(openPR) Spannende Vorträge, namhafte Referenten, lebhafte Diskussionen, interessante Fachausstellung und ein ansprechendes Rahmenpro-gramm ließen keine Wünsche offen – mehr als 400 Immobilienbewerter nutzten die Tagung zur Erweiterung und Aktualisierung ihres Fachwissens mit Informationen aus erster Hand.
Sinzig, 29. Januar 2007. Vom 18. bis 20. Januar 2007 fand in Dresden der diesjährige WF-Jahreskongress „Immobilienbewertung“ statt. Mehr als 400 Teilnehmer besuchten die Fortbildungsveranstaltung und attestierten dem Fachprogramm, der begleitenden Fachausstellung sowie den fachspezifischen Software-Schulungen ein hohes Maß an Qualität, Aktualität und Praxisrelevanz. Sehr zufrieden äußerten sich auch die Aussteller und Partner des Kongresses, die an drei Kongresstagen einen umfassenden Überblick über ihre aktuellen Produkte und Dienstleistungen für die Immobilienbewerter-Branche boten. Nach dem Empfang und der Begrüßung der Kongressteilnehmer durch den Leiter des WertermittlungsForums Dr.-Ing. Hans Otto Sprengnetter blickte Jochem Kierig traditionell auf wertermittlungsrelevante Änderungen des Jahres 2006 zurück und bot anschließend einen Ausblick auf zu erwartende Änderungen im gerade begonnenen Jahr. Neben zahlreichen Gesetzesänderungen und wichtigen Urteilen sowie den aktuellen Forschungsergebnissen und zukünftigen Forschungsvorhaben der WF-Research-Abteilung stellte Kierig weiter die Auftragsvermittlung durch die goValue GmbH sowie die neue Rahmenvereinbarung des WF zur mit der NOVITAS Berufshaftpflichtversicherung speziell für Bewertungssachverständige vor.
Im Anschluss referierte Dr. jur. Wolf-Dietrich Drosdzol vom Bundesfinanzministerium Berlin über Änderungen im grundstücksbezogenen Steuerrecht – insbesondere über die wichtigen Änderungen der Bedarfsbewertung, die durch das Jahressteuergesetz 2007 eingetreten sind. Auch die Erbschaftssteuer- sowie die anstehenden Unternehmenssteuer- und Grundsteuerreform waren Inhalt seines Vortrages. Mit seinem Vortrag über Besonderheiten bei der Bewertung von Erbbaurechten in der Zwangsversteigerung machte der Leiter der WF-Sachverständigen GmbH, André Hintz, die Zuhörer u.a. auf die Schwierigkeiten und auf häufige Fehler in der Praxis aufmerksam. Unabhängig davon, ob eine dingliche Belastung in der Zwangsversteigerung bestehen bleibt oder erlischt, müsse der Sachverständige immer den Verkehrswert für das unbelastete Versteigerungsobjekt ermitteln. Erbbaurechte seien hier erbbauzinsfrei zu bewerten und die Wertminderung durch die Erbbauzinsreallast und ggf. die Vormerkung auf Erbbauzinsanpassung getrennt voneinander zu ermitteln.
DCF - ein Muss für jeden Immobilienbewerter? Diese Frage versuchte Christina Forkert in ihrem Vortrag zu beantworten. Aufgrund der Globalisierung der Märkte sollte der deutsche Sachverständige auch die nicht normierten internationalen Bewertungsverfahren beherrschen. Um jedoch mit diesen zu gesicherten Erkenntnissen zu gelangen, sei eine Standardisierung der Verfahren erforderlich. Viele Standardisierungsvorschläge und Empfehlungen für die Praxis zeichneten ihren Vortrag aus. Vermessungsdirektor Peter Strotkamp, Vorsitzender des Oberen Gutachterausschusses Rheinland-Pfalz, informierte die Kongressteilnehmer über die Auswirkungen von im Grundbuch eingetragenen Pflegeverpflichtungen auf den Marktwert einer Immobilie. Aufbauend auf den zahlreichen aktuellen Entscheidungen der Gerichte hat er für unterschiedliche Bewertungsfälle differenzierte und sichere Bewertungsmodelle entwickelt.
Mit Spannung erwartet wurde der Vortrag zur Novellierung der Energieeinsparverordnung – EnEV 2007 von Baudirektor Hans-Dieter Hegner vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung in Berlin. Er stellte klar, dass zukünftig Energieausweise bei Errichtung, Verkauf und Neuvermietung eines Gebäudes auszustellen sind, nicht jedoch bei gesetzlichen Eigentumsübergängen z.B. durch Zwangsversteigerung oder Erbschaft. Hegner erwähnte auch, dass die Aussteller der Energieausweise unter bestimmten Voraussetzungen keine spezielle Qualifizierung als Energieberater nachweisen müssen. In seinem Vortrag zur Anwendung der WF-Sachwert-Marktanpassungsfaktor-Gesamtsysteme 2006 betonte Christian Sauerborn die bundesweite Repräsentativität und empfahl, diese Werte in der Praxis grundsätzlich anzuwenden. Er schränkte jedoch ein, dass die Daten der WF-Gesamtsysteme alle „aus dem Markt abgeleitet“ wurden und daher auch nur gelten, wenn ein solcher Markt existiert.
Anschließend stellte Dr.-Ing. Hans Otto Sprengnetter den Teilnehmern das WF-Ertragswert-Liegenschaftszinsatz-Gesamtsystem 2007 vor. Sprengnetter erläuterte die Vorteile in der Anwendung: Die regionalen Märkte können miteinander verglichen und die Marktdaten einfacher und sicherer abgeleitet werden. Zudem stellte er zukünftige Weiterentwicklungsmöglichkeiten des Systems vor.
Zur Vervollständigung des Kongressprogramms standen zwei bank- bzw. finanzwirtschaftliche Referenten auf der Tagesordnung. Über die VÖB-Immobilienanalyse und über gestiegene Anforderungen an die Wertermittlung von Immobilien durch Basel II, das neue Pfandbriefgesetz, IAS/IFRS sowie die Einführung von REITS referierte Lothar Jerzembek vom Bundesverband öffentlicher Banken während Wolfgang Crimmann in seinem Vortrag zur Umsetzung von Basel II die Besonderheiten der Sicherheitenbewertung als Baustein für die Profitabilität in der Immobilienfinanzierung vorstellte. Im Fokus des sehr interessanten Vortrages standen dabei die neuen Vorschriften des Kreditwesengesetzes und der Solvabilitätsverordnung.
Das gelungene Programm wurde durch rege Diskussionen während des Kongresses gewürdigt. Neben Fortbildung, Fachausstellung und Software-Schulungen bot der Kongress Gelegenheit, neue kollegiale Kontakte zu knüpfen oder bestehende zu pflegen und zu vertiefen, zum Erfahrungsaustausch oder zum persönlichen Kennenlernen für zukünftige Zusammenarbeit. Der kommende 16. WF-Jahreskongress „Immobilienbewertung“ wird vom 17. bis 19. Januar 2008 in Fulda stattfinden. Anmeldung bei der WF-Akademie unter 02642/9796-75 oder -76.







