysique de Lyon (CRAL), Europäische Südsternwarte (ESO), Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA), Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE), Nederlandse Onderzoekschool Voor Astronomie (NOVA), Universität Cambridge/Institut für Astronomie (IoA), Universität Hamburg (UHH)/Hamburger Sternwarte, Universität Heidelberg, Zentrum für Astronomie (ZAH).

Die Entwicklung und der Betrieb von 4MOST wurden durch die Förderung des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt, des Großgeräteprogramms der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Universität Hamburg ermöglicht.

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Jochen Liske
Professor für Beobachtende Astronomie
Universität Hamburg, Hamburger Sternwarte
Gojenbergsweg 112
21029 Hamburg
Tel: +49 40 42838 8582
Email: E-Mail

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