(openPR) Oppenheim / Rhein. Es ist ein Wechselbad der Gefühle, durch das die Meteorologen in diesen Tagen geschickt werden. Die befürchtete Grenzwetterlage über Mitteleuropa - sie ist da. Hochreichend kalte Luft über Skandinavien und Nordosteuropa, von Südwesten bis Westen über Spanien bis Südfrankreich anströmende sehr milde Atlantikluft und in deren Übergangsbereich wir und die Luftmassengrenze. Sie verläuft von Südgrönland über die Mitte Deutschlands bis nach Polen. Dies vermelden die Meteorologen des privaten Wetterdienstes meteoXpress Ltd.
Je nach Zugbahn der entlang der Luftmassengrenze entstehenden und parallel zu dieser Grenzlinie wandernden Tiefs liegt die Mitte unseres Landes auf der kälteren oder wärmeren Seite, sodass sich die Vorhersage an den kommenden Tagen äußerst schwierig gestaltet. Vom stundenlangen Dauerschneefall an der Tief-Nordseite bei 0 Grad bis zum Regen am Oberrhein bei 7 Grad ist alles möglich. Dabei verschärfen sich die Gegensätze an den folgenden Tagen bei uns weiter. Während im Nordosten Deutschlands mit der in Bodennähe west- bis südwestwärts vorankommenden Arktikluft Dauerfrost drohen könnte, nähern oder überschreiten wir gar zum Wochenende am Oberrhein die 10-Grad-Marke. Und das Rhein-Main-Gebiet liegt zwischendrin. Das verspricht Spannung, aber nur begrenzt verlässliche Vorhersagen - von den Aussichten ganz zu schweigen.
Wegweisend wird das Wettergeschehen an den nächsten beiden Tagen sein. Sobald sich eine flächendeckende Schneeschicht bis in Talnähe ausbilden kann, gewinnt das Wetter an Eigendynamik. Klart es dann noch zwischendrin nachts auf, dann werden die Rechenmodelle zur Makulatur und von der Realität überholt. Auskühlung am Boden und Kaltluftproduktion würde den im Südwesten anrollenden atlantischen Luftmassen deutlich mehr entgegensetzen können und diese erheblich bremsen. So könnte sich bei uns über einige Tage hinweg ein Frontenfriedhof bilden und ausgerechnet über der Mitte Deutschlands eine erkleckliche Schnee- und Eisdecke entstehen. Die nordostwärts schwenkenden Fronten mit milder Luft blieben über der Mitte Deutschlands hängen und die Luftmassengrenze bleibt nahezu stationär. Dabei steigen im Südwesten die Werte durch wiederholte Warmluftzufuhr, während im Nordosten die Werte durch sich einstellende Ostwinde sinken.
Ein gefährliches Resultat dieses möglichen Szenarios:
Eisregen im Übergangsbereich der Luftmassen - allerdings nur, wenn sich die Temperaturgegensätze wirklich verstärken, sich bodennah in der Nordosthälfte mit östlichen Winden Dauerfrostluft durchsetzt und diese dann bis in die Mitte vorankommt. Ob dies allerdings Realität wird, ist noch fraglich. Immerhin sollten wir aber darauf gefasst sein, gegen Schnee und Eisregen kämpfen zu müssen.
Der morgige Tag bringt uns in diesem Datenpuzzle hoffentlich weiter. Die Rechenmodelle sind jedenfalls momentan alles andere als zuverlässig und stabil - im Gegenteil.
Bis zum nächsten Mal,
Udo Baum, Meteorologe bei meteoXpress
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