(openPR) Deutsche Fährstraße Bremervörde - Kiel als Vorbild für neue touristische Routen im Fernen Osten?
Bremervörde / Cuxhaven / Kiel. Die japanische Regierung will sich beim Ausbau ihres eigenen Ferienstraßen-Netzes an einschlägigen Erfahrungen im EU-Raum orientieren. Zu diesem Zweck hat das Tokioter Verkehrsministerium Vertreter der Deutschen Fährstraße Bremervörde - Kiel für Ende Januar zu einem Symposium nach Japan eingeladen.
Bereits im Frühherbst hatten zwei Beauftragte der japanischen Regierung, Keisuke Ota und Akiko Miwa-Gonlin, Europa bereist, um dort diverse Versuche zu studieren, strukturschwache Regionen durch die Einrichtung von Ferienrouten zu stärken.
Bei ihrem mehrtägigen Deutschland-Besuch richteten die Japaner ihr Augenmerk vor allem auf die erst 2003 eröffnete, 250 Kilometer lange "Fährienstraße", die von der Oste in Niedersachsen bis zur Ostsee führt. Die Route verbindet rund 50 Fähren, Brücken, Schleusen und andere maritime Sehenswürdigkeiten und wird mit dem Slogan "Frohe Fährien im frischen Norden" beworben.
Besonders beeindruckt zeigte sich die Delegation von den handbetriebenen Prahmfähren und von der 98 Jahre alten, vor kurzem restaurierten Schwebefähre am idyllischen Elb-Nebenfluß Oste, dem Wahrzeichen der neuen Route.
In einem Schreiben an den Initiator der Ferienstraße, den Ostener Journalisten Jochen Bölsche, hoben die japanischen Experten im November den "umfassenden Einsatz von Massenmedien und Internet" zur Propagierung der Route hervor. Die Deutsche Fährstraße wird im Internet in zehn Weltsprachen beworben, darunter auch auf Chinesisch und Japanisch.
Als Besonderheit empfanden die Japaner den Umstand, dass das Ferienstraßenprojekt ausschließlich von ehrenamtlich tätigen Privatleuten, darunter zunächst vor allem Mitglieder der Unternehmergemeinschaft Hemmoor (Landkreis Cuxhaven), angekurbelt und ohne Steuergelder finanziert worden war.
"Ihr persönlicher Enthuasiasmus wird die japanischen Zuhörer beeindrucken," begründeten die Experten aus Fernost jetzt ihre Entscheidung, Vertreter des Trägervereins der Ferienroute, der gemeinnützigen Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V., nach Tokio einzuladen.
Während der fünftägigen Reise soll der AG-Osteland-Vorsitzende Gerald Tielebörger (Hemmoor) vor allem erläutern, wie der Verein seine "effektive Informationsvermittlung" organisiert und es geschafft hat, "das Engagement der Bürger und der Verwaltungen wachzurufen", wie Yoshiharu Namikawa vom Tokioter Verkehrsministerium das spezielle japanische Interesse an dem norddeutschen Tourismusprojekt begründet.
In der Anfang 2003 gegründeten und in Osten/Oste ansässigen AG Osteland, die sich als Lobby für das Einzugsgebiet der Oste in den niedersächsischen Landkreisen Cuxhaven, Stade und Rotenburg/Wümme versteht, sind mittlerweile über 150 Vertreter von Politik, Wirtschaft und Kultur vertreten, darunter mehr als 20 Bürgermeister.
Die Deutsche Fährstraße bündelt entlang der stillen Oste, der mächtigen Niederelbe und des Nord-Ostsee-Kanals, der meistbefahrenen künstlichen Schiffahtsstraße der Welt, drei spezielle Routen für Radler, Auto- und Motorradfahrer sowie Wasserwanderer.
Der Nordabschnitt, der auch als "NOK-Route" beworben wird, ist nach einer Neugestaltung bereits im Sommer vom Kieler Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen dem Verkehr übergeben worden, die Infrastruktur des niedersächsische Südabschnitt wird derzeit im Zuge der Integrierten Ländlichen Entwicklungsplanung (Ilek) ausgebaut.
Web-Tipps:
www.deutsche-faehrstrasse.de
www.osteland.de













