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Brustkrebs: Neue Therapie mit Cholesterinsenkern?

10.10.201915:58 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Forscher wollen Antitumor-Effekte von Statinen entschlüsseln

Dresden (ko) – Brustkrebs ist hierzulande die häufigste Tumorart bei Frauen. Obwohl sich die Behandlungsmethoden in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert haben, können immer noch nicht alle Patientinnen geheilt werden. Wissenschaftler aus Dresden sind jetzt möglicherweise einer neuen Therapieoption auf der Spur: Sie wollen herausfinden, ob und wie sogenannte Statine – eine zur Cholesterinsenkung häufig verordnete Medikamentenklasse – auch gegen Brustkrebs eingesetzt werden können. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Forschungsprojekt mit 188.000 Euro.



Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 71.900 Frauen und 700 Männer neu an Brustkrebs. Entwickeln sich Metastasen in den Knochen und anderen Organen, dann verschlechtern sich die Heilungschancen deutlich. Auch wenn die üblichen Therapien nicht mehr anschlagen, die Brustkrebszellen also resistent werden, ist der Behandlungserfolg in Gefahr. Wissenschaftler des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus an der Technischen Universität Dresden arbeiten jetzt an einer neuen Behandlungsstrategie.

Statine: Cholesterinsenker und Krebskiller zugleich?
Im Mittelpunkt ihrer Untersuchungen stehen die Statine, eine bekannte Medikamentenklasse, die seit vielen Jahren gegen zu hohe Cholesterinwerte verordnet wird und das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall senken soll. Das Wirkprinzip: Die Substanzen hemmen einen wichtigen Stoffwechselweg, der unter anderem der Bildung von Cholesterin dient. Dadurch produziert der Körper weniger von dem fettähnlichen Stoff.

Schon länger ist bekannt, dass derselbe Stoffwechselweg, der zur Cholesterinbildung führt, das Entstehen von Tumoren und das Fortschreiten des Krebsgeschehens fördern kann – so auch bei Brustkrebs. Umgekehrt konnte in Laborversuchen gezeigt werden, dass Statine, die in diesen Stoffwechselweg eingreifen, nicht nur die Cholesterinproduktion senken, sondern auch Tumorzellen abtöten. In klinischen Studien waren diese Erkenntnisse jedoch nicht eindeutig auf Patienten übertragbar.

Die beiden Forscher PD Dr. Tilman Rachner und Dr. Andy Göbel von der Medizinischen Klinik und Poliklinik III des Universitätsklinikums Dresden wollen mit ihrer Arbeitsgruppe nun herausfinden, warum Statine bei Patienten nicht so effektiv gegen Krebs wirken wie im Labor.

Nicht alle Brustkrebszellen sprechen auf Statine an
Rachner hat bereits eine mögliche Erklärung dafür: „Ein zentrales Problem in der Übertragung der Befunde auf den Menschen liegt darin, dass die notwendigen Konzentrationen von Statinen im Tumorgewebe nicht erreicht werden können. Warum das so ist, wollen wir jetzt klären.“ Doch auch ein anderes Thema beschäftigt die Forscher. „Wir haben festgestellt, dass nicht alle Brustkrebszellen gleichermaßen empfindlich auf Statine reagieren“, ergänzt Göbel.

Zunächst wollen die Forscher untersuchen, welche Typen von Brustkrebszellen überhaupt auf Statine ansprechen, wie sich Resistenzen entwickeln und wie sich diese aushebeln lassen.

„Bis neue Forschungsergebnisse vom Labor ans Krankenbett gelangen, ist es oft ein weiter Weg“, so Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. „Dafür braucht es nicht nur einen langen Atem, Forschergeist und Innovationskraft, sondern auch einen gesicherten finanziellen Rückhalt. Für die Deutsche Krebshilfe ist es daher ein zentrales Anliegen, innovative Forschungsprojekte zu fördern, um die Behandlung von Krebspatienten stetig zu verbessern.“

Hintergrundinformationen zum Thema Brustkrebs
Zu den Risikofaktoren für Brustkrebs gehören ein höheres Lebensalter, das Vorkommen von Brustkrebserkrankungen in der Familie, bestimmte Veränderungen des Brustdrüsengewebes (Mastopathien), die Einnahme von Hormonpräparaten sowie Strahlenbelastungen des Brustgewebes. Auch die Lebensweise spielt eine Rolle: Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen und Alkoholkonsum erhöhen das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken.

Weitere Informationen zum Thema Brustkrebs finden Betroffene und Interessierte auf der Website der Deutschen Krebshilfe kostenlos unter www.krebshilfe.de/brustkrebs. Eine persönliche Beratung bieten darüber hinaus die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des INFONETZ KREBS unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 / 80708877.

Projektnummer: 70113573

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Bonn, 10. Oktober 2019

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