(openPR) Erich Mühsam: War er tatsächlich ein unverbesserlicher Anarchist? Was wissen wir über ihn und welche Seiten lassen sich an ihm neu entdecken. Holger H. Elias begibt sich auf Spurensuche. Er hat neben Mühsam’ zu Unrecht fast vergessenen Erbtanten-Satire natürlich noch eine ganze Menge an belletristischen Meisterleistungen zusammengetragen, auch einige Gedichte aus dessen spitzer Feder und andere, sich selbst erklärende Aufsätze gefunden. Und es ist immer wieder beeindruckend zu entdecken, dass sein Werk, der ja als Seismograph seiner Zeit gelten darf, noch heute Gültigkeit besitzt.
Aus dem Vorwort: „Ich liebe Mühsam. Und ich will Sie teilhaben lassen an dem knirschenden und zugleich bohrenden Humor, der die Jahrzehnte unbeschadet überstanden zu haben scheint. Seine bissigen Analysen können wir getrost in die heutige Zeit transferieren und wir werden feststellen, dass sie nichts, aber auch gar nichts an Aktualität eingebüßt haben. Wo er den Putz damals bröckeln sah, dort ist er heute vielleicht übergetüncht zu entdecken, also allenfalls oberflächlich geschönt. Die Wunde klafft weiter. Irgendwann bröckelt es wieder – wie zu Mühsams Zeiten. … Ich lade Sie also ein: Nehmen Sie sich Zeit und tauchen Sie mit uns ein in die scharfsinnige Poesie und Lyrik des unvergessenen Erich Kurt Mühsam.“
Mühsam (* 6. April 1878 in Berlin; † 10. Juli 1934 in Oranienburg) war maßgeblich an der Ausrufung der Münchner Räterepublik beteiligt, wofür er zu 15 Jahren Festungshaft verurteilt wurde und nach fünf Jahren im Rahmen einer Amnestie freikam. In der Nacht des Reichstagsbrandes wurde er von den Nationalsozialisten erneut verhaftet und am 10. Juli 1934 von der SS-Wachmannschaft des KZ Oranienburg ermordet.
Holger H. Elias (Hg.): mühsam(e)s erben. Ein Lesebuch. Der Neue Morgen, 200 Seiten, brosch., Preis: 12,99 EUR, ISBN 978-3-95480-011-7












