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Haben wir versagt? Drogentodesfälle auf Höchststand

20.07.202317:07 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Bundesdrogenbeauftragter Burkhard Blienert zu Gast bei VISION 

Am 21. Juli macht VISION e.V., im Rahmen des Internationalen Gedenktages für verstorbene Drogengebrauchende, auf die dramatische Situation Drogen konsumierender Menschen und die vielfach vermeidbaren Todesfälle aufmerksam. 

Die Zahl der Drogentodesstatistik des Bundeskriminalamtes für die Stadt Köln zeigt für das Jahr 2022 erneut eine Steigerung. Die Städte Köln und Leverkusen weisen gemeinsam 76 tote Männer und Frauen auf, 68 Menschen waren in Köln gemeldet. „Diese hohen Zahlen Jahr für Jahr können wir nicht hinnehmen. Wir müssen handeln und jeder muss sich hinterfragen, ob wirklich alles getan wurde, um den tausendfachen Tod junger Menschen zu vermeiden“, so Dirk Schäffer, Vorstandsmitglied von VISION e.V. „Drogentod ist Staatsversagen“ lautet das bundesweite Motto des 21. Juli. 

Mit Staat ist nicht ausschließlich die Politik gemeint. Der Staat, das sind wir, alle Bürgerinnen und Bürger. Wir alle haben versagt! In Köln ist es uns nicht gelungen, 68 Kölner*innen vor dem Tod zu bewahren. Im ganzen Bundesgebiet haben wir nicht verhindern können, dass 1.990 Frauen und Männer, die in Verbindung mit illegalem Substanzkonsum standen, verstarben. Claudia Schieren erklärt: „Insbesondere zum Beginn des Drogenkonsums verhindert die Illegalität und die zu erwartenden Strafen und Sanktionen in Schule, Beruf, Familie oder Freundeskreis ein frühes Outing. Die Konsument*innen verbergen ihren Konsum so lange wie möglich. Der Schritt in das Hilfesystem wird oft erst nach vielen Jahren gegangen, wenn das Leben in Illegalität, mit Schwarzmarktsubstanzen und Kriminalisierung körperliche und psychische Narben hinterlassen haben. Bei dem Bekenntnis Drogen zu konsumieren, wird eine Schublade geöffnet und wenn du da drin bist, kommst du so leicht nicht mehr raus.“ Die Schäden der bisherigen repressiven Drogenpolitik bemängelt der Bundesbeauftragte für Sucht- und Drogenfragen Burkhard Blienert seit Amtsantritt. Für ihn hat die „langjährige Fokussierung auf eine pauschale Verbotspolitik ihr Ziel verfehlt. Deshalb ist es richtig und wichtig, dass wir jetzt die Chance nutzen, alte Denkmuster aufzubrechen. Mein Ansatz ist: weg von Strafe, hin zu Schutz und Hilfe! Wir brauchen mehr Prävention und Gesundheitsschutz und kein Stigma! Sucht ist eine Krankheit. Deshalb müssen wir über Drogenkonsum, über wirksame Prävention und bessere Suchthilfe offen und ehrlich sprechen. Wir brauchen mehr niedrigschwellige Hilfen, die schneller und direkter bei den Menschen ankommen: vom Drogenkonsumraum über die Substitution und die Schlafstätte für obdachlose Abhängige bin hin zum jetzt möglichen Drug Checking auch in Drogenkonsumräumen. All das sind bewährte Maßnahmen gegen den Drogenkonsum, weil diese immer auch der erste Schritt in den Ausstieg sein können. Das heißt auch, weitere Einsparungen bei der Suchthilfe sollten ein absolutes Tabu sein. Einrichtungen wie Vision Köln sind hier wichtige Partner und leisten nicht wegzudenkende wertvolle Arbeit.“ Zum 21.07.2023, dem bundesweiten Aktions- und Trauertag mit fast 100 Veranstaltungen, die von JES Gruppen, Aids- und Drogenhilfen und vielen anderen Organisationen ausgerichtet werden, findet auch bei VISION e.V. eine Veranstaltung statt. Mit verschiedenen Aktionen, Redebeiträgen, Musik und einer Gedenkminute wollen wir an die Verstorbenen erinnern, sie SICHTBAR machen, einen Ort des Gedenkens bieten und mit den Menschen ins Gespräch kommen. Wir freuen uns sehr, dass ein Gesprächspartner der Bundesdrogenbeauftragte Burkhard Blienert sein wird. Einige Entwicklungen in der Sucht- und Drogenpolitik, wie z.B. im Bereich Drug Checking beurteilt VISION e.V. positiv, sieht als Verein aber darüber hinaus weitere Handlungsbedarfe, um Todesfälle zu vermeiden. Neben der Forderung einer ausreichenden Finanzierung der Träger, als Grundlage eines hochwertigen und breitgefächerten Angebots, gilt es den Fokus auf folgende Bereiche zu lenken:  der Ausbau niedrigschwelliger und voraussetzungsloser Angebote, auf Grundlage des Leitbilds akzeptierender Drogenarbeit, als unverzichtbarer und erfolgreicher Bestandteil des Hilfesystems.  Die Senkung der Zugangshürden für die heroingestützte Behandlung. Die erfolgreiche Behandlungsform wird aktuell nur von ca.1500 Menschen genutzt. Hohe und medizinisch nicht begründbare Hürden verhindern den Zugang in diese erfolgreiche Behandlung. „VISION hat im Besonderen die Kölner Situation im Fokus“, so die Geschäftsführung Claudia Schieren. „Im rechtsrheinischen Umfeld eskaliert seit langem der öffentliche Drogenkonsum. Eine Möglichkeit des überwachten, sauberen und straffreien Konsums im Umfeld vom Kontaktladen VISION e.V. fehlt nach wie vor. Die Inbetriebnahme eines Drogenkonsumraums in Kalk ist seit 7 Jahren in der Planung. Die Hindernisse bei der Umsetzung sind zahlreich. Der Konsumraum ist gewünscht, von Anwohner*innen, Konsument*innen und den Einrichtungen im Hilfesystem und er ist dringend notwendig“ so Schieren weiter. So lange unsere Forderungen – auf dem Weg eines regulierten und legalen Zugangs- nicht gehört und diskutiert werden, bleiben wir als Drogenselbsthilfe weiterhin aufmerksam, laut und manchmal auch unbequem. 

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