(openPR) Oppenheim / Rhein (mxp) - Im Folgenden soll der Frage nachgegangen werden, wie denn der Oktober 2006 klimatisch tatsächlich einzuordnen ist.
Fangen wir im Norden mit der Station Hamburg-Fuhlsbüttel an. Die Temperatur lag mit einem Monatsmittel von 13,0 Grad (11,6 Grad im Vorjahr) um 3,3 Grad zu hoch. Der Niederschlag war mit 57,2 mm nur unbedeutend höher als im Jahr 2005 und erreichte damit 91% des langjährigen Erwartungswertes von 63 mm. Die Sonne schwächelte allerdings im Norden beträchtlich und brachte es mit 78,7 Stunden nur auf 78% des Mittels von 101 Stunden. Ganz anders im Oktober 2005. Seinerzeit durften wir uns noch über 198 Stunden, also 197% des Normalwertes freuen. Der Oktober war also im Norden zu warm, etwas zu trocken und sonnenarm.
Wandern wir nach Osten und schauen uns die Werte an der Station Potsdam an. 12,3 Grad bedeuten 2,9 Grad mehr als normal und 1,2 Grad über dem Vorjahr. Der Niederschlag fiel mit 23,8 mm, 66% des Erwartungswertes von 26 mm, recht spartanisch aus und blieb deutlich hinter dem Vorjahreswert von 35 mm zurück. Die Sonnenscheindauer lag bei 116,2 Stunden, 101% des Sollwertes. Der Oktober war im Nordosten also auch deutlich zu warm, aber zudem auch deutlich zu trocken bei einer durchschnittlichen Sonnenscheindauer. Je weiter wir uns nach Osten bewegen, umso trockener wurde es.
Im Westen wartet die Station Düsseldorf mit ganz ähnlichen Werten auf. 14,3 Grad sind 3 Grad als das 30-jährige Mittel und 0,7 Grad über dem Oktober 2005. 41,6 mm sind 74% des Solls von 56 mm, die im Vorjahr mit 55 mm nur denkbar knapp verfehlt worden waren. Die Sonne schien mit 114,7 Stunden nur unwesentlich länger als im Durchschnitt mit 112 Stunden. 187 Stunden im Vorjahr hatten noch mit knapp 170% zu Buche geschlagen.
Ein anderes Bild bietet sich dem Klimastatistiker im Südwesten unseres Landes.
An der Station Saarbrücken wurden mit 12,7 Grad zwar auch 3,1 Grad mehr als im Mittel registriert, doch der Niederschlag lag mit 118,3 mm bei 164% der üblichen Monatsmenge von 72 mm. Der Sonnenschein litt darunter allerdings nicht, er lag genau im Mittel von 112 Stunden. In 2005 hatten wir allerdings noch von 167 Stunden profitiert, 150%. Im Südwesten war es also nicht nur deutlich zu warm, sondern auch deutlich zu nass.
Die Station Frankfurt gibt ein ähnliches Bild wie Saarbrücken ab. 13,4 Grad führten zu einem Überschuss von immerhin 3,6 Grad und 80,4 mm zu 158% des Durchschnittswertes beim Niederschlag. Im Oktober 2005 waren mit 30 mm nur 60% erreicht worden und die Temperaturen lagen um 1 Grad niedriger. Glänzen konnte Frankfurt dennoch auch bei den Sonnenstunden: 129,3 Stunden ergeben 126% des Solls von 103 Stunden - auch wenn es im letzten Jahr mit 147 Stunden noch sonniger gewesen war.
Die Station Karlsruhe am Oberrhein legt beim Niederschlag nochmals eine Schippe zu und zeigt mit 136,1 mm, 235%, gegenüber den normalerweise fallenden 58 mm eine Abweichung von sage und schreibe 135%. Zu den 12,8 Grad aus dem Vorjahr gesellte sich ein weiteres Grad dazu und ließ eine Abweichung von 3,4 Grad entstehen. 131,9 Sonnenstunden, 19,9 Stunden oder 18% mehr als im Mittel blieben dennoch rund 24 Stunden hinter dem Vorjahr zurück. Der Südwesten präsentierte sich demnach zu warm, etwas zu sonnig und vor allem deutlich zu nass.
Zu guter Letzt bleibt uns noch die Station München im Südosten. 11,5 Grad, das sind 1,7 Grad mehr als letztes Jahr und 3,3 Grad über dem Mittel. Mit 38,1 mm kamen nochmals 3 mm weniger als im Vorjahr über der bayerischen Landeshauptstadt an. Somit wurden lediglich 78% des Sollwertes von 49 mm erreicht. Der Südosten war damit wie der Norden und der Nordosten nicht nur zu warm, sondern zu trocken. Mit 165,6 Sonnenstunden, 138%, wurden die Münchener fürstlich entlohnt. Der Wert übertraf sogar das Vorjahr um mehr als 13 Stunden und errechnete sich zu einem Überschuss von 38%. Der Südosten erwies sich somit als zu warm, zu trocken und zu sonnig.
Fazit:
Abgesehen vom Südwesten war der Monat beim Niederschlag im Schnitt oder zu trocken. Die Temperatur lag überall um 3 bis 3,5 Grad zu hoch und die Sonnenscheindauer lag mit Ausnahme des Nordens im Soll oder darüber.
Damit sind die Karten für den Winter neu gemischt, die Hinweise nicht eindeutig. Hierzu folgt aber in Kürze ein Artikel.
Bis zum nächsten Mal,
Udo Baum, Meteorologe bei meteoXpress
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