(openPR) Nach dem in Niedersachsen bereits am 8.8.2018 eine Landespflegekammer ihren Betrieb aufgenommen hat, gibt es auch im Lande Bremen verstärkte Bestrebungen zur Errichtung einer solchen berufsständischen Körperschaft. Die CDU-Bürgerschaftsfraktion hat dazu einen Antrag in den Landtag eingebracht, der voraussichtlich in der September-Sitzung der Bremischen Bürgerschaft debattiert werden wird.
Die CDA als Arbeitnehmervereinigung und sozialpolitischer Flügel der CDU ist gegen die Errichtung einer bremischen Pflegekammer und hat ihre Ablehnung auf ihrer letzten Landesvorstandssitzung nochmals mit einem einstimmigen Beschluss bekräftigt. Auch der CGB und seine Berufsgewerkschaften sehen im Zwei-Städte-Staat keinen Bedarf für eine Pflegekammer. CDA und CGB verweisen darauf, dass das kleinste Bundesland im Gegensatz zu Niedersachsen über eine Arbeitnehmerkammer verfügt, zu deren Aufgaben auch die Interessenvertretung des Pflegepersonals gehört. Die Interessenvertretung durch die Arbeitnehmerkammer sei für die Pflegekräfte zudem weitaus günstiger als durch eine berufsständische Kammer. Während in Niedersachsen die Pflegekammer von ihren Kammerzugehörigen einen Beitrag in Höhe von 0,4 Prozent des zu versteuernden Jahreseinkommens verlangt, begnügt sich die Arbeitnehmerkammer Bremen mit einem Monatsbeitrag von 0,15 Prozent des Bruttolohns. Bei einem Monatslohn von 2.500 Euro macht dies aufs Jahr bezogen bereits einen Beitragsunterschied von 75,00 Euro.
Vor dem Hintergrund der besonderen Probleme in den Pflegeberufen – mangelnde Anerkennung, unzureichende Bezahlung und Überlastung durch Fachkräftemangel – halten es CDA und CGB für geboten, dass die Arbeitnehmerkammer ihr Engagement im Bereich der Pflege deutlich verstärkt. Peter Rudolph, Landesvorsitzender des CGB und stellvertretender Landesvorsitzender der CDA, hat daher als Vollversammlungsmitglied und Alterspräsident der Arbeitnehmerkammer darum gebeten, das Thema Pflege/Pflegekammer auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung der Kammer-Vollversammlung zu setzen. Rudolph: „Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Arbeitnehmerkammer ein eigenständiges Referat „Pflege/Pflegepolitik“ einrichtet, mit Referentenstellen in Bremen und Bremerhaven. Die Kammer hat in den letzten beiden Jahren Überschüsse von mehr als 6,8 Millionen Euro erwirtschaftet und den Rücklagen zugeführt, so dass entsprechende Haushaltsmittel in ausreichender Höhe vorhanden sind.“
















