(openPR) Whistleblower*innen haben in den letzten Jahren unsere Wahrnehmung von Überwachung und Kontrolle in der Informationsgesellschaft für immer verändert. Wer sind diese Menschen, warum entscheiden sie sich zu Schritten, für die sie bereit sind, harte Konsequenzen zu tragen und welche Auswirkungen hat die disruptive Praxis des Whistleblowing als Akt des Dissens in der Politik, in der Gesellschaft und in der Kunst? Wie kann unsere Gesellschaft dadurch freier und gerechter werden?
Das Berlin-basierte Disruption Network Lab bringt vom 26. bis zum 28. November Whistleblower*innen, Journalist*innen, Aktivist*innen, Künstler*innen, Anwält*innen und kritische Denker*innen zusammen, um diese und viele andere Fragen im Rahmen der Konferenz „Whistleblowing For Change Exposing Systems of Power & Injustice“ zu diskutieren.
Das Programm:
- 26. November - 18:00 Uhr: Deutschlandpremiere des Dokumentarfilms „United States vs. Reality Winner“ (USA, 2021). Das ist die Geschichte der 25jährigen Reality Winner, die 2016 für einen Dienstleister der NSA arbeitete und Einzelheiten über Russlands Versuche, die Präsidentschaftswahl zu beeinflussen, an Medien weitergab. Die damals 25jährige wurde sofort entdeckt und nach dem Espionage Act verhaftet. Der Dokumentarfilm beleuchtet die Grenze zwischen Patriotismus und Verrat sowie die Härte, mit der die US-Justiz solche Fälle behandelt.
Nach dem Film werden Regisseurin und Produzentin Sonia Kennebeck, Billie Winner-Davis, Mutter von Reality Winner und John Kiriakou, ehemaliger CIA-Officer und Whistleblower gegen Folter an einer Podiumsdiskussion teilnehmen, moderiert von Anna Myers, CEO von Whistleblowing International Network.
- 27. November - 16:00 Uhr: Tatiana Bazzichelli, Leiterin des Disruption Network Lab und Elena Veljanovska werden das Buch „Whistleblowing for Change: Exposing Systems of Power & Injustice“ (Transcript, 2021) vorstellen. Darin finden sich die Beiträge zahlreicher Teilnehmenden an den Konferenzen des Disruption Network Lab der vergangenen Jahre, wie Laura Poitras, Brandon Bryant, Lisa Ling und andere. Das Buch untersucht Whistleblowing als Akt des Widerstands, der aus dem inneren eines geschlossenen Machtsystems heraus kommt und es von innen verändert und geht der Frage nach: Sind Kritik und Opposition nur durch offenen Konflikt möglich, oder kann eine disruptive Praxis wie die des Whistleblowing zur politischen Strategie werden?
An der anschließenden Podiumsdiskussion werden an diesem Tag unter anderem Barrett Brown, Schriftsteller und Journalist, Gründer des Project PM und Anonymous-Unterstützer (US); Lauri Love, britischer Aktivist, Hacker (UK), Überwachung- und Datenschutzexperte; Mustafa Al-Bassam aka Tflow, Mitbegründer der Hackergruppe LulzSec, teilnehmen.
- 28. November: Ergänzend zur Konferenz bieten wir am zwei Community-Workshops, welche die Vorträge mit praxisorientierten Angeboten von internationalen Aktivist*innen, Künstler*innen und Technologieexpert*innen-Communities verbinden.
11:00 Uhr: Building Secure Whistleblowing Platforms with GlobaLeaks Free Software with Rima Sghaier
14:30 Uhr: To play or to be played? De-gamification workshop with Agnese Trocchi and Jacopo Anderlini
Die Veranstaltung findet in englischer Sprache im Studio 1, Kunstquartier Bethanien, Berlin statt und wird zusätzlich per Livestream übertragen.
Wir freuen uns, wenn Sie die Konferenz sowie die Buchvorstellung ankündigen könnten. Gerne organisieren wir Termine für Interviews mit allen Speaker*innen der Konferenz, wir würden uns ausgesprochen freuen, Sie in unser Press Room vor Ort zu begrüßen! Eine Rezension des Buches sowie eine Filmbesprechung wären ebenfalls möglich, bitte zögern Sie nicht, uns bei Interesse anzusprechen.
Möchten Sie gerne mehr über das Disruption Network Lab und das Buchprojekt erfahren? Wir beantworten gerne Ihre Fragen.
















