openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Neue Umfrage der Anna-Lindh-Stiftung zu interkulturellen Trends

08.12.202115:09 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft

(openPR) Einwanderung als Hauptmerkmal der Europa-Mittelmeer-Region ist ein Mythos

Umfrage unter mehr als 13.000 Menschen in 13 Euro-Mittelmeerländern zeigt, dass Jugendprogramme als wirksames Mittel zur Verringerung kultureller Konflikte und Spaltungen in der Region angesehen werden

Alexandria (Ägypten), 8. Dezember 2021 – Die neue euro-mediterrane Umfrage der Anna-Lindh-Stiftung zu interkulturellen Trends zeigt, dass die Mittelmeerregion in der allgemeinen Wahrnehmung stark von Gastfreundschaft und Lebensart geprägt ist. Die Länder am südlichen und östlichen Ufer des Mittelmeers (SEM) sehen die Migrationsproblematik jedoch anders als die europäischen Länder. Mehr als die Hälfte (60 %) der Befragten in den SEM-Ländern sehen den Mittelmeerraum stark von Migrationsfragen geprägt, verglichen mit etwa vier von zehn Befragten in Europa. Nur ein Drittel (34 %) der deutschen Befragten charakterisiert die Region in dieser Weise. Die Umfrage hat untersucht, was die Menschen als kritische Aspekte des Lebens in der Region ansehen und welche Gemeinsamkeiten oder Unterschiede sie zwischen sich selbst und Menschen aus anderen Ländern und Kulturen sehen.

Zu den wichtigsten Ergebnissen der Studie gehört, dass eine überwältigende Mehrheit der Teilnehmer auf beiden Seiten des Mittelmeers der Meinung ist, dass Jugendprogramme den Zusammenhalt am wirksamsten fördern: Nämlich 64 Prozent in den europäischen Ländern und 62 Prozent der Befragten in den Ländern des südlichen und östlichen Mittelmeerraums. Viele sind der Meinung, dass Schulen eine wichtige Rolle dabei spielen, Schüler über kulturelle Vielfalt zu unterrichten und verschiedene Kulturen zusammenzubringen. Schulen sollten Orte sein, an denen Kinder lernen, in Vielfalt zu leben, und lokale Behörden und zivilgesellschaftliche Initiativen sollten zur Förderung des interkulturellen Dialogs ermutigt werden. In Marokko, Irland und Deutschland halten die meisten Befragten diese Maßnahmen entweder für „sehr wirksam" oder für „teilweise wirksam“ (insgesamt zwischen 93 % und 96 %). Zwei Fünftel (38 %) der Menschen in den europäischen Ländern sind der Meinung, dass kulturelle und künstlerische Initiativen „sehr wirksame“ Maßnahmen zur Konfliktprävention und -bewältigung sind. 

Josep Ferré, Executive Director der Anna-Lindh-Stiftung: „Die faktengestützten Informationen und Analysen können eine Grundlage für neue Denkansätze und Richtlinien für konkrete und politische Maßnahmen zur Förderung des interkulturellen Dialogs, des Zusammenhalts kulturell vielfältiger Gesellschaften, der Förderung des gegenseitigen Verständnisses und der regionalen Zusammenarbeit in der gesamten Europa-Mittelmeer-Region sein.“

„Eine große Mehrheit der SEM-Befragten und der Europäer ist der Ansicht, dass die Face-to-Face-Barrieren bei interkulturellen Interaktionen durch die Nutzung digitaler Tools abgebaut werden“, ergänzt Eleonora Insalaco, Head of Operations und Leiterin für interkulturelle Forschung bei der Anna-Lindh-Stiftung. „In dieser Hinsicht wäre es sinnvoll, die effektivsten digitalen Plattformen für die interkulturelle Interaktion näher zu betrachten.“

Zu den wichtigsten Ergebnissen für Deutschland gehören:

  • Die Befragten in Deutschland geben am häufigsten an, dass kulturelle Spannungen oder Konflikte im Laufe der Geschichte (73 %) oder die Religion (64 %) Hindernisse für interkulturelle Begegnungen darstellen.
  • Im Vergleich zu früheren Umfragen zu interkulturellen Trends ist der Anteil der Befragten, die Vielfalt als Bedrohung für die Stabilität der Gesellschaft sehen, in einigen Ländern zurückgegangen – so auch in Deutschland von 43 Prozent im Jahr 2012 auf 6 Prozent im Jahr 2020.
  • Der Aussage „Kulturelle und religiöse Vielfalt ist wichtig für den Wohlstand Ihrer Gesellschaft“ stimmt eine Mehrheit (50 % oder mehr) in allen Ländern außer Jordanien (46 %), Deutschland (43 %) und der Tschechischen Republik (20 %) „voll und ganz“ zu. In Deutschland und Jordanien ist die Zustimmung zu dieser Aussage im Vergleich zu früheren Befragungen gesunken. Insgesamt stehen die befragten Länder Vielfalt offen gegenüber, sind tolerant gegenüber anderen Kulturen und sehen den Wert einer multikulturellen Gesellschaft.
  • In Deutschland, Schweden und Griechenland sehen Menschen, die in ländlichen Regionen leben, die kulturelle und religiöse Vielfalt eher als eine Bedrohung für die Stabilität der Gesellschaft an als Menschen in städtischen Gebieten. In Deutschland stimmten 25 Prozent der Befragten in ländlichen Gebieten dieser Aussage voll und ganz oder teilweise zu, verglichen mit nur 16 Prozent in Großstädten.

Zu den wichtigsten Ergebnissen der Umfrage gehören:

  • Kulturelle Vielfalt ist etwas, das in der gesamten Region anerkannt und geschätzt wird. Eine große Mehrheit gab an, religiöse Vielfalt zu begrüßen und sich für andere Kulturen zu interessieren. Allerdings sind viele der Befragten der Meinung, dass mehr getan werden muss, um Stereotypen und Hindernisse, die das Zusammenleben erschweren, zu beseitigen. Die SEM-Länder stimmen „voll und ganz“ zu, dass kulturelle und religiöse Vielfalt für den Wohlstand ihrer Gesellschaft wichtig sind (59 % im Vergleich zu 45 % in Europa).
  • In der gesamten Region herrscht Einigkeit darüber, dass Kunst eine wichtige Rolle bei der Annäherung zwischen Ländern und Kulturen spielt und dass kulturelle und künstlerische Projekte dazu beitragen können, die Trennung zwischen den Kulturen zu verringern. Filme gelten dabei als wichtige Quelle für kulturübergreifende Informationen.
  • Während beide Ländergruppen allgemein positive Ansichten über die Region haben, neigen die Befragten aus dem südlichen Mittelmeerraum eher zu negativen Assoziationen. Ein Drittel der Befragten aus dem südlichen Mittelmeerraum bezeichnet den Mittelmeerraum als Quelle von Konflikten (33 %) und als resistent gegen Veränderungen (32 %), verglichen mit nur 20 Prozent bzw. 14 Prozent der europäischen Befragten.
  • Die meisten SEM-Befragten (70 %) sind der Meinung, dass die Verstärkung der interkulturellen Zusammenarbeit Vorteile im Hinblick auf eine größere ökologische Nachhaltigkeit bringen kann, während nur 41 % der Europäer solche Vorteile sehen.

Über die Studie

  • Die Anna-Lindh-Stiftung hat Ipsos mit ihrer dritten Meinungsumfrage zu interkulturellen Trends in der Europa-Mittelmeer-Region beauftragt.
  • Mehr als 13.000 Menschen in 13 Ländern wurden von Ipsos-Mori in der ersten Jahreshälfte 2020 für diese Studie zu ihren Erwartungen, Bedenken und Werten befragt. Zu den untersuchten Ländern gehören acht europäische Länder (Schweden, Deutschland, Griechenland, Zypern, Rumänien, Kroatien, Irland und die Tschechische Republik) und fünf Länder des südlichen und östlichen Mittelmeerraums (Algerien, Jordanien, Libanon, Mauretanien und Marokko).
  • Die Zielbevölkerung besteht aus allen Personen ab 15 Jahren (in Tschechien und Schweden ab 16 Jahren), die in den erfassten Ländern leben. In allen Ländern lag der angestrebte Stichprobenumfang bei 1.000 vollständig ausgefüllten Interviews. Die Feldarbeit fand in allen Ländern außer Mauretanien zwischen dem 9. März 2020 und dem 16. Juni 2020 statt, wobei die Erhebung aufgrund der COVID-19-Pandemie nach der Hälfte der Zeit unterbrochen wurde. Die Erhebungen in Mauretanien fanden zwischen dem 28. August 2020 und dem 09. Oktober 2020 statt.
  • Der Intercultural Trends Report der Anna-Lindh-Stiftung ist die vierte Welle einer 2010 gestarteten Reihe, die einen Einblick in die Dynamik der Region über mehrere Jahre hinweg gibt. Die Umfrage ist nur ein Element in einem von der Stiftung organisierten Programm von Aktivitäten, die darauf abzielen, den interkulturellen Dialog zu messen, Maßnahmen zur Umsetzung in die Praxis abzuleiten und politische Entscheidungsträger zu unterstützen.
  • Weitere Informationen und den vollständigen Bericht der Anna-Lindh-Stiftung über interkulturelle Trends in der Europa-Mittelmeer-Region finden Sie unter: www.annalindhfoundation.org/what-we-do/intercultural-trends-report

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 1221642
 583

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Neue Umfrage der Anna-Lindh-Stiftung zu interkulturellen Trends“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Das könnte Sie auch interessieren:

Tiefe Bestuerzung ueber den Tod von Anna Lindh
Tiefe Bestuerzung ueber den Tod von Anna Lindh
11. September 2003 Zum Tod der schwedischen Aussenministerin Anna Lindh erklaert der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Franz Muentefering: Mit tiefer Bestuerzung und grosser Trauer haben wir vom Tod der schwedischen Aussenministerin Anna Lindh erfahren. Schweden und Europa verlieren mit Anna Lindh eine grosse Politikerin, die stets mit ganzer Kraft fuer ihr Land und fuer Europa eingetreten ist. Ihr tragischer Tod ist ein grosser Verlust fuer die europaeische Sozialdemokratie, die mit Anna Lindh eine ihrer Grossen verliert.
Heide Simonis und Olaf Scholz nehmen an Trauerfeierlichkeiten für Anna Lindh teil
Heide Simonis und Olaf Scholz nehmen an Trauerfeierlichkeiten für Anna Lindh teil
Berlin, den 18. September 2003 - An den Trauerfeierlichkeiten für die schwedische Außenministerin, Anna Lindh, nehmen für den SPD-Parteivorstand der SPD-Generalsekretär, Olaf Scholz, und die Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein, Heidi Simonis, teil.  
Bild: Gewalt gegen öffentliche Personen: Was bedeutet sie für unsere Demokratie?Bild: Gewalt gegen öffentliche Personen: Was bedeutet sie für unsere Demokratie?
Gewalt gegen öffentliche Personen: Was bedeutet sie für unsere Demokratie?
… (Gebäude ME, Ebene 02, Max-Horkheimer-Str. 15, 42119 Wuppertal). Die Podiumsdiskussion in der CityKirche, Kirchplatz 2, 42103 Wuppertal startet um 18 Uhr.----Neues BuchNoch tiefergehende Analysen und einen umfassenden Überblick zur Thematik liefert das Buch „Bedrohungsanalysen – Angriffe auf PolitikerInnen, JournalistInnen, Einsatzkräfte und Lehrpersonen …
Olaf Scholz kondoliert dem Vorsitzenden der Sozialdemokratischen Partei Schwedens, Göran Persson, zu
Olaf Scholz kondoliert dem Vorsitzenden der Sozialdemokratischen Partei Schwedens, Göran Persson, zu
… sondern darüber hinaus eine kluge, offene und warmherzige Frau. Ihre Rolle bei der Erweiterung und Vertiefung der Europäischen Union und beim Aufbau eines neuen, friedlichen und demokratischen Miteinanders in Europa nach dem Ende des Kalten Krieges wird unvergessen bleiben. Alle führenden Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten in Europa stützten …
Merkel bestürzt über Tod von Anna Lindh
Merkel bestürzt über Tod von Anna Lindh
11. September 2003 - Nachfolgendes Kondolenzschreiben hat die Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und CDU-Vorsitzende, Dr. Angela Merkel MdB, an den Ministerpräsidenten des Königreichs Schweden, Göran Persson, heute übersandt: Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, zutiefst schockiert habe ich die Nachricht vom Tod der Außenministerin des Königreichs Schweden aufgenommen. Im Namen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und der CDU Deutschlands möchte ich Ihnen und Ihrem Land meine tiefe Anteilnahme am Tod von Anna Lindh aussprechen. Schweden,…
Schule der Zukunft - in Zukunft Schule
Schule der Zukunft - in Zukunft Schule
… und unterforderte Schülerinnen und Schüler haben die Öffentlichkeit aufgeschreckt. All dies sind Anzeichen dafür, dass unser Bildungssystem auf den Prüfstand gestellt werden sollte, dass neue Ansätze, neue Schulmodelle und –konzepte entwickelt werden müssten. Zu diesem Thema veranstaltet der Business and Professional Women Club Berlin e. V. (BPW) in …
Bild: Berlin erarbeitet sich Vorreiterrolle - 12. „kreidefreie“ SMART Board Schule in Berlin eingeweihtBild: Berlin erarbeitet sich Vorreiterrolle - 12. „kreidefreie“ SMART Board Schule in Berlin eingeweiht
Berlin erarbeitet sich Vorreiterrolle - 12. „kreidefreie“ SMART Board Schule in Berlin eingeweiht
… 31. August um 7:45 Uhr zerschnitt Frau Staatssekretärin Claudia Zinke das rote Band an der Anna-Lindh Grundschule und läutete damit das interaktive Zeitalter und die neue Lehr- und Lernkultur an einer Schule mitten im sozialen Brennpunkt ein. Hierfür haben sich besonders Herr Oberschulrat Neufert von der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und …
Trauer um Anna Lindh
Trauer um Anna Lindh
11.09.2003 - Bundeskanzler Schröder kondolierte dem schwedischen Ministerpräsidenten Persson zum Tod von Außenministerin Anna Lindh Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, lieber Göran, mit großem Entsetzen und tiefer Betroffenheit habe ich erfahren, dass Anna Lindh am heutigen Morgen an den Folgen des schrecklichen Anschlags verstorben ist. Bundeskanzler Gerhard Schröder sandte dem schwedischen Ministerpräsidenten Göran Persson folgendes Kondolenztelegramm zum Tod der schwedischen Außenministerin Anna Lindh Sehr geehrter Herr Ministerpräs…
Bundesminister Fischer reist zu Trauerfeier für Anna Lindh nach Stockholm
Bundesminister Fischer reist zu Trauerfeier für Anna Lindh nach Stockholm
Bundesaußenminister Joschka Fischer reist morgen (19.09.) nach Stockholm, um dort an den offiziellen Trauerfeierlichkeiten für die ermordete schwedische Außenministerin Anna Lindh teilzunehmen. Die Feierstunde wird im Stockholmer Stadthaus ausgerichtet. Schwedisches Außenministerium Erklärung von Bundesaußenminister Joschka Fischer zum Tod der schwedischen Außenministerin Anna Lindh, 11.09.2003   weitere Informationen und Links unter: http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/aussenpolitik/ausgabe_archiv?archiv_id=4890&type_id=2&bereich_id=1…
Bundesaußenminister Fischer reist zu Euro-Seminar nach Schweden
Bundesaußenminister Fischer reist zu Euro-Seminar nach Schweden
Am Dienstag, (08.07.) reist Bundesaußenminister Joschka Fischer nach Visby (Schweden). Dort wird er während einer Podiumsdiskussion im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Referendum über die Einführung des Euro in Schweden sprechen. Während des eintägigen Besuches in Visby/Gotland trifft Bundesminister Fischer auch mit seiner schwedischen Amtskollegin Anna Lindh zusammen. In Visby diskutieren alljährlich Vertreter aller politischen Parteien Schwedens über innenpolitische Fragen. Erstmals ist mit Bundesminister Fischer ein ausländischer Polit…
Sie lesen gerade: Neue Umfrage der Anna-Lindh-Stiftung zu interkulturellen Trends