openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Verständliche Computer: Sprache, Mimik und Gestik statt komplizierte Handbücher

15.12.200614:06 UhrIT, New Media & Software

(openPR) Saarbrücken/Bonn. 1956 gilt als das Geburtsjahr der Forschungsdisziplin Künstliche Intelligenz (KI). Damals legten die Pioniere der KI-Forschung den Grundstein für ihre Arbeit am Dartmoth College http://www.dartmouth.edu in New Hampshire (USA). „KI-Anwendungen sind in der Regel nicht immer leicht als solche zu erkennen. Wenn Künstliche Intelligenz schließlich funktioniert, dann wird es nicht mehr KI genannt, sondern Informatik, weil wir es dann verstehen", fasst Wilfried Brauer, Professor an der Technischen Universität München http://www.informatik.tu-muenchen.de ein Paradoxon des Forschungsgebietes zusammen. Heute begegnen uns überall Systeme, in denen KI steckt: Schrifterkennung im Taschencomputer, telefonische Reservierungssysteme für Kino- und Bahntickets, virtuelle Gegner bei PC-Spielen, Roboter, die Rasen mähen, Fassaden putzen oder Geschichten vorlesen. Auch Schachcomputer haben gewaltige KI-Fortschritte gemacht. „Schachcomputer waren früher materialistisch eingestellt, sie agierten als dreiste Straßenräuber. Jetzt opfern sie sogar Figuren“, analysiert Helmut Pfleger, Internationaler Schachgroßmeister und Kommentator des Mensch-Maschine Duells zwischen Schachweltmeister Wladimir Kramnik und Deep Fritz. Erstmals hatte die Frage, ob eine Maschine überhaupt denken könne, der britische Computerwissenschaftler Alan Turing in den Fünfzigerjahren gestellt. Könnten unabhängige Beobachter nicht mehr unterscheiden, welche Antwort von einem Menschen oder einer Maschine stammt, müsste man dieser „Intelligenz“ zubilligen. „Als grundsätzliches Resümee muss man feststellen, dass Deep Fritz immer menschlicher spielt. Es ist überhaupt nicht mehr zu unterschieden, was ist der Mensch und was ist der Computer“, stellt Pfleger fest. Nach dem Kriterium von Turing sei das Fritz-Schachprogramm nicht nur ein Rechenmonster, sondern auch intelligent. Für Professor Wolfgang Wahlster, Direktor des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz http://www.dfki.de in Saarbrücken steht der Begriff der Usability (Brauchbarkeit, Verwendbarkeit) im Fokus künftiger KI-Forschung.



„Wir kommen in der Informationstechnik bei Massenanwendungen nicht weiter, wenn wir nicht den Menschen in den Mittelpunkt der künftigen IT stellen. Im PC- und Notebook-Markt erreichen wir eine Sättigung, bleiben wir bei der konventionellen Windows-, Maus-, Tastaturbedienung.“ In Japan, so Wahlster, spreche man bereits vom One-Button-Computer: „Ein und aus, alles andere geschieht über Sprache, Mimik und Gestik, für die man kein Handbuch studieren muss.“ Der Sprachsteuerung kommt eine Schlüsselfunktion zu. Dass immer mehr Menschen bereit sind, sich mit sprechenden Maschinen zu unterhalten, belegt eine Akzeptanzstudie des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation http://www.iao.fraunhofer.de und der Brancheninitiative Voice Business zur Nutzung von automatischen Sprachsystemen in Deutschland. Bernhard Steimel vom Düsseldorfer Beratungshaus mind Business Consultants http://www.mind-consult.net ist Sprecher der Initiative und bestätigt Wahlsters Einschätzung in puncto Verwendbarkeit: „Sehr wahrscheinlich hat jeder Bundesbürger schon einmal mit einem Sprachdialogsystem zu tun gehabt. Die Nutzungsbereitschaft ist von rationalen Aspekten geprägt ist, Zeitersparnis und permanente Verfügbarkeit machen automatische Sprachsysteme nützlich.“

Der Nutzen für den Anwender müsse immer eindeutig kommuniziert werden. Im Vergleich zu einer Befragung aus dem Jahr 2003 zeige die vorliegende Studie eine deutlich höhere Bekanntheit und eine positivere Einstellung der rund 1000 Befragten gegenüber Sprachdialogsystemen. So sei die Anzahl derer deutlich gestiegen, die bereits Sprachapplikationen nutzen, und zwar auf 32 Prozent gegenüber 20 Prozent vor drei Jahren. Und während 2003 beispielsweise noch über 38 Prozent einer zukünftigen wiederholten Nutzung ablehnend gegenüberstanden, sind es 2006 nur noch 28 Prozent. Der Computer, die Maschine, kommt dem Menschen im Kommunikationsverhalten entgegen und schafft dadurch Akzeptanz. Und die Einsatzmöglichkeiten scheinen längst nicht ausgeschöpft. „Es ist heute schon abzusehen, dass in den nächsten Jahren Sprachdialogsysteme beispielsweise im Auto, bei der intuitiven Bedienung intelligenter Haustechnik und beim mobilen Internet-Zugriff als eingebettete Softwaresysteme immer stärker auch in den Massenmarkt eindringen", sagt Wahlster. Die Bedeutung der Spracherkennung für Unternehmen beleuchtet auch Günter Stein, Chefredakteur des Fachdienstes Marketingleitung aktuell http://www.marketing-trendinformationen.de: „Sprachcomputer geben präzise Informationen über Angebote und Dienstleistungen. Sie nehmen Bestellungen entgegen, beraten den Kunden bei der Installation technischer Komponenten, erfassen Zählerstände, vergeben sichere Passwörter, erinnern Schuldner an ausstehende Rechnungen oder ‚sortieren’ eingehende Anrufe vor“, umreißt Stein die Möglichkeiten. „In durchschnittlich 90 Sekunden ist der Kunde am Ziel. Fast jeder Anruf führt zum Erfolg - moderne Anwendungen behandeln in 90 Prozent aller Fälle den Anruf bis zum erfolgreichen Ende."

Sprachapplikationen eignen sich auch als „persönliche Assistenten“ in der Unternehmenskommunikation, wie das Beispiel bei Daimler Chrysler belegt. Der persönliche Assistent ist hier eine Vermittlungs- und Assistenzanwendung für das Personal Information Management der Mitarbeiter des Konzerns. Sie verwirklicht ein so genanntes One-Number-Konzept für die ständige Erreichbarkeit der Mitarbeiter und den Wechsel von der Festnetztelefonie auf Vermittlungs- und Assistenzdienste. Sie bietet den Mitarbeitern eine Follow-Me-Funktion, Presence Management und den Zugriff auf Telefonnummern, die mit Lotus Notes verwaltet werden. Weitere Effizienzsteigerungen erwartet sich das Unternehmen durch den stets gleichen Datenbestand, der unabhängig von Standort und Medium (Handy, Festnetz, VoIP) drei Telefonbuchsysteme (persönlich, Werk, Konzern) integriert. Generalunternehmer für die Anwendung ist das Berliner Unternehmen SemanticEdge http://www.semanticedge.com: „Selbst wenn man den Namen eines Geschäftspartners gerade nicht weiß, kann man über eine Suchfunktion mit der Eingabe von Branche und Standort die gewünschte Verbindung aufbauen“, erklärt SemanticEdge-Geschäftsführer Lupo Pape. Per Spracheingabe könnten die Mitarbeiter auch eine Routing-Funktion nutzen, alle Anrufe umleiten, so dass sie auf einer bestimmten Nummer zu erreichen sind.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 112728
 1820

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Verständliche Computer: Sprache, Mimik und Gestik statt komplizierte Handbücher“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von medienbüro.sohn

Sascha Lobo und die halbautomatische Netzkommunikation
Sascha Lobo und die halbautomatische Netzkommunikation
Facebook-Browser könnte soziale Netzwerke umpflügen Berlin/München, 27. Februar 2009 - Millionen Deutsche sind mittlerweile in sozialen Netzwerken wie XING, Wer-kennt-wen, Facebook oder StudiVZ organisiert, haben ein Profil und präsentieren sich auf irgendeine Art im Web, ob mit Bildern, kurzen Texten, Blog-Beiträgen oder Links, die sie interessant finden. „Es lässt sich kaum leugnen: Wir sind zum Glück nicht mehr Papst, wir sind jetzt Netz. Die Menschen haben begonnen, wichtige Teile ihres gesellschaftlichen Treibens ins Internet zu verlag…
Finanzbehörden müssen mit Mittelstand innovativer umgehen
Finanzbehörden müssen mit Mittelstand innovativer umgehen
Schnelle Verfahren zur Stundung von Steuern und Anpassung von Vorauszahlungen Berlin, 26. Februar 2009 – Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) bvmw.de fordert die Finanzbehörden und Sozialversicherungen zu einem flexiblen und innovativen Umgang mit kleinen und mittleren Unternehmen auf, die unverschuldet in Not geraten sind und bei denen unerwartete Liquiditätsengpässe auftreten. Eine Möglichkeit bestünde in einfachen und schnellen Verfahren, um Steuern und Sozialabgaben vorübergehend zu stunden oder Vorauszahlungen anzupassen…

Das könnte Sie auch interessieren:

Neue Steuerung für X-Box. Mimik und Gestik ersetzen Controller
Neue Steuerung für X-Box. Mimik und Gestik ersetzen Controller
Es klingt nach Science Fiction, den Computer ohne Eingabegeräte zu steuern. Ein wenig erinnert es an Gedankenübertragung. Microsofts ambitioniertes Projekt „Natal“ erweckt den Eindruck, als sei genau dies das Ziel der Entwickler. Das Nachrichtenportal news.de berichtet über die neue Steuerung. Die X-Box bedienen Spieler momentan klassisch mit dem Controller. …
Sinnliche Computer: Mensch-Maschine-Strategien für die Post-PC-Ära - Intuitive Bedienung gegen Überflutung mit technischen Funktionen
Sinnliche Computer: Mensch-Maschine-Strategien für die Post-PC-Ära - Intuitive Bedienung gegen Überflutung mit technischen Funktionen
Berlin/Bonn, ne-na.de - Computer beherrschen immer mehr Funktionen - doch viele Anwender blicken schon heute bei ihrem Handy nicht mehr durch, berichtet die tageszeitung (taz) http://www.taz.de . Professor Wolfgang Wahlster, Leiter des Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI) http://www.dfki.de und Schirmherr der Bonner Voice …
Geschäftsreise nach Belgien - Vorher über Sprachzonen erkundigen
Geschäftsreise nach Belgien - Vorher über Sprachzonen erkundigen
(München, 4. März 2008) Weil in Belgien drei verschiedene Sprachen gesprochen werden, sollten sich Geschäftsleute vor ihrer Reise über die Sprache ihres Geschäftspartners informieren. „Obwohl viele Belgier auch Deutsch können, sollte man nie das erste Gespräch auf Deutsch eröffnen“, sagt Kai Oppel. In der Neuauflage seines Buches „Business Knigge International“ …
Bild: Zum Tag der Sprache: Mehr als nur ein KommunikationsmittelBild: Zum Tag der Sprache: Mehr als nur ein Kommunikationsmittel
Zum Tag der Sprache: Mehr als nur ein Kommunikationsmittel
… Informationen, sie sagen auch viel über den Redner selbst aus – und zwar über nationale und sprachliche Grenzen hinweg. Darauf weist der Verband der Redenschreiber deutscher Sprache (VRdS) anlässlich des Tages der Sprache hin, der in diesem Jahr am 8. September stattfindet. "Sprache ist nicht bloß ein Mittel der Kommunikation, sie macht vielmehr den …
Bild: Wenn das Sicherheitspersonal kein englisch sprichtBild: Wenn das Sicherheitspersonal kein englisch spricht
Wenn das Sicherheitspersonal kein englisch spricht
… Welt. Das geht auch nicht spurlos an der Sicherheitsbranche vorbei. Kaum ein Einsatz welcher nicht in den Genuss kommt Mitarbeiter einzustellen die der englischen Sprache mächtig sind. Die Welt spricht nun einmal englisch und die Auftrageber von Sicherheitsunternehmen und deren Gäste, anvertrauten Personen auch. Englisch sprechendes Personal in der Sicherheitsbranche …
Aus- und Weiterbildung in Psycho-Physiognomik
Aus- und Weiterbildung in Psycho-Physiognomik
… Psycho-Physiognomik. Daraus entwickelte Carl Huter vor rund 100 Jahren ein Lehrmodell, das besagt, dass alles, was an Körper- und Gesichtsformen, Augenausdruck, Mimik, Gestik, Sprache und Ausstrahlung wahrgenommen werden kann, ein Ausdruck psychischer Vorgänge ist. Dieses Wissen unterstützt die tägliche Arbeit mit Menschen. Ob Coach, Abteilungsleiter oder …
Bild: Psycho-Physiognomik – die Lehre von Körper, Mimik und GestikBild: Psycho-Physiognomik – die Lehre von Körper, Mimik und Gestik
Psycho-Physiognomik – die Lehre von Körper, Mimik und Gestik
… Psycho-Physiognomik. Daraus entwickelte Carl Huter vor rund 100 Jahren ein Lehrmodell, das besagt, dass alles, was an Körper- und Gesichtsformen, Augenausdruck, Mimik, Gestik, Sprache und Ausstrahlung wahrgenommen werden kann, ein Ausdruck psychischer Vorgänge ist. Dieses Wissen unterstützt die tägliche Arbeit mit Menschen. Ob Coach, Abteilungsleiter oder …
Arten der Kommunikation
Arten der Kommunikation
… Mimik wieder. Daher wirkt eine aufgesetzte positive Mimik bei der negative Grundhaltung zu einer Sache oder Person unecht. • Zu viel Bewegung oder auch unechte Gestik verunsichert den Patienten. Mimik und Gestik wirken nur dann überzeugend, wenn sie zu der Persönlichkeit passt und authentisch gelebt wird. Blickkontakt im Gepräch halten • Wertschätzung …
Impuls Soziales Management GmbH & Co. KG eröffnet die erste Verbundkindertagesstätte
Impuls Soziales Management GmbH & Co. KG eröffnet die erste Verbundkindertagesstätte
… Englisch. Die Immersionsmethode lässt die Kinder eintauchen in das Sprachbad, in dem sie sich, verstärkt allein durch Mimik und Gestik und nicht durch Übersetzung, die Sprache eigenständig aus der Situation erschließen. Die Kinder lernen ungezwungen durch Zuhören und Mitmachen und kommen so fließend und spielerisch mit der englischen Sprache in Kontakt. …
Bild: Damit sich Mensch und Maschine besser verstehenBild: Damit sich Mensch und Maschine besser verstehen
Damit sich Mensch und Maschine besser verstehen
… intelligenter Systeme kaum richtig ausgeschöpft. Der demografische Wandel verstärkt diesen Effekt noch zusätzlich. Ein interdisziplinäres Forschungsteam der Professuren Künstliche Intelligenz, Computerphysik, Allgemeine und Arbeitspsychologie sowie Graphische Datenverarbeitung und Visualisierung der Technischen Universität Chemnitz setzt hier an. Das Team will …
Sie lesen gerade: Verständliche Computer: Sprache, Mimik und Gestik statt komplizierte Handbücher