(openPR) Noch eine Stunde bis zum Schichtwechsel. Kurz vor sieben Uhr morgens lehnt sich Brandmeister Thorsten Falk in seinem Schreibtischstuhl zurück. Diese Nacht ist ruhig verlaufen für die Arnsberger Feuerwehr – nur ein Mülltonnenbrand, eine Ölspur und ein Fehlalarm. Gerade als Falk das Arbeitsprotokoll in den Computer eingeben will, beginnt das Sirenengeheul. Die Zentrale meldet Alarm: „Feuer im Hotel Prisma – starke Rauchentwicklung aus den oberen Etagen. Menschenleben in Gefahr.“ Alle verfügbaren Löschzüge rücken aus. Falls das Hotel voll besetzt ist, droht eine Katastrophe. Noch weiß niemand, wie viel Gäste und Mitarbeiter sich im ‚Prisma’ aufhalten. Doch wenigstens hat die Zentrale das erst vor wenigen Wochen eröffnete Hotel im 3D-Gebäuderegister auf dem Zentralrechner gefunden. Dort sind alle öffentlichen Liegenschaften, die meisten Geschäfte und Bürohäuser sowie die meisten Privathäuser der Stadt als detailgetreues dreidimensionales und virtuell begehbares Modell abgespeichert, ergänzt mit entsprechenden Evakuierungsplänen und Gefahrenhinweisen. Das 3D-Modell des Prisma-Hotels taucht nun auch auf den Bordcomputer von Falks Einsatzfahrzeug auf. „Hier können wir hoch,“ sagt er zu seinen Kollegen und deutet auf die markierten Rettungswege. Dann bemerkt der Brandmeister, dass einer der oberen Räume des Hotels mit einem Brandgefahr-Symbol markiert ist. Falk tippt darauf und erhält die Information, dass sich in diesem Raum die Reinigungsanlage für das Schwimmbad befindet. Aufgelistet sind außerdem alle Chemikalien, die dort verwendet und gelagert werden. „Das könnte brenzlig werden,“ sagt Falk und tauscht sich mit der Einsatzzentrale über mögliche Komplikationen aus. Vorsorglich schicken die Kollegen ihren ABC-Dienst los. Trotz einsetzendem Berufsverkehr kommen alle Löschzüge und Rettungswagen schnell voran. Seit der Feuerwehrserver (Zentralrechner) mit dem Verkehrsleitsystem gekoppelt ist, kann der Verkehr während eines Rettungseinsatzes im gesamten Stadtgebiet computergesteuert umgeleitet werden.
Als Falk und seine Kollegen keine fünf Minuten nach dem Alarm am Unglücksort eintreffen, quellen dichte Rauchschwaden aus den oberen Etagen des achtstöckigen Gebäudes. Etliche Gäste und Mitarbeiter haben sich bereits selbst in Sicherheit gebracht, sie werden sofort von den Sanitätern betreut. Falk stülpt sich den Helm mit integrierter Atemschutzmaske über den Kopf, tastet nach dem kleinen Computer an seinem Gürtel und rennt auf die Eingangstür los. Per Funk informiert ihn die Einsatzzentrale, in welchen Zimmern möglicherweise noch Menschen sind. Zeitgleich erscheint auf dem Display (Bildschirmanzeige) im inneren seiner Atemmaske das 3D-Modell des Hotels und ein bereits vorgefertigter Evakuierungsplan. Nun kann die Rettungsmannschaft gezielt und schnell in das brennende Gebäude vordringen. Obwohl die Sicht durch den Rauch sehr schlecht ist kann er sich sehr schnell in das Gebäude bewegen. Früher hätten wir hier auf allen Vieren kriechend hinein gemusst, weil wir in dem Qualm nicht sehen konnten. Heute bekommen wir die 3D-Bilder in den Sichtbereich der Atemmaske eingespielt und haben eine gute Sicht. Auf ihrem Weg durch die Flure verteilen die Rettungskräfte überall im Haus die münzgroßen Relais (automatische Funkstationen) des mobilen digitalen Funksystems. Die Verbindung zur Zentrale ist in Sekundenschnelle aufgebaut und schon erhält Falk die ersten Daten von den Sensoren, die in seine Schutzkleidung eingebaut sind. „Keine unbekannten Giftstoffe,“ melden die Kollegen, die von der Leitstelle aus die Luftzusammensetzung vor Ort überwachen. Auch die körperliche Verfassung aller Feuerwehrmänner wird mithilfe von Biometrie-Sensoren (Körperfunktionsmessung) permanent beobachtet. „Herzfrequenz, Körpertemperatur und Hautwiderstand okay, dringt weiter zum Brandherd vor.“ Falk weiß, dass er sofort benachrichtigt wird, falls sein Gesundheitszustand in irgendeiner Weise gefährdet ist. Dank dieser Sicherheitsmaßnahmen kann er sich voll auf den Einsatz konzentrieren. Während seine Kollegen weiter nach eingeschlossenen Menschen suchen, ist Falk trotz immer stärkerer Rauchentwicklung mühelos bis ins oberste Stockwerk vorgedrungen - dank der Orientierungshilfe in seinem Atemmaskendisplay. Dort oben ist der Qualm am schlimmsten, Falk kann die Hand nicht vor Augen sehen. Aber die Wärmebildkamera an seiner Atemmaske zeigt ihm die Brandherde in unmittelbarer Nähe: Im 3D-Modell des Displays seiner Atemmasken ortet Falk ein kleineres Feuer auf dem Dach über ihm und einen größeren Brand in der Schwimmhalle vor ihm. Außerdem erkennt der Brandmeister sofort, wo er den Raum mit der Reinigungsanlage und den brennbaren Chemikalien suchen muss. Vorsichtig tastet er sich voran und atmet erleichtert auf: In der Reinigungsanlage signalisiert die Infrarotkamera keine Brandherde und auch die Sensorendaten geben keinerlei Hinweise auf Giftstoffe in der Luft. Der Löschtrupp kann den Brand nun gezielt eindämmen. Nach einer halben Stunde ist die Gefahr gebannt. Über Funk erfährt Thorsten Falk, dass seine Kollegen innerhalb weniger Minuten zehn Gäste aus ihren Zimmern in den tiefer gelegenen Etagen befreien konnten, alle sind wohlauf. Möglich war dies trotz des brennenden Flurs nur dadurch, dass in dem 3D-Modell bereits alternative Rettungswege über „Sollbruchstellen“ in den Wänden eingezeichnet waren. Die oberen Etagen des Hotels waren zum Glück nicht bewohnt und das Schwimmbad wegen technischer Probleme geschlossen. „Möglicherweise ist das auch die Ursache für den Brand,’ denkt der Brandmeister. Auf dem Parkplatz vor dem Unglücksort interviewt der Internetfernsehsender Arnsberg-TV gerade den Einsatzleiter der Feuerwehr. „Keine Zwischenfälle,“ sagt er dem Reporter. „Außer, dass bei einem Feuerwehrmann während des Einsatzes Kreislaufschwankungen registriert wurden. Er konnte aber sofort gewarnt werden und wird momentan im Notarztwagen beobachtet.“ Falk geht hinüber zu den Rettungssanitätern um sich zu erkundigen, wie es seinem Kollegen geht. Doch der kommt ihm bereits putzmunter entgegen und erzählt, dass seine Blutbild-Daten, die der Sanitäter zur Auswertung über den digitale Bündelfunk online an das Johanneshospital gesendet hat, völlig in Ordnung sind: „Alles im grünen Bereich – und die Rückmeldung aus dem Labor hat keine fünf Minuten gedauert. Gut, dass wir hier in Arnsberg vor einigen Jahren die T-City geworden sind und unser superschnellen Datenleitungen haben. Und natürlich auch unser T-City-Gesundheitsnetz.“ Dazu mehr in der nächsten Folge oder im Internet unter www.arnsberg.de/t-city
Das Arnsberger T-City-Kompetenzteam
Dipl.-Ing. Wolfgang Mattern
Wiebelsheidestr. 51










