(openPR) Schwarz gekleidet, mit weißen Handschuhen, das Gesicht weiß geschminkt und ein leuchtend roter Mund – in der Figur des klassischen Pantomimen erzählt Carlos Martínez Geschichten ohne Worte, allein mit Mimik, Gestik und Körperhaltung. Die Stille ist sein Metier – seit 40 Jahren: Konzentriert auf das Wesentliche und ohne jeden Schnickschnack lässt er im dunklen Bühnenraum seine Erzählungen zum Leben erwachen.
Der 1955 in der spanischen Provinz Asturien geborene Pantomime pflegt die kleine Nuance ebenso wie die große Geste: Hier ein angedeutetes Schmunzeln, ein kaum merkliches Heben der Augenbraue, da die pure Lust am Schabernack, eine ungestüme Grimasse und der volle Körpereinsatz. Das weiß geschminkte Gesicht – eine Hommage an seine großen Vorbilder Marcel Marceau, Ladislav Fialka und Samy Molcho – verstärkt die Mimik und lässt das Publikum in Martínez‘ Seele lesen. Wenn am Ende der Vorstellung die Maske fällt, ist das jedes Mal ein magischer Moment.
Seit vierzig Jahren ist Carlos Martínez mit seiner stillen Kunst auf den Bühnen der Welt zuhause. Er ließ sich nicht dadurch beirren, dass viele den Niedergang der klassischen Pantomime vorausgesagt hatten: Bis heute erforscht er ihre Ausdrucksformen, verfeinert und vertieft sie, versorgt sie mit neuen Impulsen und lotet ihre Grenzen aus. In enger Zusammenarbeit mit seinem Team hat er in vier Jahrzehnten zehn abendfüllende Soloprogramme entwickelt und in ungezählten Auftritten auf kleinen und großen Bühnen in Europa, Afrika, Asien, Nord- und Südamerika präsentiert. Vielfältige gemeinschaftliche Projekte mit Künstlerinnen und Künstlern anderer Genres inspirieren ihn. Und ein Studium, abgeschlossen mit einer Masterarbeit über die Körpersprache im Theater, sorgt darüber hinaus für ein stabiles wissenschaftliches Fundament. Seine Expertise als Referent für Körpersprache und nonverbale Kommunikation ist auf der ganzen Welt gefragt, als Pantomime-Lehrer unterrichtet er Amateure und Profis.
Die Grundlage von Carlos Martínez‘ Bühnenkunst ist eine vielgestaltige Ausbildung an Pantomimen- und Schauspielschulen, verbunden mit der tiefen Überzeugung, dass ein Künstler jeden Tag, bei jedem Auftritt, ja sein ganzes Leben lang Neues hinzulernt. Mit hohem Trainingsaufwand, intensiver Körperarbeit und einem unbeirrten Feilen an Technik und Timing arbeitet Carlos Martínez stetig an seinen Fähigkeiten.
Seine Stücke erwachsen aus einer immensen Neugier auf all das, was das Leben ausmacht. Sie entstehen durch konzentrierte Wahrnehmung, akribische Beobachtung und ausgeprägtes Einfühlungsvermögen, heißt „Pantomime“ doch im Altgriechischen „alles nachahmend“. Seine große Liebe zum Schauspiel, seine Begeisterung für den Auftritt vor Publikum und seine feinen Antennen für das Komische sorgen dafür, dass seine Performance trotz höchster Präzision immer spielerisch leicht daherkommt. Er ist ein Meister der Pointe, wenn er – schwupps – aus einem X ein U macht und mit einem kecken Zwinkern die Wirklichkeit kurzerhand auf links dreht. Mit der Fantasie, Weisheit und visionären Kraft eines Künstlers schafft er aus der Stille Zeit und Raum. Carlos Martínez ist ein Menschenfreund, ein Humanist durch und durch, der bei jedem Auftritt den stillen Dialog und die gestische Zwiesprache mit seinem Publikum genießt.
Mit seiner für jedermann verständlichen universellen Kunst, die keine Übersetzung benötigt, greift dieser Poet der Stille seit 40 Jahren immer wieder auch allumfassende Themen auf, erzählt von Liebe und Hass, von Mut und Verzweiflung, von Versagen und Hoffnung, von Lüge und Ehrlichkeit, von Leben und Tod. Er wirbt für Respekt, er verteidigt die Menschenrechte, er demonstriert die Notwendigkeit eines sorgsamen Umgangs mit der Umwelt, und er zeigt immer wieder, wie viel auch ohne Worte gesagt werden kann – gerade in einer Welt, die immer lauter wird. Ein Auftritt von Carlos Martínez schafft Unrecht nicht ab, lässt die Tragödien des Lebens nicht vergessen und bringt die Welt nicht wieder ins Lot – aber man kann an einem solchen Abend Kraft schöpfen und Vertrauen in die Menschlichkeit gewinnen.
Sein 40-jähriges Bühnenjubiläum feiert Carlos Martínez mit dem Theater-Programm „Vitamimo“. Im anspielungsreichen Titel stecken „Mimo“, die spanische Kurzform für die Kunst der Pantomime, „Vitamine“ als lebenswichtige organische Verbindungen und Nahrungsergänzung für die Seele, und natürlich „Vita“, das Leben – ein Leben für die Pantomime.
Weitere Informationen: http://www.carlosmartinez.es/de
Videos (Stücke, Trailer, Interviews, …): http://www.youtube.com/carlosmartinezactor











