openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Pflegepersonalbemessung braucht fundierte Grundlage

27.09.201813:41 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Pflegepersonalbemessung braucht fundierte Grundlage

(openPR) Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) nimmt die jetzt veröffentlichte ‚KPMG-Studie zur Pflegepersonalausstattung und „Pflegelast“ in pflegesensitiven Bereichen in Krankenhäusern‘ zum Anlass, erneut seine Forderungen für die künftige Gestaltung der Pflegepersonalbemessung im Krankenhaus zu stellen. „Die Studie bildet nichts weiter ab als den Mangelzustand an Pflege, der seit Jahren zum deutschen Krankenhausalltag gehört“, sagt DBfK-Präsidentin Prof. Christel Bienstein. „Die Autoren betonen selbst, dass die Studie „keine Rückschlüsse des quantitativen Einsatzes von Pflegepersonal auf die qualitative Versorgung beziehungsweise den Behandlungserfolg zulässt‘. Sie sagt auch nichts darüber aus, wie sehr die durch Zahlen belegten Arbeitsbedingungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter berufsbedingt krank machen und an ihrem Berufsverständnis verzweifeln lassen. Ablesen lässt sich das jedoch überdeutlich an den hohen Krankheits- und Frühberentungsquoten des Pflegepersonals, die in den Reports der Krankenkassen Jahr für Jahr ganz oben rangieren. Seit langem sind Verstöße gegen geltendes Arbeitsrecht und Arbeitsschutzgesetze in den Krankenhäusern gängige Praxis. Möglich ist dies, weil die staatliche Aufsicht versagt und keine Sanktionen befürchtet werden müssen. Leidtragende sind am Ende nicht nur die chronisch erschöpften Pflegefachpersonen, sondern auch ihre unzureichend versorgten Patientinnen und Patienten. Auf Basis der KPMG-Zahlen Pflegepersonaluntergrenzen definieren zu wollen, um pflegerisch kritische Versorgungssituationen möglichst zu vermeiden, ist der völlig falsche Ansatz und würde die desolate Versorgungslage eher noch weiter verschlechtern“, so Bienstein.



Die Forderungen des DBfK für die Pflegepersonalausstattung in den Kliniken lauten seit langem:

- Die Personalbemessung nur an Untergrenzen festzumachen unterhöhlt das Recht von Patienten auf angemessene Versorgung und Sicherheit. Minimalvorgaben werden in aller Regel umgehend stillschweigend zur Normalität und dürfen daher nicht zu niedrig angesetzt werden, sie können allenfalls als Übergangslösungen dienen.

- Vorgaben zur Personalbemessung auf nur wenige Bereiche zu begrenzen führt zu keinem Personalzuwachs, sondern löst Verschiebungen von Personal und Patienten innerhalb der Kliniken aus. Von der Regelung ausgeklammerte Bereiche werden noch weiter ausgedünnt. In Krankenhäusern gibt es keine bettenführenden Bereiche, die nicht pflegesensitiv sind, dementsprechend ist eine umfassende Regelung vorzunehmen, wie sie auch im Koalitionsvertrag angekündigt ist.

- Grundlage der künftigen Pflegepersonalbemessung und -vergütung darf nicht die seit vielen Jahren mangelhafte Pflegepersonalausstattung innerhalb des DRG-Systems sein. Damit würde eine als patientengefährdend und mitarbeiterverschleißend einzustufende Personalsituation fortgeschrieben. Es führt kein Weg vorbei an einem analytischen und pflegewissenschaftlich fundierten Personalbemessungsverfahren, das den tatsächlichen Pflegebedarf abbildet und verpflichtend zugrunde zu legen ist. Geltendes Recht, das Arbeitnehmer vor Willkür und Ausbeutung schützen soll, muss durchgesetzt werden. Der DBfK trägt in diesem Sinne die Forderungen im Positionspapier des Deutschen Pflegerats und weiterer großer Verbände vom 17. September 2018 ausdrücklich mit.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 1020230
 589

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Pflegepersonalbemessung braucht fundierte Grundlage“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe, Bundesverband e.V.

Bild: Wahre Wertschätzung beschränkt sich nicht auf eine PrämieBild: Wahre Wertschätzung beschränkt sich nicht auf eine Prämie
Wahre Wertschätzung beschränkt sich nicht auf eine Prämie
Seit Wochen war sie im Gespräch, nun haben Bundestag und Bundesrat für beruflich Pflegende eine steuerfreie Belohnung ihrer harten Arbeit unter Corona-Bedingungen beschlossen. „Die jetzt nach längerem und streckenweise unwürdigem Geschacher um ihre Finanzierung bewilligte Prämie ist leider ein Dankeschön mit fadem Beigeschmack“, erklärt Prof. Christel Bienstein, die Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK). „Über Wochen konnten die Pflegenden erleben, dass die Prämie zwar vollmundig versprochen, dann aber ein Streit da…
Bild: DBfK-Aktion #PflegeNachCorona – die Neubewertung der PflegeBild: DBfK-Aktion #PflegeNachCorona – die Neubewertung der Pflege
DBfK-Aktion #PflegeNachCorona – die Neubewertung der Pflege
Beruflich Pflegende sind „systemrelevant“ – darüber sind sich Politik und Gesellschaft seit Beginn der Covid-19-Pandemie offenbar einig. Der anfängliche Applaus im Bundestag und auf den Balkonen verklingt jedoch, der angekündigte Pandemie-Bonus wird längst nicht alle professionell Pflegenden erreichen. Von vielen Politikern in Bund und Ländern ist in diesen Wochen der Krise eine Neubewertung des Stellenwerts der Pflegeberufe und die Neujustierung des Gesundheitssystems in Aussicht gestellt worden. Allerdings steht zu befürchten, dass diese Ve…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Personaluntergrenzen: Auf die Ausgestaltung kommt es an!Bild: Personaluntergrenzen: Auf die Ausgestaltung kommt es an!
Personaluntergrenzen: Auf die Ausgestaltung kommt es an!
Nachdem die Pflegepersonalbemessung in deutschen Krankenhäusern seit zwanzig Jahren heruntergefahren wurde und jetzt gravierende Versorgungsmängel auftreten, zieht die Bundesregierung endlich die Reißleine. In einem Änderungsantrag zum ‚Entwurf eines Gesetzes zur Modernisierung der epidemiologischen Überwachung übertragbarer Krankheiten‘ werden Pflegepersonaluntergrenzen …
Bild: ICN fordert sichere PflegepersonalbemessungBild: ICN fordert sichere Pflegepersonalbemessung
ICN fordert sichere Pflegepersonalbemessung
… einen dringenden Appell an die Regierungen der Industrienationen gerichtet. In ihrem Communiqué verweisen sie darauf, dass sichere und angemessene Niveaus der Pflegepersonalbemessung die Grundvoraussetzung für gute Pflegequalität und Patientensicherheit ist. Unterbesetzung und die Substitution von Fachpersonal durch Helfer aus Kostengründen sei aber …
Bild: 10 Jahre Deutsches Netzwerk Primary Nursing
10 Jahre Deutsches Netzwerk Primary Nursing
… Mitarbeiterzufriedenheit und Mitarbeiterbindung beitragen kann. Leider scheitert das Konzept in deutschen Einrichtungen immer wieder an den strukturellen Bedingungen, vor allem der unzulänglichen Pflegepersonalbemessung. Wir werden aber gerade deshalb nicht nachlassen, die Stärken der Bezugspflege bekannt zu machen und von der Politik Verbesserungen der Rahmenbedingungen …
Bild: DBfK begrüßt Vorschlag zu Personalentwicklungsinstrument für KrankenhäuserBild: DBfK begrüßt Vorschlag zu Personalentwicklungsinstrument für Krankenhäuser
DBfK begrüßt Vorschlag zu Personalentwicklungsinstrument für Krankenhäuser
… und andererseits fehlenden verbindlichen Vorgaben. Dass es in den deutschen Krankenhäusern seit Aussetzen der PPR Mitte der neunziger Jahre keine verbindlich einzuhaltende Pflegepersonalbemessung mehr gibt, ist ein schwerer politischer Fehler mit gravierenden Folgen. Er hätte viel eher korrigiert werden müssen. Die Pflegepersonaluntergrenzen in ihrer …
Bild: Ohne verbindliche Personalschlüssel keine gute Krankenversorgung!Bild: Ohne verbindliche Personalschlüssel keine gute Krankenversorgung!
Ohne verbindliche Personalschlüssel keine gute Krankenversorgung!
… nimmt die heute von der Hans Böckler Stiftung veröffentlichte Studie „Nurse to Patient Ratios“ zum Anlass, seine Forderung nach gesetzlich vorgegebenen Pflegepersonalbemessungsstandards in den Krankenhäusern zum wiederholten Mal an die politisch Verantwortlichen zu richten. „Seit Jahren ist die Pflegepersonalbemessung in deutschen Kliniken höchst problematisch …
Bild: Weg zu Patienten- und Mitarbeitersicherheit führt über gesetzliche PflegepersonalstandardsBild: Weg zu Patienten- und Mitarbeitersicherheit führt über gesetzliche Pflegepersonalstandards
Weg zu Patienten- und Mitarbeitersicherheit führt über gesetzliche Pflegepersonalstandards
Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) fordert gesetzlich definierte Pflegepersonalbemessung und Personalmindeststandards in den Krankenhäusern. Dazu wird heute ein Faktenblatt „Nurse-to-Patient Ratios“ des Weltverbands der Pflegeberufe (ICN) in deutscher Übersetzung vorgestellt. „Während in Deutschland die Politik wenig tut, haben andere …
Bild: Qualität ohne Personal? Geht nicht!Bild: Qualität ohne Personal? Geht nicht!
Qualität ohne Personal? Geht nicht!
… einzuhalten. Überprüfungen und ggf. Sanktionen gehören dazu, sonst wird weiterhin auf Kosten des Pflegepersonals gewirtschaftet. Perspektivisch brauchen wir eine verpflichtende Pflegepersonalbemessung, die sich am Pflegebedarf der PatientInnen orientiert. Gute internationale Beispiele, wie das gelingen kann, gibt es genug. Für Krankenhausökonomen gelten …
Bild: 2020 – das Wendejahr der Pflege?! DBfK zum Internationalen Tag der Pflegenden am 12. MaiBild: 2020 – das Wendejahr der Pflege?! DBfK zum Internationalen Tag der Pflegenden am 12. Mai
2020 – das Wendejahr der Pflege?! DBfK zum Internationalen Tag der Pflegenden am 12. Mai
… in Ausbildung und Bindung von Pflegefachpersonen, insbesondere durch gute Arbeits- und Ausbildungsbedingungen. • Mehr Pflegefachpersonal und eine verbindliche Pflegepersonalbemessung auf Basis eines analytischen Personalbemessungsinstruments. • Konsequente Verbesserung der Datenlage über Gesundheitspersonal als Grundlage für vorausschauende fundierte …
Bild: DBfK-Position zu Praxisanleitung im FunktionsdienstBild: DBfK-Position zu Praxisanleitung im Funktionsdienst
DBfK-Position zu Praxisanleitung im Funktionsdienst
… führen zu schlechten Versorgungsergebnissen sowie Imageverlusten und hohen Haftungsrisiken für das Unternehmen. Die schnelle Taktung der Abläufe und gleichzeitig ungenügende Pflegepersonalbemessung führen im Funktionsdienst seit langem dazu, dass Zeit für begleitete Einarbeitung und praktische Anleitung entfällt. Vor diesem Hintergrund und angesichts …
Bild: Klinikpatienten brauchen mehr Pflegepersonal - jetzt!Bild: Klinikpatienten brauchen mehr Pflegepersonal - jetzt!
Klinikpatienten brauchen mehr Pflegepersonal - jetzt!
… für Investitionen oder andere Zwecke verwendet wird, ist auch bekannt und wird seit Jahren politisch toleriert. Wir brauchen endlich eine gesetzlich vorgeschriebene Pflegepersonalbemessung, orientiert am Pflegebedarf der Patienten! Und Mindestbesetzungen, die nicht unterschritten werden dürfen. Nur auf diesem Weg kann eine weitere Eskalation des Pflegenotstands …
Sie lesen gerade: Pflegepersonalbemessung braucht fundierte Grundlage