(openPR) Wir leben in einer globalisierten Welt. Fernreisen sind längst nicht mehr das Privileg der Reichen. Schüler und Studenten absolvieren ihren Schüleraustausch oder Auslandssemester nicht mehr in Frankreich oder Spanien, sondern in den USA oder Neuseeland. Die deutsche Wirtschaft wirbt weltweit um Fachkräfte Sie verlagert ihre Pro-duktionsstandorte dahin, wo sie am kostengünstigsten produzieren kann oder wo ihre Zukunftsmärkte liegen. Das größte Mercedes-Werk befindet sich in China, nicht im Land der Konzernzentrale. Auch die Absatzmärkte sind international. Deutschland ist stolz auf seine Rolle als führende Exportnation der Welt.
Doch die Globalisierung hat auch ihre Schattenseiten. Nationale Interessen oder regionale Belange spielen für viele Unternehmen längst keine Rolle mehr. Standortentscheidungen werden aus- ¬schließlich nach ökonomischen Gesichtspunkten getroffen. Moralische oder ethische Kriterien kommen nur selten zum Tragen. Die Folge: ganze Wirtschaftszweige sind aus Deutschland und Europa verschwunden oder fristen ein Nischendasein. In der Textilindustrie ist ein deutscher Produktons-standort bereits zum Werbeargument geworden, wie TRIGEMA in Burladingen mit seinen TV-Spots belegt.Die Bundesregierung hat die Gefahren eines Ausverkaufs der deutschen Wirtschaft mittlerweile erkannt. Zum Erhalt sicherheits- und verteidigungs- industrieller Schlüsseltechnologien in Deutschland wurden Schutzmaßnahmen ergriffen, mit denen auch Unternehmensverkäufe oder -verlagerungen reglementiert werden können. Aber es geht nicht nur um Sicherheitsinteressen. Die Corona-Virus-Pandedemie hat deutlich gemacht, dass die Globali-sierung auch ganz andere Gefahren beinhaltet. Selbst ein so autoritäres System wie das chinesische hat es trotz aller Zwangsmaßnahmen nicht vermocht, die Ausbreitung des Virus über die Landesgrenzen zu verhindern. In Deutschland sind mittlerweile weitaus mehr als 20.000 Bürger mit dem Virus infiziert, so dass Bund und Länder sich am Sonntag zur Verhängung eines weitgehenden Kontaktverbots veranlasst sahen. Obwohl die Erkrankung bei den meisten Infizierten glimpflich verläuft, steigt die Angst der Bürger. Insbesondere in ländlichen Räumen kam es bereits zu Hamster-käufen. Desinfektionsmittel und Schutzmasken sind auch in Städten in vielen Geschäften vielfach aus-verkauft. Die Apotheken könnten Desinfektions- mittel zwar selbst herstellen, dürfen dies aber nur mit landesrechtlicher Genehmigung. Problematisch wird es, wenn durch Panikkäufe Schutzausrüstung fehlt, dort wo sie wirklich gebraucht wird, in Kliniken und bei den Rettungsdiensten. In Frank-reich sah sich der Staat bereits zur Beschlagnahme von Schutzausrüstungen veranlasst.
Die Folgen der Corona-Pandemie belasten zuneh-mend die Wirtschaft. Absagen von Messen und anderen Großveranstaltungen bringen Handel und Gastronomie um Einnahmen. Die Unterbrechung von Produktions- und Handelsketten führt zu Produktionsausfällen und Lieferschwierigkeiten. Die Folge: Der Deutsche Aktienidex (DAX) hatte bereits massive Kurseinbrüche zu verzeichnen. Experten warnen bereits vor einer neuen globalen Finanz-krise wie 2007. Selbst wenn diese nicht eintritt: Die Gefahren einer grenzlosen Globalisierung sind deutlich geworden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat denn auch bereits eine Debatte über das „richtige Ma? der Globalisierung ange-regt. Vielleicht kommen endlich auch einige Unternehmen zur Besinnung und lernen wieder „heimische Produktion" zu schätzen.













