(openPR) Köln, 18. März 2021 – Die frühe Erkennung von Rechenschwäche und eine frühe Förderung von Kindern mit Rechenschwierigkeiten standen im Zentrum der Fachtagung „100 Jahre Rechenschwäche“ am Donnerstag in Nordrhein-Westfalen. Etwa 370 Lehrer, Erzieher und Experten aus Bürokratie und Wissenschaft nahmen an der virtuellen Veranstaltung von RuhrFutur teil, der gemeinsamen Bildungsinitiative der Mercator-Stiftung, der Hochschulen des Ruhrgebiets sowie der Landes-, Regional- und Kommunalverwaltungen.
Erfolgreiche Fortbildungsveranstaltungen in Nordrhein-Westfalen hätten gezeigt, wie wichtig die enge Zusammenarbeit aller Akteure wie Schulberatungsstellen, Schul- und Jugendämter sowie der verschiedenen Expertenteams ist, betonte die Psychologin Prof. Dr. Annemarie Fritz-Stratmann, Vorsitzende der Akademie Wort und Zahl in Köln. Ziel der Fachtagung war es, einen weiteren Beitrag zu dem notwendigen „Brückenbau“ zwischen Theorie und Praxis zu leisten. Die von der WDR-Journalistin Gisela Steinhauer moderierte Veranstaltung ordnet sich in den Auftakt der Bildungsoffensive "Rechenschwierigkeiten vermeiden" der Landesregierung für 2021 ein.
Auch wenn die Problematik von Kindern mit Rechenschwierigkeiten vor mehr als 100 Jahren entdeckt und beschrieben wurde (1916 vom ungarische Psychologe Paul Ranschburg), ist deren frühe Erkennung und Förderung auch heute noch nicht im Schulalltag und den Kitas in Deutschland und den meisten anderen Ländern Europas angekommen.
Ursache für die besonders große Distanz zwischen wissenschaftlicher Forschung und pädagogischem Alltag ist die Notwendigkeit, sehr viele Protagonisten einzubeziehen. Ein erfolgreicher „Brückenbau“ erfordert eine intensive Kommunikation zwischen Wissenschaftlern, Institutionen, Behörden, Experten, Pädagogen und im Idealfall auch die Eltern.
In Nordrhein-Westfalen haben seit 2018 die Universität Duisburg-Essen mit der Schulaufsicht der jeweiligen Bezirksregierungen sowie den kommunalen Bildungsbüros und Jugendämtern mehrteilige Fortbildungsreihen für Grundschulen und Kitas konzipiert und in allen vier Schulbezirken in Essen erfolgreich umgesetzt. Ähnliches wird 2021 in Mühlheim realisiert.
Dabei erhielten Lehrer und Erzieher Informationen über
- den Erwerb mathematischer Kompetenzen vom Säuglings- bis zum
Grundschulalter
- die Möglichkeiten der Früherkennung von Rechenschwierigkeiten
- ein Screening (Test) zu deren valider (gesicherter) Erfassung
- adaptive Fördermaßnahmen.
Die Akademie Wort und Zahl, die an zahlreichen nationalen und internationalen Projekten mitwirkt, bietet entsprechende Fortbildungsveranstaltungen in NRW an.
https://www.ruhrfutur.de/aktuelles/grosser-zulauf-beim-fachtag-rechenschwaeche-vorbeugen






