(openPR) Schon als Schüler schuf ich mein wichtigstes Bild: „Woher komme ich, wer bin, wohin gehe ich“. Doch wo befinden wir uns heute? Die Entwicklung der Menschheit betrachte ich zunehmend mit Argwohn: Sind wir wirklich der Schlussstein einer bio-sozio-kulturellen Evolution oder werden es bestenfalls doch die Schaben oder Ratten sein? Und gerade weil die Anthropogenese ihren Scheitelpunkt erreicht hat, sind nachhaltige Wege in die Zukunft unabwendbar.
Dabei liegen die wenigsten Probleme in unserem Land selbst, allenfalls die Ursachen und betreffen die Mehrzahl der Menschen auf unserem Erdenrund. Beispielsweise unsere Müll- und Waffenexporte, die Menschen, Biodiversität, Kulturen ausrotten oder krankmachen. Oder unser Gutmenschentum, das falsche Hilfe anstatt Hilfe zur Selbsthilfe anbietet. Oder unser Globalisierungswahn, der Killerwespen oder andere Insekten mit pathogenen Erregern im Rucksack über natürliche Klimabarrieren hinweg transportiert und Endemien in Pandemien verwandelt. Selbst der Fortschritt, der mit der Jahrtausendwende Steinzeit, Feudalismus und Mittelalter sekundenschnell in das Handyzeitalter katapultiert hat, überspringt für diese Gesellschaften die wichtige Epoche der Aufklärung Primaten sind keine guten Läufer, Prädatoren schon. Folglich richtete sich der Mensch in der Savanne auf, um den Löwen rechtzeitiger zu entdecken, Fluchtmöglichkeiten abzuwägen. Der Mensch wurde zum Menschen. Allein, sein von nun an aufrechter Gang erreichte nicht die Geschwindigkeit, die nötig gewesen wäre, dem Raubtier augenblicklich zu entfliehen. Seine Sehnsucht nach Geschwindigkeit wurde zur Besessenheit. Der Drang nach Geschwindigkeit galt nicht nur dem Überleben, adrenalingesteuerte Kompetition mit dem Räuber, dem Feind, dem Nachbarn, sondern wandelte sich in ein testosterongesteuertes Fieber, das in Pferdestärken gemessen wird. Und nun, soll IHM, dem rasenden Auto- oder Motorradfahrer, die lackierte Karosse mit Torbogenreflex abgeschnitten werden? Rasen verboten! Auch wenn die reine Vernunft so denkt, meldet die endokrinologische Konstellation Kritik. Nicht der Geschwindigkeitsrausch ist das Problem, sondern das Zuviel an und am Menschen. Der Löwe hat versagt. Die Homöostase zwischen Mensch und den Abermillionen anderen Arten ist entzwei.
Marcus Schütz, promovierter Biologe, Heilpraktiker und Spicaautor
https://spica-verlag.de/produkt/meilenweit-ein-fantastisches-abenteuer/













