(openPR) Unter dem Motto „Muskeln stärken – Schmerzen lindern“ ruft das Deutsche Grüne Kreuz e. V. (DGK) die Bevölkerung auf, sich intensiver um die Vorbeugung von Rückenschmerzen zu kümmern. Mehr als 1.000 Aktionspartner in ganz Deutschland unterstützen am 15. März 2007 interessierte Menschen bei diesem Bemühen. Sie bieten zum sechsten Tag der Rückengesundheit vielfältige Aktionen zum Mitmachen, zur Beratung und Information an. Ziel des Gesundheitstages ist, die Hilfe zur Selbsthilfe zu stärken und konkret über Möglichkeiten der Vorbeugung zu informieren.
„Rückenschmerzen sind weit verbeitet. Doch in der Regel besteht kein Grund zur Sorge. Selbst starke Beschwerden bedeuten nicht unbedingt gleich Verletzung oder ernsthafter Schaden“, sagt Dr. Dietmar Krause vom Forum Schmerz im Deutschen Grünen Kreuz e. V. (DGK), das den Rückentag organisiert. Bettruhe für länger als zwei Tage oder gar Krankschreibung sind nach Ansicht des Experten eher schlecht für den Rücken. Aktivität führt dagegen zu schnellerer Genesung und beugt weiteren Rückenschmerzen vor. „Bei akuten Schmerzen kann kurzfristig die eigene Bewegung reduziert werden. Betroffene sollten allerdings vermeiden sich völlig ruhig zu verhalten“, rät Krause. Ohne Bewegung baut die Muskulatur ab und der Rücken kann schlechter stabilisiert werden. Ein Teufelskreis, der das Auftreten von Rückenschmerzen eher fördert.
Angst ist ein schlechter Ratgeber
Wie schnell Rückenschmerzen verschwinden, hängt auch ganz wesentlich davon ab, wie die Betroffenen mit dem Schmerz umgehen. „Manche Menschen lassen sich von dem Schmerz erschrecken, denken an Gefahr und sorgen sich um die Zukunft. Sie ruhen sich viel aus, schonen sich und warten, dass die Schmerzen von selbst besser werden. Das ist aber die falsche Strategie“, sagt Prof. Dr. Thomas Kohlmann von der Universität Greifswald. Zwar kann es bei starken Rückenschmerzen sinnvoll sein, die eigenen Aktivitäten zu verringern. Aber spätestens nach zwei Tagen sollten die Betroffenen wieder auf die Beine kommen, erklärt der Rückenexperte. Falls nötig ist es hilfreich, vorübergehend Medikamente gegen Schmerzen und Muskelverkrampfung einzunehmen. Doch die Bewegung steht im Vordergrund.
Mit Bewegung gegen Rückenschmerzen
„Der erfolgreichste Weg Rückenschmerzen zu verhindern oder schnell wieder loszuwerden ist, aktiv zu sein“, rät Helga Freyer, Krankengymnastin aus Wittelsberg. „Regelmäßige Bewegung sorgt für eine kräftige Muskulatur, macht beweglich und hält fit. Außerdem fördert Bewegung natürliche chemische Prozesse im Körper, die den Schmerz verringern“, so Freyer. Wer lange nicht aktiv war, sollte sportliche Aktivitäten zunächst unter fachlicher Anleitung beginnen. „Bei vielen Menschen haben sich über die Jahre falsche Bewegungsmuster eingeschlichen, die zu korrgieren sind“, hat die Physiotherapeutin beobachtet.
Bei Warnzeichen zum Arzt
Bessern sich die Rückenschmerzen nach ein paar Tagen nicht, werden sie sogar schlimmer oder kommt Fieber hinzu, sollte der Arztbesuch nicht hinausgezögert werden. „Wer zu lange wartet und Warnzeichen ignoriert, riskiert gesundheitliche Schäden“, gibt Dr. Jan-Peter Jansen vom Schmerzzentrum Berlin zu bedenken. Solche Warnzeichen sind zum Beispiel Lähmungserscheinungen an Blase, Mastdarm oder Beinen. Doch bevor es dazu kommt, sollten die Möglichkeiten zur Vorbeugung genutzt werden.
Gemeinsam gegen Rückenschmerzen
Die vorhandenen Angebote werden bisher zu wenig in Anspruch genommen, entweder aus Unkenntnis oder mangelnder Motivation. „Es ist wichtig, dass Anbieter und Betroffene besser zueinander finden“, sagt Krause. Deshalb machen die Aktionspartner am Tag der Rückengesundheit ihre Angebote öffentlich, um Hemmschwellen bei Interessenten abzubauen. Die Adressen der teilnehmenden Gesundheitsämter, Apotheken, Physiotherapie-Praxen, Kliniken, Betriebe und Ergonomie-Fachgeschäfte sind nach Postleitzahlen geordnet unter www.forum-schmerz.de zu finden oder unter der Rufnummer 0 64 21 / 293 - 125 zu erfragen. Das DGK unterstützt die Aktionspartner mit einem Info-Paket, mit Vorträgen und umfangreicher Öffentlichkeitsarbeit. Außerdem koordiniert das DGK alle bundesweiten Aktivitäten und stellt kostenlos Downloads von Broschüren und Gymnastikprogrammen unter www.forum-schmerz.de bereit.













