(openPR) Eine Rechenschwäche ist eine Teilleistungsstörung im Umgang mit Zahlen. Wissenschaftler schätzen, dass etwa sechs Prozent der Grundschüler unter der Teilleistungsstörung Rechenschwäche leiden.
Das erste Halbjahr des ersten Schuljahres ist für Sabine, 8 Jahre alt, problemlos verlaufen. Sie geht gerne zur Schule, arbeitet sehr konzentriert mit und erledigt ihre Hausaufgaben gewissenhaft, zügig und mit Freude. Sabine ist fleißig und wird von ihren Mitschülern, wie von den Lehrern gemocht. Sie lernt schnell lesen und schreiben.
Aber gegen Ende der ersten Klasse bemerken die Eltern die ersten gravierenden Schwierigkeiten im Rechnen. Für Sabine scheinen Zahlen undefinierbare Zeichen zu sein. Sabine begreift nicht, dass hinter jeder Zahl eine bestimmte Menge steht. Sie rechnet immer noch mit den Fingern. Aber eine Aufgabe wie 8+7 kann sie nicht rechnen, da sie ja nur 10 Finger zur Verfügung hat. Und eine Menge von 10 besteht für sie nur aus den Ziffern 1 und 0.
Ihre Mutter übt mit ihr, manchmal 2 Stunden am Tag, jedoch ohne Erfolg. Die Lehrerin rät den Eltern, geduldig zu sein und noch mehr zu üben. Sabine geht es immer schlechter. Sie hat morgens Bauchweh und schläft schlecht. Sie ist jetzt in der zweiten Klasse und quält sich durch den Schulmorgen. Sie hat jeden Spaß an der Schule verloren und zieht sich immer mehr zurück.
Fazit:
Sabine hat vermutlich eine isolierte Rechenschwäche. Um ihr die Freude an der Schule wieder zurückzugeben, müssen die Eltern schnell handeln. Sabine braucht ein spielerisches Rechentraining, indem sie immer wieder über das Abzählen von Mengen und die Mengenverknüpfung ihre Rechenschwäche überwinden kann.
Typische Merkmale einer Rechenschwäche:
• Leichtsinnsfehler, die beim Rechnen regelmäßig auftreten
• Finger als Hilfsmittel beim Rechnen, meist bei jüngeren Schülern (dies wird oft sehr
perfekt versteckt, besonders wenn die Kinder schon mal für das Abzählen an den
Fingern gerügt wurden)
• Fehler werden nicht erkannt
• Fehlendes Verständnis für die Aufgabenstellung bei Textaufgaben. Hier muss eine
mögliche Leseschwäche mitberücksichtigt werden
• Fehler beim Abschreiben von Zahlen und Rechenzeichen
• Das Kopfrechnen bereitet Mühe und ist unzuverlässig
• Das 1x1 und andere Rechenvorgänge sitzen nicht
• Die 10er und 100er Über- und Unterschreitungen bereiten Probleme.
• Muss das Kind zügiger Arbeiten, steigt die Fehlerzahl deutlich an
Da die Kombinationen von Zahlen, verbunden mit Rechenprozessen, sehr vielfältig sind und unendlich viele Varianten zulassen, ist es verständlich, dass es nicht nur diese Hinweise auf eine Rechenschwäche gibt. Auch andere Hinweise sind möglich, die allerdings nicht so häufig auftreten.
Die Rechenschwäche kann sich auch auf die Persönlichkeit des Kindes auswirken.
Psychosomatische Beschwerden können auftreten in Form von Bauchschmerzen und Kopfschmerzen. Dazu kommen noch psychologische Auswirkungen wie: Resignation, Trotz, Kompensation durch Angeberei u.ä.
Wie wirkt sich eine Rechenschwäche auf das Lernen aus?
• Viele Fehler treten immer und immer wieder auf
• Das Kind kann nicht selbständig arbeiten
• Gute Ergebnisse kommen eher zufällig zustande
• Weichen Aufgabenstellungen nur geringfügig vom Vorbereitungsmuster ab, bereiten
diese sofort Schwierigkeiten.
• Zuhause erzielt das Kind bessere Ergebnisse als bei den Klassenarbeiten
• Die Kinder klagen über Mathe-Hausaufgaben oder verweigern diese sogar
• Die Schüler versuchen alles im Gedächtnis zu behalten, werden unsicher und verlieren
allen Spaß am Rechnen und an der Mathematik
• Das Kind versteht die Rechen- und Denkwege, kann diese aber aufgrund seiner
Rechenschwäche nicht ausführen, ohne viele Fehler zu machen
Hilfe für Kinder mit einer Rechenschwäche:
Bis zu zwanzig Prozent aller Menschen haben Schwierigkeiten, Mengen und Zahlen zu verknüpfen. Die Rechenschwäche eines Kindes hat nichts zu tun mit mangelnder Intelligenz, Leichtsinn oder Faulheit. Sie ist vielmehr ein Reifeproblem. Dieses Problem ist darauf zurückzuführen, dass der für solche Prozesse zuständige Teil des Gehirns noch nicht ausreichend gereift ist. Dadurch kann das Gehirn die Kombination von Mengen und Zahlen nicht anforderungsgerecht bewältigen.
Beispiel: Ihr Kind erlernt in der ersten Klasse den Zahlenraum bis 20 mit den dazugehörigen Mengen. Die Methode der Zahlen-Mengen-Verknüpfung hilft dem Kind die abstrakten Zahlen Mengen zuzuordnen.
Ist der zuständige Gehirnbereich Ihres Kindes zu diesem Zeitpunkt ausgereift, dann lernt Ihr Kind leicht und kann - eine normale Intelligenz vorausgesetzt - die Anforderungen der ersten Klasse erfüllen. Ihr Kind speichert diese mathematischen Grundlagen und kann auf diesem Fundament in der 2. Klasse aufbauen. Mit Geduld und Einsatz kann eine Rechenschwäche kann überwunden werden.
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