(openPR) Wankendorf – Bohemian, Dichter, Anarchist und einer der führenden Köpfe der Münchener Räterepublik, für all das steht der Name Erich Mühsam, eine der schillerndsten Figuren der Kunstszene im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts.
Er war Anti-Bürger und Anti-Militarist, Lyriker und Publizist, eine der treibenden Kräfte der Münchener Räterepublik und politischer Aktivist. Verhaftet nach dem Reichstagsbrand und nach schweren Misshandlungen wurde Erich Mühsam im KZ-Oranienburg 1934 ermordet.
Einige Zeitgenossen sahen in ihm den ungekrönten König der Bohemiens und Kabarettisten, einen Aussteiger, eine "Tagesberühmtheit" der Kunstszene. Anderen galt er mit seinen anarchistischen Ansichten schlicht als ein Bürgerschreck, bei dessen Anblick man gleich befürchten müsste, er würde eine Bombe aus der Tasche ziehen.
Mit Alexander Roda Roda hockte er zusammen und spielte Schach, mit Heinrich Mann und Frank Wedekind wurde in den Kaffeehäusern und Weinstuben ausgiebig diskutiert und an manchen Abenden mehr als ein Gläschen geleert. Und von Karl Kraus ist überliefert, dass es Erich Mühsams Auftritte waren, die ihn überhaupt erst für das Kabarett begeisterten.
In dieser Situation bietet die Chronik einen einzigartigen Zugang, indem sie ergänzt durch eine reichhaltige Auswahl an Selbstzeugnissen wichtige Daten zu Leben und Werk versammelt und so ein Einblick in das Leben einer Person gewährt, die zu den berühmten und geliebten aber auch suspekten und gehassten Literaten zwischen ausgehendem Kaiserreich und dem Untergang der 'Weimarer Republik' gehörte und die zu den ambivalenten Größen deutscher Sprache zählt.
Drei Register sowie ein Quellen- und Sigleverzeichnis erschließen die Fülle der Informationen.
Volker Griese: Erich Mühsam Chronik. Leben, Werk, Wirkung.
fester Einband: 480 Seiten mit Frontispiz und Lesebändchen
ISBN-13: 978-3-7494-9960-1
26,00 EUR













