(openPR) Der neue japanische Ministerpräsident Shinzo Abe hat angekündigt, Japan wolle einen neuen Vorschlag zur Reform der Vereinten Nationen (UN) vorlegen. Dieser werde über die bisherigen Pläne der G4 (Deutschland, Japan, Brasilien und Indien) hinausgehen, sagte Abe in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Freitagausgabe). Die Organisation brauche eine Form, "die für das 21.Jahrhundert angemessen ist". Dabei gehe es auch um das Thema neuer ständiger Mitglieder im Sicherheitsrat. Darin sei er sich mit Bundeskanzlerin Angela Merkel einig.
Japan wolle sich künftig auf der internationalen Bühne verstärkt engagieren, sagte der japanische Regierungschef der F.A.Z. Konfrontationen und Missverständnisse sollten dabei aber nach Möglichkeit vermieden werden. Abe wörtlich: "Wir möchten, dass Japan in der Welt geliebt und respektiert wird."
Er begrüßte die Absicht der Nato, die Kooperation mit Nichtmitgliedstaaten auszuweiten. Japan und die Nato-Staaten seien in einer Wertegemeinschaft verbunden. Diese Staatengruppe solle sich um die Sicherung des Friedens und die Lösung regionaler Konflikte bemühen. Zum Nordkoreakonflikt sagte Abe, Pjöngjang habe seine Situation durch den Atomtest zusätzlich verschlechtert. Japan erwarte von allen Staaten, dass sie die UN-Resolution über Sanktionen umsetzten. "Auf keinen Fall" dürfe Nordkorea eine nukleare Bewaffnung erlaubt werden. China habe als Vorsitzender der Sechsparteiengespräche hier eine besondere Verantwortung.
Das in den vergangenen Jahren sehr gespannte Verhältnis Japans zu China möchte Abe entkrampfen. Aber dafür verlangt er auch von Peking Entgegenkommen. Tokio sei bereit, seinen Verteidigungshaushalt offenzulegen. "Und das erwarten wir auch von China", sagte Abe der F.A.Z..
Inhaltliche Rückfragen richten Sie bitte an:







