(openPR) Eine Ausstellung aus Anlass seines 90. Geburtstages
im Kabinett des Kunsthandels Dr. Wilfried Karger, im stilwerk Berlin, Kantstraße 17,
10623 Berlin, 3. Etage
vom 29. März bis 11. Mai 2019
Waldemar Otto wurde am 30. März 1929 in Pertikau in Polen geboren.
1945 floh die Familie Otto nach Halle an der Saale. In der dortigen Franckschen Stiftung legte Waldemar Otto 1948 sein Abitur ab. Anschließend begann er ein Studium der Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin-Charlottenburg bei Alexander Gonda. Richard Scheibe, Gustav Seitz und Waldemar Grzimek lehrten zur gleichen Zeit an dieser Hochschule.
1955 begann seine freischaffende Tätigkeit in Berlin.
Otto nahm an Gruppenausstellungen in Düsseldorf und Florenz teil, im gleichen Jahr wurde ihm der Preis der »Karl-Hofer-Stiftung« verliehen, 1957 erhielt er den Preis der »Großen Berliner Kunstausstellung« und 1960 den Berliner Kunstpreis »Junge Generation«. 1963 bis 1965 war Otto Artist in Residence an der University of Notre Dame in Indiana/USA. Nach einer kurzen Zeit als wissenschaftlicher Angestellter an der Architekturfakultät der Technischen Universität in Braunschweig erhielt Waldemar Otto 1973 einen Ruf als Professor an die Hochschule für Künste in Bremen. 1976 ließ er sich in Worpswede nieder.
1981war Otto Ehrengast der Villa Massimo in Rom und 1992 Lehrer an der Sommerakademie in Salzburg, 1995 erhielt er die USA-Ehrengabe zum Lovis-Corinth-Preis.
1997 fand in der Eremitage in St. Petersburg eine große Retrospektive statt, 2000 erhielt Otto den Prix Florance Gold in Monaco und 2001 zeigte das Nationalmuseum von Santiago in Chile eine Ausstellung seiner Werke. Zu seinem 80. Geburtstag im Jahre 2009 fand im Gerhard-Marcks-Haus in Bremen die große Werkausstellung mit dem Titel »Keine Retrospektive« statt, zu der auch das bisherige Werkverzeichnis erschien.
Waldemar Otto ist einer der bedeutenden Vertreter der figurativen Bildhauerei in Deutschland, die gerne in den Kunstzeitschriften, bei den Kurtoren oder den Jurys, aber auch an den Kunstschulen als nicht zeitgemäß, als unmodern oder gar rückwärtsgewandt abgetan wird. Im Ergebnis eines Jahrzehnte langem Siegeszug der abstrakten Kunst nach 1950 wird figurative Bildhauerei insgesamt und undifferenziert ins Abseits gestellt, ohne zu berücksichtigen. dass innerhalb dieser unterschiedliche, zeitgemäße und ausdrucksstarke plastische Formen existieren.
Waldemar Otto ist ein entschiedener Vertreter diese Bildhauerei. Die Form prägt sein Werk, nicht das Abbild der Natur, und Übersteigerungen, manchmal bis zum Extrem, liebt er zuweilen.
»Form« und »Figur« sind die untrennbaren Kernbegriffe der modernen figürlichen Bildhauerei, aus »formlosen« Stoff wird etwas gestaltet, das eine andere Bedeutung erhält, in der figürlichen Kunst bleibt daher die Form immer mit dem Inhalt verbunden, das ist ihr unschätzbarer Wert für Waldemar Otto.
Bezeichnend für sein Œuvre ist, dass er unterschiedliche Wege gegangen ist, viele Möglichkeiten untersucht hat, um seine Kunst inhaltlich wirken zu lassen, narrativ manchmal, fast agitatorisch, wie bei seinem jüngsten Werk, »Die Merzwaage« (nach Roland Merz) einerseits, fast abstakt in der großen Form der Gewandfiguren andererseits. Die Werkgruppe der »Zeitgenossen« hat eher karikative Züge. Mit Agamemnon, Iphigenie, Nereus und Aphrodite nutz er mitunter auch die Symbolkraft der Mythologie. Form und Figur aber bleiben dabei immer sein ideelles Zentrum.
Mit figürlichen Lösungen hat sich Waldemar Otto mit Vehemenz an den Wettbewerben zum Einheits- und Freiheitsdenkmal in Berlin und Leipzig beteiligt. Doch der Mainstream entschied sich für die »Wippe« in Berlin und die »Apfelplantage in Leipzig«.
Ausgestellt sind etwa 30 Bronzeplastiken aus den Jahren von 1963 bis 2019 aus den unterschiedlichen Werkgruppen.
Die Vernissage ist am Donnerstag, dem 28. März 2019 um 19 Uhr, geöffnet ist die Ausstellung Dienstag bis Freitag von 14 bis 19 Uhr und Sonnabend von 10 bis 19 Uhr.
Weitere Informationen/Abbildungen: Internetpräsenz des Kunsthandels Dr. Wilfried Karger
Druckfähige Abbildungsdaten (*.jpg, 300 dpi) können per E-Mail angefordert werden.























