(openPR) Im Auftrag des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW ermittelte die Landesarbeitsgemeinschaft für Katholische Erwachsenen- und Familienbildung in NRW (LAG KEFB) eine Bestandsaufnahme in der gemeinwohlorientierten Weiterbildung zur Ausstattung, Kompetenz und Bereitschaft zum digitalen Lehren und Lernen. Die Projektergebnisse liefern gezielt Hinweise, wo Förderung wirkungsvoll angesetzt werden kann.
Dran bleiben am Zug der Digitalisierung, der nun mal alle gesellschaftlichen Sektoren – privat und beruflich – durchzieht: Das ist die Herausforderung an Land und Leute. Umso wichtiger sind digitale Weiterbildungsangebote. Sind die Einrichtungen selbst der digitalen Herausforderung gewachsen und wie kann man in Veranstaltungen digitales Wissen am besten vermitteln? „Die Umfrage in unseren Mitgliedseinrichtungen zeigte eine positive Grundstimmung und Bereitschaft zu Neuem“, berichtet Dr. Martin Schoser, Geschäftsführer der LAG KEFB, mit etwa 80 Einrichtungen einer der Hauptakteure der gemeinwohlorientierten Weiterbildung in NRW: „Wichtig ist ein Schulungsbedarf der Lehrenden selbst. So gilt es, die positive Grundstimmung und Lernbereitschaft zu nutzen und in Umsetzungs- und Veränderungsprozesse zu transportieren.“ Auf Basis der Ergebnisse initiiert die LAG KEFB Qualifizierungsangebote in den Bereichen digitale Medienkompetenz, digitales Lernen sowie kollaboratives Arbeiten auf digitalen Plattformen.
Gezielte Förderung mobiler Einsatzkonzepte
Flächendeckendes WLAN, Voraussetzung für den Einsatz mobiler Endgeräte, ist nur zur Hälfte in den untersuchten Einrichtungen gegeben. Mobile Endgeräte wie Tablets und Smartphones sind digitale Vorreiter. Die Hinwendung zu mobilen privaten Alternativen zur zumeist veralteten eingesetzten Hardware birgt allerdings die Gefahr, Teilnehmer mit geringem Einkommen auszugrenzen. So sollten bei der Ausstattung der Weiterbildungseinrichtungen mit Informationstechnologie, alternativ zum PC, mobile Einsatzkonzepte überprüft und ausgebaut werden.
Vorhandene Ressourcen digital wecken
Spiele-Software und -Apps sind bei allen Menschen mit digitalem Zugang beliebt, unabhängig ihres Alters und Einkommens. Vergleichbare Software findet beruflich nahezu keine Anwendung. Spielen ist menschlich. So erscheint die strikte Linie zwischen Spiel-Spaß und diszipliniertem beruflichem Lernen überholt. Spielerische Lernszenarien wie Planspiele, Simulatoren, aber auch Technologien wie Virtual und Augmented Reality können neue Möglichkeiten der Bildung schaffen.
Dies betrifft auch das Voranschreiten visueller Informationsvermittlung: Mehr als 50% der Lehrenden schätzen privat die einfache Information per Video, nutzen diese Möglichkeit im Unterricht jedoch kaum. Workshops für Dozenten über das einfache Erstellen von Videos und das Einbeziehen simultaner Lernwelten könnten diese Scheu nehmen. „Die Umsetzung neuer Digitalisierungsprozesse erfordert Mut vom Einzelnen“, betont Schoser: „Eine Sicherheit im Rücken in Form einer dauerhaften Beratungs- und Informationsstelle rund um Fragen zur Digitalisierung in der Weiterbildung, könnte die Hemmschwelle, Neues zu wagen, reduzieren und den Erneuerungsprozess beschleunigen.“ Die Vorteile von dauerhaft platzierten E-Learning Inhalten liegen auf der Hand: Sie ermöglichen die zeit- und ortsunabhängige Qualifizierung von Mitarbeitern. Dies wiegt umso mehr bei dem insgesamt schnelllebigen Themenkomplex. Regelmäßig moderierte Einheiten könnten im virtuellen Seminar Selbstlernphasen ergänzen.
Ethische Dimension der Digitalisierung
„Der ethischen Dimension der Digitalisierung widmeten wir in diesem Projekt, wie in unseren Mitgliedereinrichtungen generell, besondere Aufmerksamkeit“, sagt Schoser: „Lernplattformen, die ähnliche Funktionen wie Social Media bieten, Teilen von Inhalten, private und publike Kommunikation, bergen ähnliche Risiken hinsichtlich Überwachungsstrukturen, Datenschutzverletzungen und Datenverkauf.“ Mehr als 75% der Befragten sehen ein großes Gefahrenpotential in der Digitalisierung. „Dem gilt es mit der Aufklärung über rechtliche Aspekte digitaler Bildungsarbeit zu begegnen, was erlaubt ist und was nicht“, betont Schoser: „Die Vermittlung technischer Medienkompetenz, die gleichwohl die ethische Handlungskompetenz des Einzelnen im Blick hat, bilden zentrale Bausteine auf dem Weg zu einer lebendigen digitalen Gesellschaft.“
Die vollständige Übersicht über die Handlungsempfehlungen finden sich in der Abschlussbroschüre unter Link: https://lag-kefb-nrw.de/projekte/digitalisierung/










