(openPR) Die Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur in Oberfranken stand im Mittelpunkt einer Sitzung des Ausschusses Verkehr und Logistik der Industrie- und Handelskammer für Oberfranken in der IHK für Oberfranken Bayreuth. Den aktuellen Sachstand der geplanten Projekte stellte Regierungspräsident Wilhelm Wenning vor.
IHK-Ausschussvorsitzender Michael Weber erläuterte zunächst, warum sich die Wirtschaft derart für den Ausbau der Infrastruktur einsetzt. „Verkehrspolitische Rahmenbedingungen haben auf unternehmerische Standortentscheidungen einen wichtigen Einfluss.“ Der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur diene nicht nur der Integration der Wirtschaftsräume, sondern stellt zugleich eine überragende Maßnahme zur Förderung der Wirtschaft dar. „Dies gilt insbesondere in den meist strukturschwachen Grenzregionen wie Oberfranken, die direkt am ‚Eisernen Vorhang’ lange Jahre im Abseits transeuropäischen Verkehrsströme gelegen haben“, so Weber. Die gewerbliche Wirtschaft Oberfrankens sei auf eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur existenziell angewiesen. Die Unternehmen der Region bräuchten ein effizientes und vernetztes Transportsystem, um im internationalen Standortwettbewerb konkurrenzfähig zu bleiben.
Verkehrsinfrastruktur Grundlage für Wirtschaftsentwicklung
Auch Regierungspräsident Wilhelm Wenning bezeichnete eine gut ausgebaute Verkehrsinfrastruktur als Grundlage für die wirtschaftliche Entwicklung und für betriebliche Investitionsvorhaben. Er dankte daher der Industrie- und Handelskammer für ihr ständiges Bemühen um eine Verbesserung der Situation. „Der Autobahnbau in Oberfranken ist nahezu abgeschlossen“, freute sich Wenning. Das „Rückgrat“ A 9 sei inzwischen fertig gestellt, die A 73 planmäßig im Bau. Bis 2008 soll diese Verbindung zwischen Lichtenfels und der thüringischen Landesgrenze befahrbar sein. Mit der Fertigstellung der Mainbrücke bei Eltmann sei auch die A 70 zwischen Bamberg und Schweinfurt vollendet.
Das Hauptaugenmerk der Verkehrsplaner liege nunmehr auf den wichtigsten Bundesstraßen Oberfrankens. Hier zeigte sich der Regierungspräsident zuversichtlich, dass man der Realisierung der Verlegung der B 289 Kulmbach – Untersteinach ein gutes Stück näher gekommen sei. Der Vorentwurf, der eine Brückenanlage bei Untersteinach und einen Tunnel bei Kauerndorf vorsieht, sei erstellt, die Aufnahme des Planfeststellungsverfahrens beantragt.
Leistungsfähige Verbindung nach Tschechien
Auch bei der leistungsfähigen Ost-West-Verbindung zwischen der A 9 und der tschechischen Grenze bei Schirnding – der B 303neu – gehe es planerisch voran. Um mit dem Bau des als vordringlich eingestuften Abschnitts östlich der A 93 beginnen zu können, müsse man das gesamte Projekt beplanen. Schließlich müsse man wissen, an welcher Stelle die neue Straßenverbindung die A 93 kreuzen soll. Dazu sei inzwischen eine Raumempfindlichkeitsanalyse durchgeführt worden, deren Ergebnisse in Kürze durch Innenminister Beckstein vorgestellt werden sollen. Geprüft habe man in dieser Analyse Korridore nördlich und südlich des Hohen Fichtelgebirges. In die Prüfung einbezogen habe man Aspekte des Naturschutzes, die verkehrlichen Folgewirkungen sowie die voraussichtlichen Kosten. Bis Ende 2008 werden eine Umweltverträglichkeitsstudie durchgeführt und die Raumordnungsunterlagen erstellt. Nach Abschluss des Raumordnungsverfahrens wird dann der Bundesminister für Verkehr die endgültige Linienführung bestimmen. Für den Abschnitt Schirnding – A 93 wird dann die Planung erstellt und ein Planfeststellungsverfahren durchgeführt. Am Ende stehe dann ein Planfeststellungsbeschluss, gegen den dann laut Wenning noch die Möglichkeit der Klage bestehe.
Schnell könnte nach Ansicht des Regierungspräsidenten der Ausbau der B 173 zwischen Lichtenfels und Kronach vorankommen. Im Bereich der Ortsumfahrung für Hochstadt und Trieb werde für die so genannte Südtrasse noch 2007 das Planfeststellungsverfahren beginnen. In der Diskussion sei derzeit noch die Erstellung von „Grünbrücken“. Er hoffe darauf, dass die Gemeinde Hochstadt auf eine Klage gegen die Südtrasse verzichte. Bei der Weiterführung der B 173 Richtung Kronach sieht Wenning Probleme vor allem bei der Ortsdurchfahrt Küps. Hier sei nicht mit einem schnellen Ergebnis zu rechnen. Schon für 2008 erwartet der Regierungspräsident einen Baubeginn zwischen Kronach und Neuses. Die Verlegung der B 303 Sonnefeld – Johannisthal soll zügig bis zur B 173 bei Johannisthal fortgesetzt werden. Für die Ortsumgehung Johannisthal soll noch in diesem Jahr das Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden.
Stärker dank Kooperationen
Die IHK will die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Mitglieder erhöhen, so Weber. Dazu gehöre das stetige Drängen nach einem Ausbau der Infrastruktur. Dazu gehöre aber auch, dass die IHK die Akteure zusammen und sinnvolle Kooperationen in Gang bringe. „Das tun wir etwa im Bereich des Kombinierten Verkehrs, wo wir in Zusammenarbeit mit den Kollegen anderer IHKs nach Möglichkeiten einer engeren Zusammenarbeit suchen. Im Containerverkehr, bei den Verbindungen zu den Seehäfen an Nord- und Ostsee, aber auch an der Adria, geht vieles in Gemeinsamkeit besser“, betonte Weber.
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