(openPR) Laut aktueller Auffassung einer von Sozialministerin Carola Reimann eingesetzten Psychiaterin erleiden Kinder bei einer Würgeattacke keine Todesangst. Mit dieser Begründung werden bis heute Ansprüche auf Opferentschädigung und Berufsschadensausgleich abgeschmettert. Eine Anfrage bei renommierten Traumaärzten brachte ans Tageslicht, dass diese Sichtweise seit über fünf Jahrzehnten nicht mehr mit heutigen wissenschaftlichen Grundsätzen vereinbar ist. Doch Sozialministerin Reimann hält an der veralteten Auffassung ihrer hauseigenen Psychiaterin fest. Ministerpräsident Weil sieht offenbar ebenfalls keinen Handlungsbedarf. Die Bürgerinitiative FAIRES OEG appelliert nun an die kommissarische SPD-Vorsitzende Malu Dreyer: „Stoppen Sie die Anwendung von psychiatrisch wie medizinisch veralteten Diagnostiken aus der NS-Zeit zum Schaden von Gewaltopfern und schwerbehinderten Menschen-SOFORT!“
Liebe Malu,
bitte grüße Deine persönliche Referentin Jana Schollmeier und Dr. Heike Bauer aus der Staatskanzlei von mir. Frau Schollmeier hatte mich ja am 12.Juli 2018 angerufen und mir ausgerichtet, dass Du sehr betroffen seist und mit Deinem Amtskollegen Stephan Weil in unserer Sache Kontakt aufnehmen möchtest. Leider hat sich Herr Weil bis heute nicht gerührt. Inzwischen verfügen wir von der Bürgerinitiative FAIRES OEG über einen neuen Kenntnisstand. Dass ein Whistleblower aus der Verwaltung des Landes Niedersachsen bereits im Februar 2018 offenbarte, dass nicht nur in Niedersachsen die Sozialbehörden und -gerichte regelmäßig massenweise Aufträge an die gleichen korrupten medizinischen Gutachter vergeben, um die Ansprüche von Gewaltopfern auf die sie rettenden Entschädigungsleistungen wie Opferentschädigung und Berufsschadensausgleich abweisen und damit den Landeshaushalt entlasten zu können, ist Dir von Deinen Referentinnen ja berichtet worden; vgl.**
Doch die Angelegenheit ist noch weit schlimmer: seit kurzem wissen wir, dass das Land Niedersachsen bis heute zum Zwecke der Abweisung berechtigter Versorgungsansprüche hausintern Diagnostiken anwendet, welche in der NS-Zeit ersonnen wurden und seit mehr als fünf Jahrzehnten unter anerkannten Medizinern als veraltet abgelehnt werden.
Auf die aktuelle Stellungnahme der hauseigenen Psychiaterin des Sozialministeriums Niedersachsen fragten wir Anfang des Monats bei mehreren Fachmedizinern und Professoren an, welche in den medizinischen Fachkreisen von heute als besonders erfahren gelten und international renommiert sind. Rund 15 Antworten liegen uns vor. Alle angeschriebenen Ärzte sind auf moderne Traumadiagnostik spezialisiert, und deren Antwort fällt übereinstimmend und eindeutig aus:
eine Würgeattacke löst in aller Regel bei Kindern eine Traumaerkrankung aus. Die Auffassung von Sozialministerin Reimanns hauseigener Psychiaterin wird von allen als abwegig zurückgewiesen. Schlimmer noch: vier der angeschriebenen Traumaärzte sehen darin eine medizinische Auffassung aus der unseligen Vergangenheit, welche seit Jahrzehnten widerlegt ist und von Fachmedizinern entschieden abgelehnt wird.
Die international anerkannte Koryphäe auf dem Gebiet der Traumaforschung, Dr. Luise Reddemann, zeigte sich vollkommen entsetzt über die Denkweise der Psychiaterin des Landes Niedersachsen. In eigenen Worten empfindet sie es als „ eher verwunderlich, dass ein Kind bei einer Würgeattacke keine Todesangst hätte. Die Behauptung der Psychiaterin des Landes Niedersachsen klingt für sie „nach Vorstellungen, die längst überholt sind. Bis in die 70er Jahre hinein wurde nämlich angenommen, dass Kinder nichts merken, was z.B. zur Folge hatte, dass Babies ohne Narkosen operiert wurden.“, so die Traumaärztin Dr. Reddemann. Der Traumaexperte Prof. Dr. Manfred Sauer schließt sich der Aussage von Frau Dr. Reddemann an und ergänzt unmissverständlich: „Die Ansicht der Psychiaterin entstammt einer unseligen Vergangenheit.“
Professor Frank Urbaniok aus Zürich bestätigt ebenfalls die Auffassung der modernen Ärzteschaft. Er drückt es klar und unmissverständlich aus: eine „allgemeine Aussage, dass ein z.B. 10jähriges Kind bei einer Würgeattacke
üblicherweise keine Todesangst empfindet, ist fachlich nicht abgestützt.“
Die rund 15 Stellungnahmen der Traumawissenschaftler liegen inzwischen auch Sozialministerin Reimann in Hannover vor. Doch diese hält weiterhin an den in medizinischen Fachkreisen seit über fünf Jahrzehnten als veraltet abgelehnten Diagnostiken fest, welche in der NS-Zeit entwickelt wurden und dringend auf dem Müllplatz der Medizingeschichte entsorgt werden müssen.
Liebe Malu, entgegen Deinem Versprechen von 2018 hat sich Ministerpräsident Weil schon im vergangenen Jahr nicht gemeldet, und er schweigt weiter. Findest Du nicht auch, dass die SPD niemals wegschauen darf, wo Methoden der „unseligen Vergangenheit“ ungehindert weiterlaufen? Wie kann Deine Parteigenossin Sozialministerin Reimann solche Methoden zulassen? Wie kann Dein Parteikollege Stephan Weil wegschauen? Wie können diese Machenschaften mit den Grundwerten der Sozialdemokratie vereinbar sein? Will die SPD sich weiter an den Menschen versündigen?
Liebe Malu, sehr geehrte Frau Ministerpräsidentin Dreyer, bitte übernehmen Sie!
Herzliche Grüße
Christophe Didillon, M.A.
Sprecher der Bürgerinitiative FAIRES OEG
P.S.: abschliessend erinnere ich Dich an mein Schreiben vom 11. November 2019 (vgl. https://www.openpr.de/news/1067230.html ): wie stehst Du denn nun zu der Überlegung, unverschuldete Gewaltopfer in die neue GRUNDRENTE-Regelung einzubeziehen? Immerhin können diese nichts für ihre Situation, und sie sollten gegenüber gesunden Menschen nicht benachteiligt werden. Oder siehst Du das anders???
Betreff:
Kontaktdaten
Datum:
Thu, 12 Jul 2018 13:23:50 +0000
Von:
Schollmeier, Jana
An:
Sehr geehrter Herr Didillon,
anbei finden Sie meine Kontaktdaten.
Beste Grüße
Jana Schollmeier
--
Jana Schollmeier
Referentin der Ministerpräsidentin
STAATSKANZLEI RHEINLAND-PFALZ
Peter-Altmeier-Allee 1
55116 Mainz
Telefon 06131 16-5842
Telefax 06131 16-5796
www.rlp.de
Hintergründe:
** Aussage des beim Land Niedersachsen beschäftigten Whistleblowers: https://www.openpr.de/news/1046773/
*** aktuelle Petition: http://chng.it/tr7TpTYPZP
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