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Wohnungspolitik in Hessen und Rheinland-Pfalz muss ländliche Räume stärker in den Blick nehmen

11.09.201812:39 UhrIndustrie, Bau & Immobilien

(openPR) - Ankerstädte stärken, um Zuwachs für die Region zu gewinnen
- Digitale Infrastruktur schneller ausbauen
- Attraktivere Förderung des sozialen Wohnungsbaus nötig

Auf seinem diesjährigen Verbandstag in Ingelheim diskutiert der Verband der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft heute und morgen die aktuellen wohnungspolitischen Herausforderungen mit Vertretern aus Unternehmen und Politik. Zu den Gästen zählen unter anderem die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Finanz- und Bauministerin Doris Ahnen sowie GdW-Präsident Axel Gedaschko. VdW-Verbandsdirektor Dr. Axel Tausendpfund richtete sich mit einem eindringlichen Appell an die Gäste aus Politik und Wirtschaft: „Ländliche und strukturschwache Räume müssen wieder stärker ins Bewusstsein rücken. Nur im Zusammenspiel von Stadt und Land kann die Antwort auf die drängenden Fragen der aktuellen Wohnungsmarktsituation liegen.“



Wie Tausendpfund erläuterte, sieht die Wohnungswirtschaft die stagnierende Entwicklung der ländlichen Räume kritisch. „Die Politik redet seit Jahren über das Ziel gleichwertiger Lebensverhältnisse in Stadt und Land, passiert ist seitdem aber zu wenig. Dabei brauchen wir gerade attraktive Mittel- und Kleinstädte, um der angespannten Lage auf den Wohnungsmärkten in den Ballungsräumen begegnen zu können.“

Wichtiges Ziel: Infrastruktur in regionalen Ankerstädten stärken
Aktuelle Studien wie die des empirica-Institutes für den GdW und die Bundesstiftung Baukultur zeigten, dass gerade den sogenannten Ankerstädten künftig eine elementare Rolle zukomme. „Wenn Menschen zehn Kilometer und mehr in Kauf nehmen müssen, um zum nächsten Bäcker oder Supermarkt zu kommen, fangen die Probleme an. Fehlt dann noch eine ÖPNV-Anbindung und schließt vielleicht die Arztpraxis vor Ort, denken viele über einen Umzug in die Stadt nach. Hier muss die Politik ansetzen. Nahversorgungskonzepte regionaler Ankerstädte wie beispielsweise Pirmasens, Boppard oder Bitburg müssen auf den ländlichen Raum ausgedehnt werden. Initiativen wie Nachbarschaftsbusse können eine Hilfestellung sein, um die Dörfer an die Mittelstädte anzubinden. Das geht aber nur, wenn Kommunen bei der Umsetzung solcher Projekte Unterstützung erhalten. Wir fordern deshalb eine politische Willenserklärung und konkrete Vorschläge zur Stärkung des ländlichen Raums, die all diese Aspekte berücksichtigen. Bislang gibt es lediglich Einzelaktionen, die losgelöst voneinander kaum etwas bewirken können.“ Ein übergeordneter Ansatz sei auch deshalb wichtig, weil er den Wünschen und der Lebenswirklichkeit vieler Menschen entspreche. „Studien belegen, dass die Mehrzahl der Menschen nicht in Großstädten, sondern viel lieber in Klein- und Mittelstädten leben möchte. Das betrifft vor allem die 30- bis 59-Jährigen. Unser Ziel muss es deshalb sein, Dörfer, Klein- und Mittelstädte so lebenswert zu halten, dass Menschen auch dauerhaft dort wohnen können“, erklärte Tausendpfund im Rahmen des Verbandstags.

Digitale Infrastruktur schneller ausbauen
Ein wichtiges Kriterium für die Standortwahl von jungen Menschen wie von Unternehmen gleichermaßen sei zudem die digitale Infrastruktur. „Es macht einen deutlichen Unterschied, ob Sie zum Download einer Datei zehn Sekunden oder zehn Minuten brauchen“, so Tausendpfund. „Es gibt bereits Ansätze zum Ausbau der Netzkapazitäten, doch diese sind aus unserer Sicht zu zögerlich angelegt. Damit wir ein Abwandern von Arbeitskräften und Arbeitsplätzen aus dem ländlichen Raum verhindern können, müssen wir vor Ort die nötige technische Infrastruktur bereitstellen. Auch diesen Zusammenhang muss die Politik stärker beachten“, fordert der Verbandsdirektor.

Attraktivere Förderung des sozialen Wohnungsbaus nötig
Eine weitere wichtige Forderung der Wohnungswirtschaft betrifft die Förderkonditionen für den sozialen Wohnungsbau in den beiden Bundesländern. Rheinland-Pfalz etwa habe es sich zum Ziel gesetzt, bis 2020 rund 20.000 neue Sozialwohnungen zu schaffen. Auch in Hessen spiele dieses Thema in der Landespolitik bereits eine Rolle, allerdings genügten die bisherigen Förderkonditionen nicht, so Tausendpfund. „In der neuen Richtlinie zur sozialen Mietwohnraumförderung hat Hessen zwar die Tilgungszuschüsse erhöht, die ein Unternehmen erhalten kann, wenn es sozial geförderten Wohnraum schafft. Gleichzeitig wurde jedoch auch die Höhe der Miete gesenkt, die pro Quadratmeter verlangt werden darf. Das bedeutet, dass die Landesregierung den Wohnungsunternehmen mit der einen Hand etwas gibt, es mit der anderen Hand aber wieder nimmt. Das trägt aus unserer Sicht nicht zur Lösung bei.“

Die große Nachfrage nach Wohnraum in Ballungsgebieten wie Mainz, Wiesbaden und Frankfurt zeige, so Tausendpfund abschließend, wie groß der Handlungsbedarf derzeit sei. Gleichzeitig müssten Förderkonditionen des sozialen Wohnungsbaus für den ländlichen und strukturschwachen Raum attraktiver gestaltet und um eine Strukturförderung ergänzt werden, um dem Ziel gleichwertiger Lebensverhältnisse in Stadt und Land langfristig wirklich näherzukommen.

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