(openPR) "Seit 20 Jahren feiern Fastnachtsbegeisterte aus Würzburg und Umgebung den Start in die tollen Tage mit einem närrischen Gottesdienst." So die Beschreibung des Youtube-Videos wKXOGsGsYms (Bistum Würzburg: Helau und Halleluja: Karnevalsgottesdienst) von "Kirche in Bayen". Darin klatscht der Mahlvorsteher ("Priester"; O-Ton Video "närrischer Pfarrer) Josef Treutlein lächelnd und beschwingt zum Einzug der offiziellen Narren.
Derartige Meldungen und Videos z.Th. Karnevalsgottesdienst findet man unzählige. Passen Karneval und Kirche zusammen?
Die Fakten:
Ideologisch - und wohl auch etymologisch - geht Karneval zurück auf den heidnischen Götzendienst um Bakchos (lat. Bacchus) / Dionysos, Gott des Weines und der tierischen Verwilderung. Der mit einer Maske bekleidete Gott wurde auf einem Schiffskarren (carrus navalis) umhergezogen, begleitet von Mänaden (cf. Manie - Raserei, Wahnsinn) und von als Böcke verkleideten Männern. Die Dionysos-Mysterien, die Bakchos-Orgien, waren bestimmt von maßlosem Alkoholkonsum und Unzucht und wurden wegen ihrer gesellschaftszerstörenden Folgen oft verboten. Cf. das Drama "Die Bakchen" von Euripides.
Die Volksetymologie "Carne Vale" (Lebe wohl, Fleisch) hingegen passt gar nicht zu Karneval. Denn in der Fastenzeit wird zwar gefastet, d.h. es ist pro Tag nur eine Sättigung erlaubt. Aber der Fleischverzicht (Abstinenz) ist dort außer am Aschermittwoch nicht zusätzlich geboten. Freitage sind nicht nur in der Fastenzeit, sondern grundsätzlich das ganze Jahr über Abstinenz-Tage. Und v.a.: Selbst wenn man vor Aschermittwoch dem "Fleisch Lebewohl" sagen wollte, wäre dann weder zu Schiffskarren noch zu Verkleidung ein Bezug erkennbar, auch nicht zu ausgelassener, oft mit Alkohol unterstützter Hemmungslosigkeit. Dies ist dem Christentum völlig zuwider. Noch deutlicher wird dies bei massiver Schamlosigkeit. Cf. travelbook, 08. Februar 2018: "Viel nackte Haut, viel Glitzer, viel Samba – so sieht der Karneval in Rio de Janeiro aus".
Der "Karneval" basiert also ganz objektiv auf einem radikalen Verstoß gegen das erste Gebot: "Du sollst keine fremden Götter neben mir haben." Cf. Großer katholischer Katechismus, München 1948, III, 33: "Man sündigt gegen den Glauben 1. durch schuldbare Unwissenheit in religiösen Dingen, 2. durch Unglauben, Irrglauben und freiwillige Glaubenszweifel, 3. durch Gleichgültigkeit im Glauben und Verleugnung des Glaubens." Der orgiastische Bakchos-Kult, der als sein Wesen die Verwahrlosung, das Zum-wilden-Tier-Werden hat, lässt sich nicht in den christlichen Glauben integrieren.
Typisch für Karneval sind auch die Rufe "Alaaf" und "Helau". Beide sind Verballhornungen, Verspottungen, Verhöhnungen des "Alleluja" / "Halleluja", von "hallelu-ja" (Jahve) - "Lobet den Herrn". Unter dem Gottesnamen Jahve (von hawa - sein, d.h. der Seiende) hat sich Gott dem Moses geoffenbart (Exodus 3,14ff - cf. Edmund Kalt, Biblisches Reallexikon, Paderborn 1931). Cf. dazu das zweite Gebot "Du sollst den Namen Gottes nicht verunehren": "Man sündigt durch unerherbietiges Aussprechen heiliger Namen, wenn man den Namen Gottes oder heiliger Dinge im Zorn oder Leichtsinn mißbraucht. ... Man sündigt durch Gotteslästerung (Blasphemie), wenn man Gott bewußt verunehrt oder verhöhnt. Die Gotteslästerung ist eine sehr schwere Sünde" (Katechismus a.a.O., 61f).
In katholischen Nachschlagewerken werden Begriffe wie "Fastnacht" oder "Karneval" normalerweise gar nicht erwähnt - sie haben eben nichts mit dem Christentum zu tun. Aber in dem Büchlein von Bernhard Brinkmann, "Kleines katholisches Kirchenlexikon", Kevelaer 1951, wird immerhin "Fastnacht" erklärt. Der Text lautet vollständig (92):
"Die drei letzten Tage vor Beginn der Fastenzeit, vielfach gekennzeichnet durch ausgelassene Lustbarkeiten mit Maskierung. Zur Sühne für die mannigfachen Versündigungen an diesen Tagen wird vielerorts eine dreitägige Sühneanbetung vor dem Allerheiligsten gehalten. S. auch vierzigstündiges Gebet."
In der katholischen Messe steht das Kreuzesopfer Christi im Mittelpunkt. Das Messopfer ist ein wahres Opfer, es ist die unblutige Gegenwärtigsetzung des blutigen Opfers Christi am Kreuz. Jeder muss darüber nachdenken, weshalb in der Gruppe des sog. "Zweiten Vatikanischen Konzils" "Karnevalsmessen" gefeiert werden mit Narrenköstumen, mit Halleluja-Verballhornungen und mit Klatschen und Schunkeln.












